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Hinterland Für bröckelnde Brücke gibt es Ersatz
Landkreis Hinterland Für bröckelnde Brücke gibt es Ersatz
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17:48 16.03.2022
Die alte Holzbrücke für Fußgänger und Zweiradfahrer im Südring in Weidenhausen hat ausgedient – eine neue Konstruktion soll über den Römershäuser Bach gebaut werden.
Die alte Holzbrücke für Fußgänger und Zweiradfahrer im Südring in Weidenhausen hat ausgedient – eine neue Konstruktion soll über den Römershäuser Bach gebaut werden. Quelle: Michael Tietz
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Weidenhausen

In Brücken, Bäche und den Brandschutz soll in den nächsten Jahren in dem Gladenbacher Stadtteil investiert werden. Das wird beim Blick in den städtischen Haushaltsplan deutlich. Mit dem 527 Seiten umfassenden Werk beschäftigte sich nun der Ortsbeirat. Der verzichtete auf eine Abstimmung und nahm die angestrebten Ausgaben für den 2 517 Einwohner zählenden Stadtteil lediglich zur Kenntnis.

Anlass für größere Diskussionen oder Kritik lieferten die Zahlen allerdings nicht. „Aus Weidenhäuser Sicht spricht nichts gegen diesen Haushalt“, merkte Ortsvorsteher Markus Wege an.

Die größte Investition in diesem Jahr plant die Stadt für die Feuerwehr: 380.000 Euro sind für ein neues Löschfahrzeug vorgesehen. Im Gegenzug erwartet die Kommune einen Zuschuss in Höhe von 60.000 Euro.

Ausgedient hat wohl bald die alte Holzbrücke für Fußgänger und Zweiradfahrer im Südring, die über den Römershäuser Bach führt. Für den Ersatz sind 15.000 Euro eingeplant. An Sach- und Repräsentationsmitteln stehen dem Weidenhäuser Ortsbeirat in diesem Jahr insgesamt 2407 Euro zur Verfügung.

Ein Teil des Geldes soll in eine Fahrrad-Servicestation fließen. Diese kann Radlern ein nützlicher Helfer bei ihren Touren sein. Für kleinere Reparaturen stehen an Stahlseilen befestigte Werkzeuge zur Verfügung, eine Luftpumpe ist ebenfalls integriert. Der Ortsbeirat will während seiner nächsten Sitzung am 25. April ein geeignetes Modell auswählen und dann die Bestellung auf den Weg bringen.

Nicht benötigt werden dagegen die 20.000 Euro, die im Etat derzeit noch für den Bau der Boule-Bahn am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) angesetzt sind. Die Arbeiten übernimmt ein Weidenhäuser Bauunternehmen, das Geld für die Materialkosten steuert der Ortsbeirat aus seinem Budget bei. „Die Finanzierung steht, die Stadt muss lediglich den Erdaushub abholen und entsorgen“, erklärte Wege. Die Boule-Bahn soll ebenso wie der renovierte Jugendraum im Keller des DGH während des Dorffestes am 21. und 22. Mai eingeweiht werden.

Ausleihe der Lastenräder läuft über Ortsvorsteher

Der städtische Zuschuss für den evangelischen Kindergarten und die Waldgruppe beträgt in diesem Jahr rund 317.000 Euro, ähnlich wie 2021. Verbucht ist im Haushaltsplan außerdem der Bundeszuschuss für die Modernisierung des Freibads. Dieser beträgt 457.380 Euro und soll in vier Raten bis 2025 auf dem Stadtkonto eingehen.

In der mittelfristigen Finanzplanung taucht der für 2023 angesetzte Ausbau des Siedlerwegs auf. Die Stadt kalkuliert mit Ausgaben in Höhe von knapp 352.000 Euro. Davon sollen die Anlieger 65 Prozent (229.000 Euro) tragen.

Um die Sohlabstürze in der Salzböde zu beseitigen, will die Stadt im kommenden Jahr 200.000 Euro aufbringen. Insgesamt 350 000 Euro sind für die Sanierung der Uferwände am Römershäuser Bach veranschlagt. Das Bauvorhaben ist für 2023 und 2024 terminiert. Der Kauf eines Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr (35.000 Euro) steht ebenfalls in zwei Jahren an.

Der Ortsbeirat geht eine Kooperation mit dem Marburger Verein „Freie Räder“ ein. Der hat fünf neue Lastenräder mit Elektroantrieb erhalten. Diese kommen zunächst in Stausebach, Schwabendorf, Wolfshausen, Ebsdorfergrund und Weidenhausen zum Einsatz. Wege rechnet damit, dass in zwei bis drei Wochen die Verleihstation am DGH eingerichtet werden kann. Mindestens drei Monate wird die Alternative zum Auto dann zur Verfügung stehen. Auf der Ladefläche des E-Bikes können bis zu 120 Kilo transportiert werden. Mithilfe der Anhängerkupplung zieht es Lasten von bis zu 200 Kilogramm.

Wer das Lastenrad einen bis maximal drei Tage nutzen möchte, muss einen Termin mit dem Ortsvorsteher vereinbaren – per E-Mail oder während seiner Sprechstunde montags von 18.30 bis 19.30 Uhr im DGH. Wege will die Aktion mit Infozetteln sowie auf der Homepage der Stadt bewerben. Dazu wird es einen QR-Code geben, über den dann schnell alle wichtigen Informationen zum Ausleihen des Rades abrufbar sind.

Für die Nutzer entstehen keine Kosten, Spenden sind allerdings willkommen. „Wir suchen noch Paten, die den Ortsbeirat beim Verleih des Lastenrades unterstützen“, erklärte Wege. Sollten einmal größere Reparaturen nötig sein, übernimmt dies der Verein „Freie Räder“. Über Nacht wird das Gefährt sicher im DGH verstaut. Dort können die Akkus geladen werden.

„Ich bin gespannt, wie es angenommen wird. Wenn es gut läuft, sollten wir es uns überlegen, selbst ein Rad anzuschaffen“, sagte der Ortsvorsteher: Im nächsten Jahr könnte ein Zuschuss beim Verein Lahn-Dill-Bergland beantragt werden. Der würde aus seinem Regionalbudget 80 Prozent der Kosten für ein Lastenrad übernehmen. Den Rest müsste die Stadt oder ein Verein beisteuern.

Von Michael Tietz