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Hinterland Grabstätten werden deutlich teurer
Landkreis Hinterland Grabstätten werden deutlich teurer
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15:00 23.07.2022
Blick auf den Wallauer Friedhof: Die Gebühren für Grabstätten auf den Friedhöfen im Biedenkopfer Stadtgebiet steigen erheblich.
Blick auf den Wallauer Friedhof: Die Gebühren für Grabstätten auf den Friedhöfen im Biedenkopfer Stadtgebiet steigen erheblich. Quelle: Susan Abbe
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Biedenkopf

Bestattungen auf Friedhöfen der Stadt werden viel teurer. Die neuen Gebühren für normale Reihen- und Urnengräber sind fast doppelt so hoch wie bisher. Das Parlament hat die neue Gebührensatzung beschlossen. Die Stadt kommt damit ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach, möglichst kostendeckende Gebühren zu erheben. Dabei gilt laut Berechnung der Stadtverwaltung: Selbst mit den neuen, hohen Gebühren bleibt die Stadt auf einem beachtlichen Teil der auf den Friedhöfen anfallenden Kosten sitzen.

Ein Reihengrab auf einem Biedenkopfer Friedhof kostete bisher 784 Euro. Künftig fallen 1 416 Euro an. Für ein Urnen-Reihengrab mussten die Bürger bisher 391 Euro bezahlen. Nun sind es 625 Euro. Bei einigen anderen Grab-Arten fallen die Kostensteigerungen weniger massiv, aber sehr deutlich aus (siehe Kasten). Nahezu unverändert bleiben die Bestattungsgebühren. Sie liegen weiterhin für Reihengräber bei 956 Euro und für Urnengräber bei 467 Euro. Nur für Wahlgräber steigen die Bestattungsgebühren deutlich: von 1 238 Euro auf nun 1 695 Euro.

Die Gebührenanhebung ist laut Stadtverwaltung notwendig, damit die Stadt möglichst kostendeckend auf den Friedhöfen arbeiten kann. Dabei weist die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage für das Parlament selbst darauf hin, dass „bei allen Gebührenarten ein sehr hoher Anstieg gegenüber den bisherigen Gebühren zu erkennen“ ist.

Trotzdem geht die Stadt davon aus, dass sie auch mit den neuen Gebühren nur gut 82 Prozent der Kosten auf den Friedhöfen deckt. Sprich: Auf knapp 18 Prozent der Kosten bleibt die Stadt sitzen.

Zur Einordnung: Bei Gesamtkosten von 300 000 Euro pro Jahr für die Friedhöfe nimmt die Stadt laut Kalkulation mit den neuen Gebühren 245 000 Euro ein und muss die verbleibenden 55 000 Euro selbst tragen.

Gebühren für ausgewählte Grabstätten

Reihengrab: 1 416 Euro (bisher 784 Euro), Kinderreihengrab: 450 Euro (bisher 430 Euro).

Urnen-Reihengrab: 625 Euro (bisher 391 Euro), Wiesen-Reihengrab Urne: 970 Euro (bisher 669 Euro), Baumurnen-Reihengrab: 850 Euro (bisher 610 Euro).

Wahlgrab: 5 500 Euro (bisher 2 265 Euro).

Urnen-Wahlgrab je nach Größe (Zweier-, Dreier- oder Vierer-Grab) zwischen 995 Euro und 1 200 Euro (bisher zwischen 702 Euro und 918 Euro).

Nicht nur die Gebühren, sondern eben auch die Kosten für die Unterhaltung der Friedhöfe sind zuletzt massiv gestiegen. Kostentreiber sind laut Stadtverwaltung nötige Instandhaltungsarbeiten an den Gebäuden und Infrastruktur: Feuchtesanierungen von Kapellen, die Reparaturen nach Wasserrohrbrüchen, Wegesanierungen und die Verkehrssicherungspflicht. Ein weiterer Kostenfaktor seien die steigenden Lohnkosten der Friedhofsmitarbeiter.

Auch die Corona-Pandemie habe ihren Teil zu den Kostensteigerungen beigetragen. Da in dieser Zeit die Friedhofskapellen kaum genutzt werden konnten, fielen Einnahmen, die die Stadt normalerweise durch Benutzungsgebühren für die Kapellen erzielt, weg. Auf den Kosten für die Unterhaltung der Gebäude blieb die Stadt während der Pandemie somit allein sitzen.

Mit der neuen Gebührensatzung versucht die Stadt Biedenkopf nun, zumindest zum Teil kostendeckend auf den Friedhöfen zu arbeiten.

Die Stadtverwaltung weist in der Beschlussvorlage fürs Parlament darauf hin, dass Kommunen laut Hessischer Gemeindeordnung dazu verpflichtet sind, kostendeckende Gebühren zu erheben. Allerdings reicht für den Bereich Bestattungswesen laut Kommunalaufsicht ein Kostendeckungsgrad von 80 Prozent. Dem trägt die Stadt Rechnung.

Das Stadtparlament hat die Friedhofsgebühren mit großer Mehrheit beschlossen. Es gab 25 Jastimmen. Zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen kamen von der UBL.

Von Susan Abbe

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