Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Für 225 000 Euro wird Bad auf Vordermann gebracht
Landkreis Hinterland Für 225 000 Euro wird Bad auf Vordermann gebracht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:58 12.06.2020
Reinhard Biberger lehrt Kinder in Buchenau das Schwimmen. Quelle: Archivfoto: Sascha Valentin
Anzeige
Buchenau

In diesem speziellen Fall jedoch nicht wegen Corona, sondern aufgrund der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, die dort bereits seit Mitte Mai laufen.

Rund 225 000 Euro sind für die energetische Sanierung und Modernisierung veranschlagt. Der größte Anteil entfällt dabei auf die Deckendämmung, bei der einiges im Argen gelegen habe, wie Karl-Heinz Grebe, Vorsitzender des Hallenbadvereins, betont. Der Energieverbrauch des Bades war enorm. Pro Jahr schlagen in Buchenau allein rund 35 000 Euro für Strom und Heizung zu Buche. „Das Haus stammt eben noch aus der Mitte der 70er-Jahre. Da waren die Energiekosten noch so gering, dass man sich bei der Bauweise noch keine Gedanken darum gemacht hat“, sagt Grebe. Diese Sünden der Vergangenheit treten nun, da die Abdeckung der Decke abgehängt ist, erst richtig zu Tage.

Anzeige

„Die Außenverkleidung des Schwimmbades war lediglich angehängt“, zeigt Grebe. Deswegen klafft zwischen der Fassadenverkleidung und dem Baukörper ein dicker Spalt, der mit bloßem Auge sichtbar ist. Nun lasse sich auch das Gescharre und die Geräusche erklären, die man manchmal von der Decke aus vernommen habe, wenn es im Bad ganz ruhig war, ergänzt der Vorsitzende. Der Spalt war groß genug, dass Tiere dort eindringen konnten und es sich unter dem Dach gemütlich gemacht haben. Außerdem gab es in der Vergangenheit auch immer mal wieder Probleme mit einer „braunen Brühe, die die Decke runtergelaufen kam, als die Heizung ausgefallen ist“, erinnert sich Grebe.

All das hofft der Schwimmbadverein durch die bessere Dämmung in den Griff zu bekommen – wobei dieser auch Grenzen gesetzt sind, wie Wolfgang Schöbener aufgezeigt hat, der die Sanierung bautechnisch begleitet. Denn die Traglast des Daches lasse zum Beispiel keine dickere Dämmung zu, urteilte der Experte.

„Wir müssen Wolfgang Schöbener wirklich ein großes Dankeschön aussprechen“, sagt Karl-Heinz Grebe. Schöbener habe dem Verein sehr viel planerischen und formalen Aufwand abgenommen, indem er die nötigen Materialien für die entsprechenden Förderanträge zusammengestellt habe. „Das hat schon enorm zur Entlastung beigetragen.“ Neben der energetischen Sanierung soll auch die Belüftung des Bades verbessert werden, wie Grebe weiter sagt. „Es gab immer wieder Eltern, die über den kalten Luftstrom aus dem Lüftungsauslass über dem Kinderbecken geklagt haben“, verdeutlicht er. Auch dieser Missstand soll durch eine Optimierung der Anlage ebenso verbessert werden, wie die Zu- und Entlüftung in den Umkleidekabinen. Darüber hinaus werden auch die Elektroinstallation im Bad erneuert und Energiesparlampen eingebaut.

Von den 225 000 Euro angesetzten Gesamtkosten übernehmen das Land 30 Prozent sowie Kreis und Gemeinde jeweils zehn Prozent. Die restlichen 50 Prozent muss der Verein aus der eigenen Tasche zahlen. Eine solche Investition zu stemmen, sei nur aufgrund der sehr guten Auslastung und Nutzung des Bades möglich, sagt der Vorsitzende.

Neben diversen Kursen findet in Buchenau nämlich auch das Schulschwimmen für die umliegenden Schulen statt, das durch den Landkreis finanziert wird. Grebe geht davon aus, dass die reinen Baumaßnahmen bis Anfang August dauern. Danach müsse das Bad natürlich gründlich gereinigt und von den Behörden abgenommen werden.

Wann danach wieder geöffnet wird, hängt auch von den weiteren Beschränkungen und Lockerungen mit Corona zusammen, betont Grebe. Ein genauer Zeitpunkt könne deswegen noch nicht genannt werden.

Von Sascha Valentin

Anzeige