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Hinterland 30-Jähriger vernachlässigt Hunde
Landkreis Hinterland 30-Jähriger vernachlässigt Hunde
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12:57 17.01.2021
Laut Gerichtsurteil hat sich ein Mann aus Dautphetal nicht ausreichend um seine Huskys gekümmert.
Laut Gerichtsurteil hat sich ein Mann aus Dautphetal nicht ausreichend um seine Huskys gekümmert. Quelle: Jens Kalaene/dpa/Themenfoto
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Biedenkopf

Weil er sich über mehrere Wochen nur unzureichend um seine Huskyhündin und deren Welpen gekümmert hat, ist ein 30-jähriger Dautphetaler vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro wegen Tierquälerei verurteilt worden.

Den äußerst schlechten Zustand der Hunde gab der Mann in der Verhandlung auch zu und ebenso, dass ihm die Situation zunehmend „über den Kopf gewachsen“ sei.

Doch wies er auch auf seine persönlichen Umstände hin, die im Mai und Juni vergangenen Jahres zu der Vernachlässigung der Tiere geführt haben. Anfang des Jahres habe er mehrere Monate unter Depressionen gelitten, weswegen er auch nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei. Hinzu sei gekommen, dass es seit Ende 2019 in der Ehe gekriselt habe.

Als er dann nur wenige Wochen, nachdem die Hündin geworfen hatte, ins Krankenhaus kam, „konnte ich mich gar nicht mehr um die Hunde kümmern“, erzählte der Angeklagte. Über den Zustand der Hunde, nachdem er nach einer Woche wieder aus dem Krankenhaus nach Hause kam, sei er selbst erschrocken gewesen, gab er zu.

Ehefrau widerspricht Angeklagtem

Richterin Maja Schlenzig bezweifelte jedoch, dass sich der durch Bilder der Polizei belegte Gesundheitszustand vor allem der Hündin innerhalb nur einer Woche derart verschlechtert haben soll. Das Tier litt unter Mangelernährung, eitrigen Infektionen und offenen Hautstellen, Haarausfall sowie Milbenbefall.

Der Angeklagte blieb jedoch bei seiner Darstellung, dass die Hunde vor seinem Krankenhausaufenthalt gesundheitlich noch weitgehend in Ordnung gewesen seien. Seine Frau, von der er heute getrennt lebt, berichtete: Auch davor sei der Zustand der Hunde zwar noch nicht derart schlecht, aber zumindest doch besorgniserregend gewesen. Sie habe ihren Mann mehrfach gebeten, einen Tierarzt zurate zu ziehen, betonte die Frau, was ihr Mann jedoch immer wieder abgelehnt habe, weil er es selbst schaffen wollte, die Hunde wieder aufzupäppeln.

Der Angeklagte begründete dies mit der Scham, was in der Öffentlichkeit über ihn gedacht und geredet werde, wenn er sich nicht richtig um seine Hunde kümmern könne. Die Staatsanwaltschaft sah ihre Anklage gegen den Mann bestätigt und forderte eine Geldstrafe in Höhe von 4.800 Euro.

Richterin trifft Mitte beider Anträge

Der Strafbefehl gegen die Ehefrau, die ebenfalls mit angeklagt war, wurde hingegen fallen gelassen. Sie habe sich zwar moralisch schuldig gemacht, den Tieren auch gegen den Willen ihres Mannes nicht geholfen zu haben, jedoch nicht rechtlich, weil ihr Mann alleiniger Besitzer der Tiere war.

Der Anwalt des Angeklagten stufte die Forderung der Staatsanwaltschaft als überzogen ein. Die Lebensumstände des Mannes berücksichtigend plädierte er für eine Geldstrafe in Höhe von höchstens 2.400 Euro. Richterin Schlenzig entschied sich für die Mitte zwischen beiden Forderungen und verhängte zudem für die nächsten drei Jahre ein Hundehalteverbot gegen den Mann.

Von Sascha Valentin