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Hinterland Gladenbach auf dem Weg ins Klimabündnis
Landkreis Hinterland Gladenbach auf dem Weg ins Klimabündnis
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18:00 04.11.2021
Im Solarpark in Weidenhausen wird „grüner Strom“ produziert – die Stadt Gladenbach will sich nun beim Land Hessen für das Förderprogramm „Klimakommune“ bewerben.
Im Solarpark in Weidenhausen wird „grüner Strom“ produziert – die Stadt Gladenbach will sich nun beim Land Hessen für das Förderprogramm „Klimakommune“ bewerben. Quelle: Foto: Michael Tietz
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Gladenbach

Die Gladenbacher Stadtverordneten beschäftigen sich während ihrer Sitzung am Donnerstag mit Anträgen der Zählgemeinschaft und der Grünen, die auf ein stärkeres Engagement für den Klimaschutz zielen. SPD und Freie Wähler fordern ein aktuelles Energieeinspar- und Unterhaltungskonzept für alle Gebäude der Kommune.

Dazu soll die Verwaltung den Energieverbrauch der Liegenschaften ermitteln, Energiepässe für die Immobilien erstellen und Fördermöglichkeiten für Investitionen ermitteln. „Wir wollen uns damit ein Entscheidungsgerüst verschaffen – um zu wissen, was auf die Stadt in nächster Zeit bei den energetischen Verbesserungen zukommt“, erklärte FW-Fraktionsvorsitzender Klaus-Dieter Knierim im Bauausschuss.

Titel „Klimakommune“

Die Grünen plädieren dagegen dafür, sich zunächst um den Titel „Klimakommune“ zu bewerben, sich damit dem Bündnis von 317 hessischen Städten, Gemeinden und Kreisen wie Bad Endbach, Dautphetal und Marburg anzuschließen und vom Land Hessen finanzielle Unterstützung zu erhalten. Grünen-Fraktionsvorsitzender Edmund Zimmermann erinnerte an das 2010 für die Stadt erstellte Klimaschutzkonzept. Es umfasste damals 43 Gebäude und die Straßenbeleuchtung. „Einiges ist auch umgesetzt, die Stadtverordnetenversammlung ist darüber aber nur sporadisch informiert worden“, sagte Zimmermann. Als Klimakommune könnte Gladenbach viele Fördermöglichkeiten nutzen. Im Bündnis wären eine fundierte Beratung und eine individuelle Unterstützung für Projekte ebenfalls möglich, so Zimmermann.

Bestandserfassung

Der Gladenbacher Magistrat kam den Grünen zuvor und verabschiedete nach Auskunft des parteilosen Bürgermeisters Peter Kremer eine Beschlussvorlage. Diese steht auf der Tagesordnung der Dezember-Sitzung der Stadtverordneten, bei der sich sicherlich für eine Bewerbung zur Klimakommune ausgesprochen wird. Voraussetzung für den Titel ist das Erstellen eines Aktionsplans für das Erreichen des Ziels einer hundertprozentigen Klimaneutralität bis zum Jahr 2050, welcher alle fünf Jahre zu überarbeiten ist. Wie wichtig das Förderprogramm des Landes für Gladenbach sein kann, verdeutlichte der Bürgermeister mit einer Zahl: Vier Millionen Euro wären nötig, um das Haus des Gastes klimatechnisch auf aktuellen Stand zu bringen.

„Es macht mehr Sinn, zunächst Klimakommune zu werden, um dann alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen zu können“, sagte Murat Akkas von den Grünen. Sozialdemokrat Roland Döhler warb für den Antrag der Zählgemeinschaft, wozu die Verwaltung Vorarbeiten erledigen könne. Denn: „Um eine Bestandserfassung kommen wir ohnehin nicht herum“, erklärte Döhler mit Blick auf den Aktionsplan. Ohne Gegenstimmen sprachen sich Bauausschuss und Wirtschaftsausschuss für das von der Zählgemeinschaft beantragte Energieeinsparkonzept aus.

Die Stadtverordneten tagen am Donnerstag (4. November) ab 19 Uhr im Bürgerhaus Erdhausen.

Von Michael Tietz