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Hinterland Dirtpark eröffnet
Landkreis Hinterland Dirtpark eröffnet
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13:59 05.08.2022
Die Sprunghügel und Rampen im Gladenbacher Dirtpark bieten den versierten Mountainbikern viele Möglichkeiten, Tricks in der Luft zu zeigen.
Die Sprunghügel und Rampen im Gladenbacher Dirtpark bieten den versierten Mountainbikern viele Möglichkeiten, Tricks in der Luft zu zeigen. Quelle: Michael Tietz
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Gladenbach

„Cool“, „Hammer“, „Mega“: Viele Worte brauchen die jungen Radsportfans nicht, um den neuen Dirtpark zu beschreiben. Freudestrahlend schwingen sich die Jugendlichen auf ihre Räder. Zeit zum Quatschen bleibt erst mal nicht. Viel lieber wollen sie fahren und durch die Luft fliegen.

Zum Eröffnungsfest geben sich neben den Mountain- und Dirtbikern auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Vereinen ein Stelldichein auf der neuen Sportanlage im Norden der Kernstadt. Die geraten immer wieder ins Staunen. Spontan brandet auch Beifall nach gelungenen Tricksprüngen der jungen Akteure auf.

„Hast du meine Airtime gesehen? Das ist der Hammer, ein tolles Gefühl“, schwärmt Maurice. Kurz zuvor sauste er den Starthügel hinunter, steuerte den „Kicker“ an, hob mit seinem Rad ab, streckte seine Arme zur Seite und setzte nach der meterhohen Akrobatiknummer sicher zur Landung an. Möglichst viel „Airtime“ – also Zeit in der Luft – macht den Reiz aus.

Sprünge mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden

„Der Kicker und die Tables sind hier das Beste“, erzählt Maurice. Er meint die hölzerne Schanze für hohe Tricksprünge und die aus Erde modellierten Sprunghügel. Zu einem „Table“ (Tisch) gehören die Auffahrt, ein Mittelstück und ein Landehang. Zwei dieser Sprünge gibt es im Dirtpark. Spuren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden – die Biker sprechen von „Dirtlines“ – führen auf die Schanzen.

„Hier kannst du prima deine Tricks üben, bevor du auf den Kicker fährst“, erklärt Maurice und freut sich darüber, dass Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die Aufsprünge noch mit einer dicken Schicht Rindenmulch überzogen haben. So landen die Luftakrobaten deutlich weicher, sollte mal etwas schiefgehen.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Die Jugendlichen nehmen bereitwillig Rechen und Schaufel in die Hand, um die Strecken und Aufsprunghügel in Schuss zu bringen. Foto: Michael Tietz Quelle: Michael Tietz

„Jetzt ist der Park endlich fertig, die Sprünge sind wirklich gut“, stellte Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) anerkennend fest. Er erinnert an die „etwas längere Entstehungsgeschichte“ der Anlage. Die begann eigentlich auf dem Platz am Alten Amtshaus in der Innenstadt. Dort kurvten junge Mountainbiker oft gerne herum und nutzten die Treppen als Sprungschanzen. Dabei kamen sie allerdings auch immer wieder Passanten in die Quere. So entstand der Wunsch nach einem geeigneten Gelände. Fahrt nahm das Projekt im März 2018 mit einem Antrag der SPD in der Stadtverordnetenversammlung auf. Die Suche nach einem passenden städtischen Grundstück begann.

Die Wahl fiel schließlich auf eine etwas mehr als 3 000 Quadratmeter große Fläche am Sportzentrum, die bisher als Parkplatz diente. Diese war allerdings bereits der Firma Stolz Mould Service für eine mögliche Erweiterung ihres Standorts versprochen worden. Firmenchef Stefan Stolz verzichtet nun aber 15 Jahre auf sein Ankaufsrecht.

Nach einer ersten Kostenschätzung von 20 000 Euro kletterten die Ausgaben auf nun 51 290 Euro. Dank der Fördermitteln muss die Stadt selbst nur 19 000 Euro zahlen.

Stadtjugendpfleger Karlheinz Nickel lobt die Jugendlichen, die sich als Helferteam zusammengefunden haben und sich künftig der Pflege des Dirtparks annehmen. Sie sind seit knapp zwei Wochen im Einsatz und verpassten der Strecke den Feinschliff. Bei der Eröffnungsfeier versorgten die Jugendlichen die Besucher mit Speisen und Getränken.

Auf dem Pumptrack trainieren die Mountainbike vor allem Gleichgewicht, Kraft und Koordination - möglichst ohne Pedaleinsatz sollen Steilkurven und Bodenwellen gemeistert werden. Foto: Michael Tietz Quelle: Michael Tietz

Nickel und sein Helferteam wollen möglichst jeden Dienstag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr vor Ort sein und vor allem Anfängern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dann können auch Dirtbikes ausgeliehen werden. Die Anlage ist jeden Tag geöffnet – bei Nässe ist das Betreten aber grundsätzlich untersagt. Außerdem gilt: Jeder Radler sollte einen Helm tragen, weitere Protektoren für Knie und Ellenbogen können nicht schaden. Das Befahren erfolgt auf eigene Gefahr.

„Das ist ein mega-toller Park geworden. Wenn ich Zeit habe, werde ich jeden Tag hier sein“, sagt Linus mit einem Grinsen im Gesicht. Der junge Mornshäuser begeistert sich auch für den Pumptrack. Der Rundkurs mit Wellen und Steilwandkurven eignet sich für Anfänger und Fortgeschrittene.

Auch Elias ist rundum zufrieden: „Eine sehr schöne Anlage, die Sprünge sind richtig cool.“ Der junge Gladenbacher freut sich besonders darüber, dass die fast vor seiner Haustür liegt und er für sein Hobby nicht mehr nach Bad Endbach fahren muss.

Von Michael Tietz