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Hinterland Geköpfte Katze gibt Rätsel auf
Landkreis Hinterland Geköpfte Katze gibt Rätsel auf
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16:00 21.12.2021
Die Polizei nimmt Hinweise zum Katzenmord von Breidenbach entgegen. 
Die Polizei nimmt Hinweise zum Katzenmord von Breidenbach entgegen.  Quelle: Thorsten Richter
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Breidenbach

Warum musste Schneewittchen sterben? Diese Frage stellen sich Marina Achenbach und ihre Familie seit mehr als einer Woche. Ihre Katze wurde auf dem Buderus-Parkplatz gefunden, der Kopf fehlte. Alles deutet darauf hin, dass sie woanders getötet und auf dem Platz abgelegt wurde.

Schneewittchen war erst sieben Monate alt. Im Mai kam sie zur Welt, lebte seitdem mit ihrer Katzenfamilie auf dem Bauernhof der Achenbachs. Morgens und abends bekommen die Katzen ihr Futter, die Nacht können sie im Keller verbringen, tagsüber streunen sie durch die Umgebung – wie es Katzen am liebsten haben.

Am Donnerstagabend, 9. Dezember, hat Achenbach Schneewittchen zum letzten Mal gesehen. Am nächsten Morgen kam das Kätzchen nicht mehr zum Füttern. „Wir haben uns erstmal keine Gedanken gemacht“, sagt Achenbach. Schließlich sei es nicht ungewöhnlich, dass eine Katze länger wegbleibt. Als sie auch am Freitag verschwunden blieb, fragte die Familie bei Nachbarn nach, ohne Ergebnis.

Doch dann stießen sie im sozialen Netzwerk Facebook auf eine Meldung, dass am Freitag, 10. Dezember, eine geköpfte Katze gefunden wurde – ganz in der Nähe des Hofs. „Ich habe dann bei der Polizei angerufen.“

„Kein schöner Anblick“

Die Beschreibung passte, insbesondere Schneewittchens besonderes Merkmal, die weiße Schwanzspitze. „Ich fragte, ob ich sie sehen kann, aber der Beamte riet davon ab. Es sei kein schöner Anblick.“

Nun rätseln die Achenbachs, warum die junge Katze sterben musste. Dass ein Tier auf der Hauptstraße überfahren wurde, ist ihnen schon passiert. Aber eine mutwillige Tötung, das können sie nicht verstehen. Es gebe keine Hinweise auf einen Unfall oder auf einen Kampf mit anderen Tieren, „und laut der Tierärztin, zu der Schneewittchen gebracht wurde, ist der Kopf mit etwas Spitzem abgeschnitten worden“. Weil es auf dem Parkplatz keine Blutspuren gibt, gehen die Achenbachs und die Polizei davon aus, dass die Katze woanders getötet und dann an der Hauptstraße abgelegt wurde.

Rätselhaft ist auch, wie der Täter Schneewittchen angelockt hat. „Das war keine Katze, die gleich um die Füße gestrichen ist“, sagt Marina Achenbach. Sie und ihre Familie hoffen, dass es doch noch Hinweise gibt. Der Gedanke, dass ein Tiermörder sein Unwesen treibt, bereitet ihnen ein schauriges Gefühl. Vor einigen Wochen soll ein geköpfter Waschbär in der Nähe des alten Bahndamms gefunden worden sein.

Der einzige Trost: Nach Angaben der Tierärztin hat sich Schneewittchen offenbar nicht gewehrt, die Krallen waren nicht ausgefahren. „Offenbar ging es schnell und Schneewittchen musste nicht leiden“, sagt Achenbach.

Hinweise zur Tat, die sich zwischen Donnerstag, 9. Dezember, 16.30 Uhr, und Freitag, 10. Dezember, um 8 Uhr, ereignete, nimmt die Polizei Biedenkopf unter der Telefonnummer 0 64 61 / 9 29 50 entgegen.

Von Mark Adel