Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland „Graue Flecken“ verschwinden bis 2028
Landkreis Hinterland „Graue Flecken“ verschwinden bis 2028
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 03.05.2022
Glasfaserkabel liegen auf einer Baustelle.
Glasfaserkabel liegen auf einer Baustelle. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Anzeige
Bellnhausen

An Geld mangelt es im Gladenbacher Ortsteil nicht. Am Ortseingang, der Stelle des Überreichens einer Absichtserklärung, liegt es sogar auf der Straße. Dort findet ein aus Wiesbaden angereister Mitarbeiter des Digitalministeriums eine Ein-Euro-Münze, was im Vergleich zu der Summe, die die Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung Kristina Sinemus an den Ersten Kreisbeigeordneten übergeben wird, wie die berühmten Peanuts erscheint.

Die Digitalministerin hält eine Absichtserklärung über einen Zuschuss in Höhe von bis zu 62 Millionen Euro in den Händen. Mit diesem Geld stockt das Land Hessen die 77 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm gegen sogenannte „Graue Flecken“ auf. Als Symbol dafür ist der 200 Einwohner zählende Ort im Hinterland ausgewählt. Ein Ort, der mithilfe der Zuschüsse von Bund, Land und auch des Landkreises durch die Breitband GmbH Glasfaseranbindungen bis ins Haus erhält.

Meilenstein für Landkreis

Marian Zachow bezeichnete die Bewilligung der Millionensumme auch als „ausgesprochenen Meilenstein für unseren Landkreis“. Dieser verfolgt das Ziel, den Breitbandausbau „bis an jede Milchkanne“ bis zum Jahr 2028 zu realisieren. Damit unterschreite der Landkreis sogar das Ziel des Landes Hessen – das Jahr 2030, ergänzte die Ministerin. Für die Landesregierung stelle der ländliche Raum einen Zukunftsraum dar, in dem die Kommunikation auch für Ausbildung, Arbeit und Schule über eine superschnelle digitale Infrastruktur geführt werden wird.

Mit dem Programm sollen 49 000 Privathaushalte und 6 300 Gewerbebetriebe mit Glasfaserleitungen angeschlossen werden. Das Besondere am Landkreis Marburg-Biedenkopf sei, dass alle Kommunen an einem Strang ziehen, um die Haushalte flächendeckend mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow, der auch auf die Vorreiterrolle des Landkreises beim Anschluss aller seiner 61 Schulen ans Glasfasernetz verwies. Ein solches Engagement lokaler Initiativen unterstütze das Land gerne, erklärte die Digitalministerin Kristina Sinemus.

Glasfaserausbau

Mehr als 98 Prozent der Haushalte im Landkreis können mit mindestens 50 Mbit/s im Internet surfen. Mehr geht oft nicht, da vielerorts die Glasfaserleitungen nur bis zu den Verteilerkästen führen. Das ist das  FTTC-Netz. Darüber hinaus, die sogenannte letzte Meile, führen Kupferkabel in die Häuser, wodurch physikalische Effekte das Internetsignal dämpfen.

Gigabitgeschwindigkeiten über diese letzte Meile hinaus sind durch den FTTB/H-Ausbau mit Glasfaserkabel zu erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass die Gebäudeeigentümer einem Anschluss zustimmen. Mit den nun  geförderten Vorhaben  können bis zu 49 000 Privathaushalte und rund 6300 Gewerbebetriebe mit Glasfaser-Anschlüssen bis in ihre Gebäude versorgt werden.  

Von Gianfranco Fain