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Hinterland Halten von Hunden in Lohra wird teurer
Landkreis Hinterland Halten von Hunden in Lohra wird teurer
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00:21 18.11.2018
Wer in Lohra Hunde hält, muss ab dem nächsten Januar mehr an Steuer für seine Vierbeiner entrichten. Das beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung. Quelle: Archiv
Lohra

Beschlussreif war die Erhöhung der Hundesteuer schon im November des vorigen Jahres. Schon damals kritisierten einige Gemeindevertreter die vom Gemeindevorstand vorgeschlagene Höhe der Verteuerung. Doch zur Abstimmung kam es nicht, da im Zuge des Unmuts über die Verschmutzung von Bürgersteigen und anderen öffentlichen Flächen ­sowie Wegen durch Hundekot, erst die Einführung einer Sanktionsmöglichkeit zu prüfen war. Solange wurde die Erhöhung ausgesetzt, bei einem positiven Ausgang der Abwägung stand sogar der Verzicht auf die Hundesteuer als Idee im Raum.

Aufgrund des Prüfergebnisses setzten die Gemeindevertreter aber die Einführung einer DNA-Datei für Hunde im August vorerst aus (die OP berichtete). Folglich kam der erste Nachtrag zur Hundesteuersatzung der Gemeinde Lohra erneut in die Gemeindevertretung.

Stärkste Erhöhung für Halter "gefährlicher" Hunde

Bevor die Kommunalpolitiker­ dem Vorschlag des Gemeinde­vorstands mehrheitlich zustimmten, entwickelte sich am Donnerstag erneut eine Debatte über die künftige Höhe der Steuersätze. Denn statt bisher 72 Euro sollen für den ersten Hund 84 Euro zu zahlen sein, für das zweite Tier werden 96 statt 84 Euro fällig und der dritte sowie jeder weitere Vierbeiner soll 132 statt 108 Euro an Hundesteuer kosten. Wer ­einen als gefährlich eingestuften Hund besitzt, zahlt ab dem 1. Januar gar 900 statt bisher 624 Euro.

Zuviel fanden unter anderem Sozialdemokrat Markus Hemberger und der Grünen-Vertreter Jan Klefenz. Er findet, dass mit der Diskussion um die DNA-Datenbank schon ein „guter Effekt“ erzielt wurde, da die Sammelbereitschaft der Hundehalter enorm anstieg (die OP berichtete). Um zu bewerten, ob eine Steuererhöhung überhaupt erforderlich ist, beantragte er ­eine Beschlussvertagung, bis ­eine Übersicht über alle Steuereinnahmen der Gemeinde vorliegt. Zwar vermisst auch Sozialdemokrat Armin Habermann eine Begründung des Gemeindevorstands für die Steuererhöhung, dennoch lehnten die ­Gemeindevertreter Klefenz‘ Antrag ab.

Günstigere Beitragssätze für Senioren gefordert

Auch Hemberger hatte mit seinem Statement letztlich keinen Erfolg. Die Erhöhung sei die logische Folge der gescheiterten DNA-Idee, aber mit 20 Prozent doch recht hoch, findet der Kirchverser. Hunde seien oftmals die einzigen Freunde alter Menschen und die einzigen Haustiere, deren Haltung besteuert werde. Er sprach den Wunsch von günstigeren Beitragssätzen für Senioren aus und dafür, die Mehreinnahmen zum Aufstellen weiterer Doggie-Stationen zu nutzen.

Bürgermeister Georg Gaul ­bemerkte dazu, dass die kommunalen Steuern allgemeine Deckungsmittel für den Haushalt sind. „Da könnte auch Grundsteuer stehen“, fügte Werner Waßmuth an. Zu Hemberger gerichtet sagte er, dass man sicherlich in Prozent argumentieren könne, „aber hier geht es um einen Euro im Monat“, relativierte der CDU-Fraktionsvorsitzende die Zahlen.
Am Ende der Diskussion stimmten 17 Gemeindevertreter für die Steuererhöhung, 5 waren dagegen und 3 enthielten sich der Stimme.

von Gianfranco Fain