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Hinterland Gemeindevertreter öffnen Wege
Landkreis Hinterland Gemeindevertreter öffnen Wege
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17:58 16.06.2021
Mit dem Beschluss der Gemeindevertreter zur erneuten Offenlage des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes kommt die Familie Yilmaz dem Erweitern des am Kurpark gelegenen Hotels Heckenmühle näher.
Mit dem Beschluss der Gemeindevertreter zur erneuten Offenlage des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes kommt die Familie Yilmaz dem Erweitern des am Kurpark gelegenen Hotels Heckenmühle näher. Quelle: Gianfranco Fain
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Bad Endbach

Am Montagabend bereiteten die Bad Endbacher Gemeindevertreter die Wege für einige Projekte in dem Kurort. Zwei Zustimmungen, die sich recht bald auswirken werden, sind diejenigen für das Sanieren von zwei Straßen. Insgesamt 345 000 Euro an Mehrausgaben bewilligten die Kommunalpolitiker einstimmig für das Sanieren der Bischoffer Straße in Günterod sowie der Flurstraße in Bottenhorn.

Mit ihrem Beschluss ermöglichen die Gemeindevertreter die Auftragsvergabe nach den vorliegenden Angeboten, deren Gültigkeit am 17. Juni abläuft. Aufgrund der Preisentwicklung bei Baustoffen wäre mit einem weiteren Kostenanstieg zu rechnen.

Roboter kommt zum Einsatz

Dabei wird das Sanieren jetzt schon teurer als ursprünglich angenommen, nämlich für die Bischoffer Straße um 145 000 auf 770 000 Euro und um 200 000 auf 765 000 Euro für die Flurstraße. Ursächlich für das Verteuern sind, das erklärten Vertreter der Planungsbüros während der Sitzung des Bauausschusses (OP berichtete), die Arbeiten an den Kanälen und Wasserleitungen. Auf rund 230 Metern der Bischoffer Straße in Günterod wird die Hauptwasserleitung komplett erneuert, im fünf Meter unter der Oberfläche liegenden Kanal zieht ein Roboter ein neues Rohrprofil ein, sodass dieser nicht mehr einbrechen kann. In Bottenhorn liegt der Kanal auf den rund 200 Metern der Flurstraße nur in 1,5 Metern Tiefe, weshalb der Untergrund ausgeschachtet und ein neuer Kanal gebaut wird.

Die Gemeindevertreter ebneten auch den Weg für das Erweitern des Hotels Heckenmühle. Wie es sich im Bauausschuss bereits andeutete, ging die Vorlage des Gemeindevorstands zur erneuten Offenlage des Flächennutzungsplanes und auch des Bebauungsplanes allerdings nicht glatt durch.

Jeweils einen von der CDU-Fraktion eingebrachten Änderungsantrag brachten die Christdemokraten und die FWG mit 12 Jastimmen bei 6 Enthaltungen aus den Reihen der SPD durch. Somit werden die beiden Pläne zwar erneut öffentlich zur Einsicht ausgelegt, damit sie Rechtskraft erlangen können, zur darin formulierten Wandlung in ein allgemeines Wohngebiet soll es aber nicht kommen.

Der Änderungsantrag zielt darauf ab, dass die betreffende Zone Kur- und Sondergebiet bleibt. Schon im Bauausschuss gab es deswegen rege Diskussionen, bevor es eine mehrheitliche Annahmeempfehlung gab, die das Beibehalten des derzeitigen Status vorsieht. Die beabsichtigte Umwandlung begründete der Gemeindevorstand mit Lärmwerten, die vom KSF-Zentrum ausgingen und über dem erlaubten Maß lagen.

Bleibt die erneute Offenlage des Flächen- und Bebauungsplanes erneut ohne Beanstandungen, könnte die Familie Yilmaz das kleine Landhotel Heckenmühle erweitern und dies im geringeren Ausmaß, als es bei der ersten Offenlage der Pläne beabsichtigt war.

Nun möchte die Familie Yilmaz die Kapazität des Hotels nur noch um 20 Betten erweitern und dies möglichst, ohne große Eingriffe in die Natur zu verursachen.

Der Anbau soll zudem einen Mehrzweckraum enthalten, der als Speise- oder Veranstaltungssaal für Hotel- und Tagesgäste genutzt werden kann. Auch ein Parkplatz ist vorgesehen. Zudem ist die Option noch offen, zwischen dem KSF und der Lahn-Dill-Bergland-Therme einen weiteren Hotelbau zu errichten.

Von Gianfranco Fain