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Hinterland Geld liegt auf der Bank
Landkreis Hinterland Geld liegt auf der Bank
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00:16 27.03.2019
Auf einer Sitzbank vor der VR-Filiale in Breidenbach hat ein zwölfjähriges Mädchen einen Geldbeutel mit fast 2 800 Euro gefunden. Die Zwölfjährige verständigte ihre Mutter, die wiederum die Polizei anrief. Happy End: Das Geld ist zurück bei der rechtmäßigen Eigentümerin.  Quelle: Mark Adel
Breidenbach

Diesen Tag wird Ayah wohl nicht so schnell vergessen. So viel Geld hat sie vorher noch nie gesehen. Und es liegt buchstäblich auf der Straße, genauer gesagt auf der Hauptstraße. Oder ganz exakt: auf einer Ruhebank vor der VR-Bank-Filiale in Breidenbach.

Das zwölfjährige Mädchen kommt vom Einkaufen, als ihr ein schwarzer Lederbeutel auffällt. Neugierig schaut sie hinein. Sie findet einen Schlüssel und ein dickes Bündel Geldscheine. ­Ayah (Privatfoto) weiß, dass das eine ganze Menge Geld ist.

Die fragt Passanten, ob ­ihnen der schwarze Beutel gehört, doch sie hat keinen Erfolg. Was also tun mit dem wertvollen Fund?

Das Mädchen nimmt Schlüssel und Geldbeutel mit nach Hause und informiert ihre Mutter. Die wiederum zögert nicht und verständigt sofort die Polizei.

Zugetragen hat sich dies am Montagnachmittag vergangener Woche. Auch die beiden Beamten, die das Geld abholen, versuchen zunächst erfolglos, den Besitzer über das Geldinstitut zu ermitteln. Doch offenbar hat dort noch niemand den Verlust gemeldet.

Schließlich bringen die Polizisten Scheine und Schlüssel zum Fundbüro in der Gemeindeverwaltung. Dort klärt sich dann doch recht schnell, zu wem das Geld gehört. „Die Überprüfung einer nahegelegenen Bar ergab schließlich, dass eine Mitarbeiterin die Tasche verloren hatte“, berichtete Hauptkommissar Martin Ahlich.

Diese Frau kann Schlüssel und Geldbeutel genau beschreiben und so beweisen, dass sie die Besitzerin ist. Glücklich nimmt sie beides in Empfang.

Martin Ahlich lobt die Ehrlichkeit der jungen Finderin. Fast 2 760 Euro seien eine Menge Geld. Dass jemand das Geld abgibt, klingt selbstverständlich, sei es aber nicht, findet der Polizeibeamte: „Wer so viel Geld findet und direkt die Polizei informiert, verdient alle Wertschätzung“, sagt Ahlich.

Ähnlich sieht es Michael Völker vom Ordnungsamt der Gemeinde. „Ich finde das mehr als lobenswert.“ Ihm ist kein Fall in Breidenbach bekannt, bei dem schon mal Geld in dieser Größenordnung gefunden und abgegeben wurde.

Völker hat den Kontakt zwischen den Beteiligten hergestellt. Die Frau, die das Geld verloren hatte, „hat sich bei der Finderin sehr herzlich bedankt“, und man habe sich auch erkenntlich gezeigt.

Die Familie des Mädchens sei anfangs sehr zaghaft gewesen: „Die wollten zunächst nichts annehmen“, berichtet Völker. „Für die war das völlig normal.“

 von Mark Adel