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Hinterland Sophia I. wird Sophia 2.0
Landkreis Hinterland Sophia I. wird Sophia 2.0
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12:55 24.04.2020
Sophia Krämer (beim Tanzturnier um den Kirschenpokal) bleibt noch ein weiteres Jahr Kirschenkönigin. Quelle: Thorsten Richter
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Gladenbach

Das gab es noch nie in der langen Geschichte der Gladenbacher Kirschenköniginnen. Es kam in den vergangenen Jahren zwar schon vor, dass die Veranstalter bei dem Gedanken zitterten, ob sich überhaupt eine Kandidatin zur Wahl stellt und es Gespräche mit der Amtsinhaberin über eine „Vertragsverlängerung“ gab.

In den Anfangsjahren des Wettbewerbs Mitte des vorigen Jahrhunderts kam es auch vor, dass eine Kandidatin nach Jahren wieder ins Amt gewählt wurde, doch eine zweite Amtszeit direkt im Anschluss an die erste, das ist eine Premiere.

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„Erwischt“ hat es Sophia Krämer, die nun ihren Kindheitstraum ein weiteres Jahr leben darf. „Sie freut sich drauf“, verrät Bürgermeister Peter Kremer, der mit der amtierenden Kirschenkönigin diese Möglichkeit durchsprach, als sich der Ausfall des diesjährigen Kirschenmarktes und die darin eingebettete Wahl einer Nachfolgerin abzeichnete.

„Es macht einfach super viel Spaß“, bekennt Sophia Krämer, die schon als Kind davon träumte, einmal im Festzelt zur Kirschenkönigin gewählt zu werden. Vergangenes Jahr war es soweit: Das Publikum kürte sie zu Sophia I.

Ihre Fangemeinde machte sie somit nicht nur zur ersten Sophia der Kirschenmarktstadt, sondern legte auch die Basis dafür, dass sie die erste Kirschenkönigin ist, die nahtlos in eine zweite Amtszeit reinrutscht.

Verantwortlich dafür ist die Corona-Pandemie, die zur Absage des größten Volksfestes der Region führte. Bitter wäre es für die Europaschülerin, sollte ihre Amtszeit mit den Folgen der Virus-Eindämmung wie den Kontaktbeschränkungen enden.

Alleine am Klavier statt auf der Bühne

„Es ist schade“, beschreibt die 18-Jährige die Situation, „weil ich den Kontakt zu Menschen mag.“ Da sie „schon immer ein offener Mensch war“, stellte sie noch keine große Veränderung an sich durch das Ausüben des Amtes fest. Vielleicht „ein Stück weit präsenter zu sein“, schränkt sie ein.

Diese Eigenschaft ist nicht neu für sie, steht sie als Sängerin der freikirchlichen Gemeindeband im „Special Service“ auf der Bühne im Vordergrund. Doch auch das Singen und gemeinsame Musizieren ist derzeit eingeschränkt.

So bleibt ihr meistens nur, sich zuhause am Klavier oder mit der Gitarre selbst zu begleiten, oder auch an die vielen Erlebnisse ihrer Amtsausübung zu erinnern.

Auch der Prinz macht’s nochmal

„Alles einzelne Highlights“ mit vielen Eindrücken, sagt sie, nennt nach einigem Überlegen als leichten Favoriten aber den Besuch der „Grünen Woche“ in Berlin, wo sie die anderen Majestäten traf, oder auch die Musikshow „Music is our first love“ im Frühjahr in Gladenbach.

Angst vor Wiederholungen im zweiten Amtsjahr hat Sophia Krämer nicht. „Die Erfahrungen sind immer wieder anders“, meint sie und ist sich sicher: „Es macht wieder megamäßig Spaß.“ Den hat übrigens auch ihr Cousin und Prinz Lennard Müller, der sie auch im zweiten Amtsjahr begleiten wird. „Dieses zweite Jahr ist ein großes Privileg. Ich genieße das absolut“, bekennt Sophia I. und II.

Von Gianfranco Fain

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