Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Gebolze um Weipoltshäuser Bolzplatz
Landkreis Hinterland Gebolze um Weipoltshäuser Bolzplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 14.03.2017
Von einem Bolzplatz wie er im Buche steht, ist die Spielfläche hinterm Dorfgemeinschaftshaus in Weipoltshausen weit entfernt. Das wird sich in naher Zukunft ändern. Foto: Gianfranco Fain
Von einem Bolzplatz wie er im Buche steht, ist die Spielfläche hinterm Dorfgemeinschaftshaus in Weipoltshausen weit entfernt. Das wird sich in naher Zukunft ändern. Quelle: Gianfranco Fain
Anzeige
Weipoltshausen

„Einfach so gewachsen.“ So muss der Bolzplatz hinterm Dorfgemeinschaftshaus in Weipoltshausen­ entstanden sein, denn diese Spielfläche ist nicht im Bebauungsplan vorgesehen. Das ergaben Recherchen in der Gemeindeverwaltung. Dies gab Bürgermeister Georg Gaul auf Nachfrage den Gemeindevertretern während der jüngsten Sitzung bekannt. Harald Rink von der BfB hatte gefragt, ob der Bolzplatz illegal sei oder ein Bebauungsplan existiert.

Anlass war eine Diskussion, bei der die Standpunkte nur so rausgeschossen wurden. Auslöser war ein Antrag der BfB-Fraktion, rund 10.000 Euro im Haushalt 2017 für den Bau eines neuen Bolzplatzes vorzusehen. Das hätte eine Veränderung des Haushalts nach sich gezogen, der dann wegen des veränderten Schuldenstands nicht hätte verabschiedet werden können, vor allem aber, müsse der Bebauungsplan geändert werden, argumentierte der parteilose Bürgermeister. „Wir können nicht von den Bürgern verlangen, sich an die Bebauungspläne zu halten und verstoßen selbst dagegen.“ Der derzeit gültige Bebauungsplan sieht ­eine Rasenfläche und einen Festplatz vor, also ein- bis zweimalige Nutzung im Jahr statt tägliches Gekicke.

Schwald: Verstehe den Druck nicht

Sein Vorschlag, der später von der SPD- und CDU-Fraktion aufgegriffen wurde: Einen ­Begleitbeschluss zum Haushalt 2017 fassen, der den Gemeindevorstand dazu verpflichtet, das Bebauungsplanverfahren für den Bolzplatz einzuleiten, eine Kostenermittlung auf den Weg zu bringen und das nötige Geld im Nachtragshaushalt vorzusehen. Das wiederum erschien der BfB zu langwierig. Weipoltshausen braucht zum Sommer einen Bolzplatz und nicht erst im Winter, sagte zum Beispiel Bernd Willershausen.

Doch Gaul machte klar: Der Begleitbeschluss sei der einfachste Weg. Man verliere keine Zeit, der Bebauungsplan könne­ bis zum Sommer geändert sein, dann könnten die Weipoltshäuser auch schon mit den Eigenleistungen beginnen und die Kostenfrage würde nachträglich mit dem Haushaltsnachtrag „geheilt“.

„Ich verstehe den Druck nicht“, entfuhr es SPD-Fraktionschef Kurt Schwald. „Wir wollen alle das Gleiche. Es kommt doch auf ein halbes Jahr nicht an. Heute Abend geht das Signal an Weipoltshausen raus.“ Nach einer Sitzungsunterbrechung zog die BfB ihren Antrag zurück, die Abstimmung für den Begleitbeschluss fiel einstimmig aus.
Gaul erklärte auf Anfrage der OP, dass schon ein Termin mit Bauamt und Ortsbeirat vereinbart ist, um festzuhalten was gemacht werden soll. Darüber und über die Kosten beschließe dann die Gemeindevertretung.

von Gianfranco Fain