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Hinterland Gladenbach hofft auf weitere „digitale Dorflinden“
Landkreis Hinterland Gladenbach hofft auf weitere „digitale Dorflinden“
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11:56 18.08.2020
An einigen öffentlichen Plätzen in Gladenbach gibt es durch das Land Hessen gefördertes freies mobiles Internet für alle. Themenfoto: Stephanie Pilick/dpa
An einigen öffentlichen Plätzen in Gladenbach gibt es durch das Land Hessen gefördertes freies mobiles Internet für alle. Quelle: Stephanie Pilick/dpa/Themenfoto
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Gladenbach

Die „digitalen Dorflinden“ sind im Stadtgebiet längst fest verwurzelt. Nun hat die Kommune auch offiziell das Geld für die WLAN-Hotspots vom Land Hessen bekommen.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) übergab den Bewilligungsbescheid in Höhe von 8.000 Euro an Bürgermeister Peter Kremer (parteilos). Mit dem Förderprogramm „Digitale Dorflinde“ unterstützt das Land Hessen die Kommunen beim Ausbau des mobilen Internets.

Der Startschuss dazu fiel im September 2018 in Biedenkopf. Drei Monate später genehmigte das Gladenbacher Parlament 22.700 Euro für das Projekt. Mit dem Geld sollten zunächst acht Hotspots eingerichtet werden, an denen jeder einfach und kostenfrei mit Smartphone oder Tablet über WLAN einen Zugang ins weltweite Netz erhält.

Die Stadtverordneten legten auch die Standorte fest: in Gladenbach am Rathaus, Haus des Gastes, Marktplatz und Freizeitbad „Nautilust“, in Weidenhausen im Freibad und im Dorfgemeinschaftshaus, in Mornshausen im Dorfgemeinschaftshaus sowie in der Frohnhäuser Festscheune.

Für Nutzer kostenlos, für Stadt nicht

Im vergangenen Jahr „pflanzte“ die Firma IT Innerebner im Auftrag der Stadt die „digitalen Dorflinden“. Jeden dieser acht öffentlichen WLAN-Hotspots fördert das Land mit 1.000 Euro. Zwei weitere ließ die Kommune in den Dorfgemeinschaftshäusern in Diedenshausen und Weitershausen installieren. „Sie funktionieren prima und werden auch sehr gut genutzt“, erklärte Bürgermeister Kremer.

Für Internet-Nutzer ist dieser schnelle Zugang zur Datenautobahn kostenlos, für die Stadt allerdings nicht. Die Folgekosten bezifferte Kremer mit etwa 10.000 Euro pro Jahr – je nach Größe des anfallenden Datenvolumens.

„Zu einer modernen Infrastruktur eines Ortes gehört auch die digitale Infrastruktur“, erklärte Umweltministerin Hinz. Es sei sinnvoll, nicht nur Rathäuser, Firmen und Privathäuser mit dem mobilen Internet auszustatten. Möglichst alle öffentlichen Freizeiteinrichtungen sollten ebenfalls von diesem Service profitieren.

Umweltministerin Priska Hinz übergab im Gladenbacher Freizeitbad „Nautilust“ den Bewillingungsbescheid für acht „digitalen Dorflinden“ an Bürgermeister Peter Kremer. Quelle: Michael Tietz

„Öffentliches WLAN trägt maßgeblich zur Attraktivität von öffentlichen Plätzen und Kultureinrichtungen bei. Für die Gladenbacher Schwimmbäder ist das ein richtiger Gewinn“, sagte die Grünen-Politikerin.

900 „digitale Dorflinden“ sind mittlerweile in Hessen entstanden, die meisten davon in Marburg-Biedenkopf. „Für den Landkreis gibt es Zusagen über 190.000 Euro, damit können 195 Hotspots errichtet werden“, erklärte Hinz. Dies zeige deutlich, welchen Stellenwert die Regierung der digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum gebe.

Seit September 2019 sind pro Kommune statt bisher 10 nun 20 Hotspots förderfähig – mit einem Höchstbetrag von 20.000 Euro. Möglicherweise werde Gladenbach die zusätzlichen Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen und weitere öffentliche WLAN-Hotspots schaffen, kündigte Bürgermeister Kremer im Beisein des Ersten Stadtrats Armin Becker und von Parlamentschef Roland Petri (beide SPD) an.

Von Michael Tietz