Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Geständiger Dieb bleibt im Gefängnis
Landkreis Hinterland Geständiger Dieb bleibt im Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 27.05.2019
Vor dem Marburger Amtsgericht wurde ein Biedenkopfer zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er in drei Monaten mehr als 20 Straftaten begangen hatte. Quelle: Thorsten Richter
Biedenkopf

Bereits am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte sämtliche Vorwürfe gestanden. Zwischen Ende 2017 und Anfang 2018 hatte er am Marburger Hauptbahnhof mit einer Bierflasche nach einer jungen Frau geworfen. In seiner Biedenkopfer Wohnung hatte er mehrere Gegenstände aus dem Fenster geschmissen und so mehrere Fahrzeuge beschädigt.

Auch hatte der Mann einen versuchten Taschen- und 15 Ladendiebstähle zugegeben. Die Beute reichte von einem Bilderrahmen im Wert von 1,89 Euro bis hin zu hochwertigen Elektronikartikeln im Wert von mehreren 100 Euro.

Staatsanwalt Dennis Bodenbenner sah die Tatsache, dass der Mann in zehn Fällen eine Schere oder ein beziehungsweise mehrere Messer dabeihatte,­ als strafverschärfenden Fall an. Auch wenn der Angeklagte angab, diese nur zum Entfernen von Sicherungsetiketten dabeigehabt zu haben. Bodenbenner forderte zweieinhalb Jahre Haft.

Das Gericht unter Vorsitz von Dominik Best folgte der Argumentation von Verteidiger Stefan Adler, der zwar grundsätzlich Bodenbenners Plädoyer folgte, aber darum bat, den besonderen Umständen im Leben seines Mandanten zum Tatzeitpunkt Rechnung zu tragen. „Es war etwas Episodenhaftes“, hob der Rechtsanwalt hervor. Der Syrer habe seine Erwartungen an Deutschland nicht erfüllt gesehen und auch keinen Anschluss gefunden. Aus diesem Grund habe er seinerzeit bereits in sein Heimatland zurück gewollt, was mangels Papieren aber gescheitert sei. Hinzu kamen Alkoholprobleme.

„Und in dieser Phase hat er ­alle Straftaten in kurzer Zeit begangen“, sagte Adler, auch weitere, für die er bereits verurteilt wurde. Zudem verwies der ­Anwalt darauf, dass sein Mandat bereits länger vor seiner Verhaftung keine Straftaten mehr ­begangen habe. Dem Antrag auf „Straffung der Gesamtstrafe“ folgte das Gericht, zumal es laut Best „auch eine überschaubare ­Deliktschwere war“. Das Urteil ist rechtskräftig.

von Heiko Krause