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Hinterland Gladenbach driftet ins Minus ab
Landkreis Hinterland Gladenbach driftet ins Minus ab
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00:00 22.01.2021
Geld ist mal wieder knapp in Gladenbach. Die Stadt plant in diesem Jahr ein Minus von 2,2 Millionen Euro ein.
Geld ist mal wieder knapp in Gladenbach. Die Stadt plant in diesem Jahr ein Minus von 2,2 Millionen Euro ein. Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Gladenbach

Das Corona-Virus macht es möglich: Erstmals in der Geschichte der Stadt präsentierte der Kämmerer der Stadtverordnetenversammlung den Entwurf des Haushaltsplanes nicht persönlich, sondern per Videoübertragung. Die Stadtverordneten waren auch erstmals nur in einer Rumpfbesetzung zugegen, nämlich in Form der Mitgliederzahl des Haupt- und Finanzausschusses. Ursächlich hierfür ist die Infektion eines Magistratsmitgliedes mit dem Corona-Virus, woraufhin zum Beispiel auch der Bürgermeister die Quarantäne einhalten muss. Infolgedessen sagte Vorsteher Roland Petri die Stadtverordnetenversammlung ab, die Entscheidungsbefugnis übernimmt nun der Hauptausschuss.

Dessen Mitgliedern präsentierte Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) hauptsächlich negative Zahlen. Um rund 2,2 Millionen Euro übersteigen laut Kalkulation in diesem Jahr die Ausgaben die Einnahmen der Stadt.

Bei den 2,2 Millionen Euro lassen vor allem die staatlichen Verpflichtungen zur Kinderbetreuung sowie der Einnahmeausfall des Spaßbades Nautilust, das wegen der Corona-Pandemie geschlossen blieb, den Haushaltsplan 2021 der Stadt Gladenbach tief ins Minus rutschen.

Bei der Gesamtsumme entfallen allein eine Millionen Euro auf Zuschüsse an die Träger der Kindertagesstätten – wegen neuer Gruppen und geänderter Betreuungszahlen sowie höherer Betriebskosten. Weitere 300 000 Euro legt Gladenbach für die stadteigene Gesellschaft Energie und Bäder (SEB) hin, hauptsächlich wegen der Schließung der Bäder während der Corona-Pandemie. Hinzu kommen noch die Löhne für zwei neue Mitarbeiter im Rathaus sowie die tarifliche Erhöhung der Löhne.

Stadt investiert Millionen in die Kinderbetreuung

Die gute Nachricht: Aufgrund der Corona-Pandemie sind auch die gesetzlichen Vorgaben in den Jahren 2020 bis 2022 aufgeweicht. So können die Hebesätze für die Gewerbesteuer bei 400 Punkten und für die Grundsteuer A und B bei 350 beziehungsweise 475 Punkten verbleiben. Allerdings kann sich das künftig ändern, wenn die Einnahmen sich nicht erhöhen, fügte Kremer an. Negativ fällt auch der Finanzhaushalt, also die Tätigkeit der Verwaltung, aus. Hier steht ein Minus von rund 1,6 Millionen Euro zu Buche.

Die größten Kostenträger der Stadt sind die Kindergärten mit einem Zuschussbedarf von 3,9 Millionen Euro. Bei den freiwilligen Leistungen sind es die SEB mit rund 1,9 Millionen Euro an Zuschüssen sowie die Dorfgemeinschaftshäuser mit rund 384 000 Euro. Beim Steueraufkommen rechnet Kremer mit Einnahmen von rund 13,4 Millionen Euro, was rund 550 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr wären und immer noch rund 400 000 mehr als 2019 vor der Corona-Pandemie.

Dagegen dürften sich die staatlichen Zuwendungen kaum verändern. 9,6 Millionen sind hierbei eingeplant. Dennoch wird Gladenbach investieren. Vorgesehen sind unter anderem 650 000 Euro für den Umbau des Busbahnhofes, 200 000 Euro für Kindergärten direkt sowie noch mal für Übergangslösungen und 4,3 Millionen als Verpflichtungsermächtigung für Bauprojekte wie den Umbau des ehemaligen Bahnhofsgebäudes, rund 400 000 Euro für die Feuerwehren, und 179 000 für das Sanieren von Straßen. 720 000 Euro sind für den Umbau von Bushaltestellen zur Barrierefreiheit und 900 000 Euro für das Sanieren der Allnamauer vorgesehen.

Von Gianfranco Fain

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