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Hinterland Geldstrafe nach Ohrfeige
Landkreis Hinterland Geldstrafe nach Ohrfeige
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13:00 07.11.2021
66-Jähriger zeigte sich vor Gericht nach häuslicher Gewalt einsichtig.
66-Jähriger zeigte sich vor Gericht nach häuslicher Gewalt einsichtig. Quelle: Themenfoto: Maurizio Gambarini
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Biedenkopf

Nicht immer gehen Streitigkeiten unter Eheleuten glimpflich aus. Manchmal passiert im Affekt mehr, als den Beteiligten lieb ist. So auch im Fall eines Rentnerehepaars, das am Biedenkopfer Amtsgericht vorstellig werden musste.

Die Partner hatten sich am 1. Juni 2021 um eine belanglose Sache gestritten. Der Konflikt wurde zunächst verbal ausgetragen. „Wir diskutierten, wurden lauter“, bezeugte der Angeklagte. Dann sei ihm die Hand ausgerutscht, als er seine Frau abwehren wollte. „Ich wollte das nicht. Alles ging so schnell“, gab der 66-jährige Ehemann zu Protokoll. Der Beschuldigte traf seine Gattin mit der Hand am Kopf. Diese geriet ins Taumeln und blieb mit ihrem Fuß an einem Tischbein hängen. Sie stolperte und stürzte rückwärts mit dem Hinterkopf gegen einen Ofen. Dabei zog sich das Opfer mehrere Prellungen im Bereich des Rückens und des Beckens zu. Auf die Tat folgte eine kurzfristige Trennung der Eheleute, die der Angeklagte für eine Reise nutzte. Während dieser Zeit erkrankte die Frau. Der Senior kehrte zu ihr zurück.

Beide fanden wieder zueinander und verbringen ihr Leben wieder gemeinsam. „Es tut mir wirklich leid. Ich habe einen Fehler gemacht und dafür muss ich jetzt auch gerade stehen“, sagte der Rentner. Da der Angeklagte die Tat einräumte und sich reumütig zeigte, wird er mit einer Geldbuße bestraft. Es sei zu begrüßen, dass Täter und Opfer wieder zueinandergefunden hätten. Trotzdem stünde nach wie vor eine Körperverletzung im Raum. Diese müsse entsprechend bestraft werden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Aufgrund seiner sozialen und finanziellen Situation wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe über 30 Tagessätze, zu je 13 Euro, verurteilt. Positiv wirkte sich für den Angeklagten aus, dass er sich um seine erkrankte Frau kümmert und dass er noch nicht vorbestraft sei. Richter Leo Raab bekräftigte, dass der Angeklagte mit einem blauen Auge davon gekommen sei. Sollte er erneut wegen eines solche Vorfalls vor Gericht stehen, würde die Sache nicht so günstig für den Täter ausgehen. „Häusliche Gewalt ist nach wie vor ein großes Problem, das in allen sozialen Schichten und in jeder Altersgruppe anzutreffen ist. Das dürfen wir nicht dulden“, sagte der Richter.

Von Patrick Stein