Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland "Nautilust" wird rausgeputzt
Landkreis Hinterland "Nautilust" wird rausgeputzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 26.09.2019
Die Grundreinigung im Gladenbacher Freizeitbad ist am 26. September erledigt.  Quelle: Sascha Valentin
Gladenbach

Noch bis einschließlich morgen bleibt das Gladenbacher Freizeitbad aufgrund von Revisionsarbeiten geschlossen. „Das ist ein typischer Prozess, den wir jedes Jahr einmal durchlaufen“, erklärte Günter Euler, Geschäftsführer des Betriebs Stadtmarketing-Energie-Bäder (SEB). Zehn Tage bleibt das Bad deshalb geschlossen.

„Bis zu 180.000 Badegäste im Jahr hinterlassen ihre Spuren – auch wenn man das vielleicht auf den ersten Blick gar nicht sieht“, betont Euler. Die Haare, die die Schwimmer in den Becken verlieren und die sich in den Abflüssen und Filtern ansammeln, sind nur ein Beispiel dafür. „Teilweise müssen die einzeln rausgezogen werden, weil sie sich in den Filtern verheddern“, erklärt Euler. Auch das Ausbessern der Fugen oder der Beleuchtung in den Becken ist nur möglich, wenn das Wasser abgelassen wird, ergänzt Enrico Cechol, Leiter des Badebetriebs im „Nautilust“.

800.000 Liter Wasser werden abgelassen

„800.000 Liter lässt man ja nicht mal eben ab und füllt sie wieder auf“, verdeutlicht er den Aufwand, der hinter den Revisionsarbeiten steckt. Dass diese Arbeiten nötig sind, zeigen nicht zuletzt die losen Silikonstreifen in den Beckenfugen. „Das Silikon löst sich natürlich mit der Zeit und muss erneuert werden“, erläutert Cechol.

Rund 20 Tuben der Dichtungsmasse gehen allein für die Reparaturen im großen Becken drauf. Auch aus den Außenbecken, die komplett aus Edelstahl geformt sind, wurde das Wasser abgelassen. „Einmal im Jahr muss der Stahl gebeizt werden, damit er sauber bleibt“, sagt Cechol. Anschließend werden die Becken dann auch gleich winterfest gemacht.

Neben zwei Dutzend Mitarbeitern aus dem eigenen Betrieb, die während der Revisionswoche fleißig Scheiben putzen und Becken schrubben, sind rund 40 Fachfirmen im „Nautilust“ im Einsatz. In dieser Zeit wird auch die Technik generalüberholt. „Jeder Wasserhahn wird überprüft, alle Filter geöffnet und kontrolliert, kaputte­ Fliesen ausgetauscht und die komplette Elektrik inspiziert“, erklärt Cechol.

Sauna erhält eine
 Eventbeleuchtung

Auch das Auffüllen des Marmorkiesturms gehört zu den jährlichen Aufgaben. Dieser dient dazu, die im Betrieb entstehende Salzsäure zu binden und zu neutralisieren. Dass die Arbeiten ausgerechnet jetzt durchgeführt werden, wenn die Temperaturen sinken und wieder mehr Menschen mit dem Gedanken spielen, in die Sauna oder das Schwimmbad zu gehen, hat auch einen Grund.

„Normalerweise müssten wir die Arbeiten kurz vor Weihnachten durchführen – dann ist am wenigsten los im Bad“, erzählt Cechol. Nur könnten einige der Arbeiten nicht bei niedrigen Temperaturen ausgeführt werden. Deswegen habe man sich dazu entschlossen, die Revision immer kurz vor den Herbstferien durchzuführen. In diesem Jahr kommt erschwerend hinzu, dass nach zehn Jahren Betrieb auch der Saunabereich erneuert wird.

So wird die Decke in der Aufgusssauna etwa um 20 Zentimeter höher gelegt und die Rückwand um den Ofen mit Steinen verkleidet. Zudem erhält die Sauna eine Eventbeleuchtung mit verschiedenen­ Farben, die an die jeweiligen Aufgusszeremonien angepasst werden kann. Und im Sauna­garten wird der Fischteich grundgereinigt, wobei einige Tonnen Schlamm entfernt werden, wie Cechol sagt. „Hinter ­alledem steckt ein gewaltiger organisatorischer Aufwand“, betont Günter 
Euler.   

 von Sascha Valentin