Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Start ins neue Amtsjahr
Landkreis Hinterland Start ins neue Amtsjahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:59 06.07.2020
Eine neue Schärpe mit der aktuellen Jahreszahl und einen Blumenstrauß erhielt Kirschenkönigin Sophia I. zu ihrer Amtszeitverlängerung von Bürgermeister Peter Kremer. Quelle: Gianfranco Fain
Anzeige
Gladenbach

Der Kirschenmarkt-Freitag war und ist für die Gladenbacher schon immer ein besonderer Tag. Üblicherweise stellt sich spätestens am ersten Tag des größten Volksfestes der Region das sprichwörtliche Kirschenmarkt-Wetter ein, morgens bieten die Händler des Krammarktes ihre Waren an, ab mittags nehmen die Fahrgeschäfte auf dem Rummelplatz ihren vollen Betrieb auf und abends folgt im Festzelt die Wahl der Kirschenkönigin.

Dieses Jahr war, vom Kirschenmarkt-Wetter einmal abgesehen, aber alles anders als üblich. Der Marktplatz war zwar festlich geschmückt, doch kein Karussell dreht seine Runden. Am Donnerstagabend ertönen um Punkt 20 Uhr zwar die traditionellen Böllerschüsse, doch die „tollen Tage“ werden damit nicht eröffnet. Und irgendwo in der Stadt lässt eine Kapelle Melodien erklingen.

Anzeige

Und die Kirschenkönigin? Sophia I. deckte sich am Donnerstag auf dem Wochenmarkt noch mit dem letzten Körbchen Kirschen ein. Einer der letzten Auftritte im Amt als Repräsentantin der Stadt wäre es normalerweise gewesen, denn am Freitag, 3. Juli, hätte die 2019 ins Amt gewählte Gladenbacherin ihrer Nachfolgerin die Krone aufs Haupt setzen müssen. Doch die Wahl der Königin fällt wie der gesamte Kirschenmarkt aus.

„Den Umständen entsprechend zufrieden“

Stattdessen findet am Freitag ein Termin bei Bürgermeister Peter Kremer statt. Der gibt der 18-Jährigen, die über ihr am selben Tag erhaltenes Zeugnis nur verrät, mit ihren Noten „den Umständen entsprechend zufrieden“ zu sein, eine herausragende Bewertung. „15 Punkte, weil ich nicht wüsste, was eine Kirschenkönigin besser machen könnte“, sagt Kremer. Sophia Krämer war sehr aktiv, repräsentierte die Stadt bei vielen Anlässen und vertrat die Stadt sogar auf Eigeninitiative in Berlin“, zählt der Bürgermeister auf.

Aufgrund dieser Liebe zum Amt habe er auch nicht mit einer Absage gerechnet, als er der künftigen Abiturientin anbot, weiterhin als Kirschenkönigin zu amtieren. „Es ist ein einmaliges Glück, ein weiteres Jahr das Amt ausüben zu dürfen“, strahlt Sophia I., weil ihr Kindheitstraum nun zum zweiten Mal wahr wird. Das Besondere daran ist: Sophia I. ist auch die Erste, die zwei Amtszeiten direkt nacheinander ausüben darf.

Wunsch: Fahrt in die Partnerstadt Monteux

Wie sehr Sophia Krämer sich mit dem Amt identifiziert, zeigt ihr Outfit. Zum Termin erscheint sie in kirschroten Schuhen und einem weißen Kleid, das mit Kirschen besetzt ist. Über dieses legt der Bürgermeister eine neue Schärpe mit der aktuellen Jahreszahl, Krone und Zepter, die sie zu diesem Anlass trägt, bleiben die ein Jahr zuvor überreichten. Sie sei gespannt, was im zweiten Jahr auf sie zukommt, gesteht Sophia Krämer.

Die Corona-Pandemie hat einiges verändert, vor allem aber das Ausüben ihres Amtes. Sie vermisst den Kontakt mit den Menschen, deren Freude, wenn sie ihnen etwas überreichte wie zum Beispiel zu Ostern Schokoladehasen an die Bewohner des Seniorenheims. Nun hofft sie, dass mehr und mehr geht, wenn die Corona-Regeln weiter gelockert werden. Allerdings wird es wegen der Abitur-Vorbereitung auch „etwas enger mit den Terminen“.

Keine Langeweile in Sicht

Dennoch hofft sie, in den nächsten Monaten in die französische Partnerstadt Monteux fahren zu können und am Empfang des Hessischen Ministerpräsidenten für alle hessischen Hoheiten teilzunehmen – Termine, die im vergangenen Jahr ausfielen. Fest eingeplant ist ein erneuter Besuch der Grünen Woche in Berlin sowie ein Gegenbesuch bei Kirschenkönigin Sophia Mausolf in Witzenhausen. Und vielleicht kann sie schon den Brunnenmarkt eröffnen, der traditionell im Herbst stattfindet.

Die Sorge, dass die Wiederholungen von Terminen im zweiten Amtsjahr Langeweile hervorrufen, hat Sophia Krämer jedenfalls nicht. Entsprechend äußerte sie sich in der OP schon Ende April, als sich ihre erneute Amtszeit abzeichnete. „Die Erfahrungen sind immer wieder anders“, sagte sie und äußerte sich zuversichtlich: „Es macht wieder megamäßig Spaß.“  

Von Gianfranco Fain

06.07.2020
Hinterland Lahn-Dill-Bergland-Therme - Testlauf unter Corona-Bedingungen
06.07.2020
04.07.2020