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Hinterland Busbahnhof: Was sehen Sie?
Landkreis Hinterland Busbahnhof: Was sehen Sie?
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13:00 12.11.2020
Der Gladenbacher Busbahnhof schirmt den Marktplatz von der Bundesstraße ab. Quelle: Gianfranco Fain
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Gladenbach

Vor 40 Jahren erbaut, steht der Gladenbacher Busbahnhof seit Jahren in der Diskussion. Architektonisch nicht mehr in die Zeit passend, dunkel und lichtarm präsentiert sich das Einfallstor der Einkaufsstadt.

Dieses lässt die Reisenden nicht nur auf dem Marktplatz ankommen, es grenzt ihn auch von der Bundesstraße ab. Auf dieser nähern sich die Fahrzeuge mehrerer Buslinien, die den jetzt schon über seine Kapazitätsgrenze hinaus genutzten Haltepunkt belasten.

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Da demnächst eine weitere Schnellbuslinie hinzukommt, steht eine Veränderung an. Doch wie soll diese aussehen, wie kann der Platz aufgewertet werden? Über die Zukunft des Platzes äußern sich die beiden Kandidaten zur Bürgermeisterwahl.

Von Gianfranco Fain

Peter Kremer: Ruf nach Veränderung

Heute wahrlich kein echter Hingucker mehr. Vor 40 Jahren hat es sich in das Gefüge der „modernen Architektur“ bestimmt hervorragend eingepasst: Viel Beton, viel Stahl, viel Kupfer und eine besondere, eine offene Dachunterkonstruktion.

Wäre die Eindeckung nicht aus Kupfer, sondern aus transparentem Plexiglas, es würde bestimmt ein wenig an ein bekanntes Gebäude in München erinnern. Heute ist der Busbahnhof kein besonders schöner Anblick mehr: dunkle, kalte Farben, wenig Licht, wenig einsehbar. Daher ist er nicht nur für Busreisende der notwendige Treffpunkt, der Busbahnhof hat vielfach auch einen halbseidenen Ruf.

Das ruft nach Veränderung. Nicht nur wegen der optischen Defizite. Die allein könnten mit wenigen baulichen und geringen finanziellen Mitteln geheilt werden. Nein – die Stadt Gladenbach ist in den 40 Jahren gewachsen. Und mit der Stadt auch die Bedeutung und die Dimension des Öffentlichen Personennahverkehrs. Der Bahnverkehr wurde zudem in der Zwischenzeit eingestellt und das Passagieraufkommen komplett auf die Straße verlagert.

Peter Kremer (parteilos) strebt seine zweite Amtszeit als Bürgermeister Gladenbachs an. Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach ist der zentrale Anlaufpunkt für viele Buslinien des RMV. Mindestens 9 Linien und 4 Rufbusse haben hier ihre Haltepunkte. Demnächst kommt zu den zwei Expressbuslinien (nach Biedenkopf und Marburg) eine weitere nach Herborn hinzu.

Und bereits heute ist die Kapazität des Busbahnhofs mehr als ausgereizt. Daher haben wir dieses Jahr ein Planungsbüro beauftragt, welches in Kürze ein zukunftsträchtiges Haltestellenkonzept vorstellt. Es werden dringend mehr Haltepunkte benötigt. In wenigen Tagen entsteht in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes eine Übergangshaltestelle, die die Haltestellensituation wenigstens ein klein wenig entspannt.

Nach der Vorstellung des Konzeptes für die Öffentlichkeit werden Gespräche mit dem RMV und Hessen Mobil bezüglich der Umsetzbarkeit geführt werden. Zeitgleich geht es auch um den Umbau und die Gestaltung des Wartebereiches und Gebäudes.

Robert Wolfgram: Projekt zum Anschieben

Das Gebäude ist leider mittlerweile schon sehr in die Jahre gekommen. Es ist unser Eingangstor mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Gladenbach. Das X-Bus-Konzept hat Gladenbach zum Knotenpunkt gemacht und ist mit den Anbindungen nach Marburg, Biedenkopf und neu nach Herborn eine absolute Bereicherung.

Durch das mittlerweile höhere Verkehrsaufkommen und die gestiegene Anzahl an Bussen reicht die Haltestelle nicht mehr aus, sodass sogar manchmal in der zweiten Reihe auf der Straße gehalten werden muss. Das führt zu einem Rückstau und ist auch gefährlich für die Fahrgäste. Der bereits geforderte Maßnahmenplan aus dem letzten Jahr lässt immer noch auf sich warten und es geht nicht weiter.

Hier muss dringend Bewegung rein und nach Lösungen gesucht werden, um das Projekt anzuschieben. Es ist vielleicht möglich, direkt auf dem Durchgang, den man sieht, eine zweite Busspur als Zufahrt zu ermöglichen. Unter Berücksichtigung und Gewährleistung der Sicherheit für Groß und Klein aller Fahrgäste sowie eine gute Anbindung und Stellflächen für Radfahrer.

Robert Wolfgram (parteilos) will Bürgermeister in Gladenbach werden. Quelle: Tobias Hirsch

Auch ist es dringend notwendig, eine neue Toiletten-Anlage zu installieren und eine anständige windgeschützte Aufenthaltszone. Durch die direkte Anbindung zum Marktplatz ist es ein Treffpunkt und natürlich ein Start, für die Bürgerinnen und Bürger und Besucher, zum Bummeln und Einkaufen in die verschiedenen Geschäfte.

Aber auch unser Aushängeschild für den Kirschenmarkt, wo sich dort der Rummelplatz direkt daran anschließt. Sowie auch „Donnerstags in Gladenbach“ – eine Musikveranstaltung, welche seit vielen Jahren sich sehr gut etabliert hat und angenommen wird.

Die vielen kostenlosen Parkplätze, bei denen seit diesem Jahr zwar die Parkscheibenpflicht kontrolliert wird, ist wichtig, sie zu erhalten. Den Marktplatz einladend gestalten, es muss was mit dem Brunnen passieren, aufgeräumt und ein neuer Treffpunkt daraus gemacht werden. Ein wirkliches Aushängeschild, um die Attraktivität für unsere Stadt zu sichern und zu verstärken.

10.11.2020
10.11.2020