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Hinterland Jubiläum steht auf der Kippe
Landkreis Hinterland Jubiläum steht auf der Kippe
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17:18 23.03.2020
Dieses Schild weist auf das Friedensdorfer Dorfjubiläum hin. Quelle: Klaus P. Andriessen
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FRIEDENSDORF

Sehr ruhig geht es auch in der erst vor wenigen Wochen neu eröffneten Gaststätte im Bürgerhaus zu. Von 60 Anmeldungen für Essen am Sonntag sind nach Angaben von Messerschmidt 59 wieder abgesagt worden. Inzwischen greift zudem die allgemeine Beschränkung der Restaurant-Öffnungszeiten, was die Lage für die Pächterfamilie noch schwieriger macht. Glücklicherweise, sagt der Ortsvorsteher, könne das Lokal aber nun einen Liefer- und Abholservice für seine Gerichte anbieten. Das habe Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) der Pächterfamilie Dervishi im ansonsten für alle Veranstaltungen geschlossenen Bürgerhaus erlaubt.

Zwischen allen Stühlen

Gleich neben dem Gebäude liegen ein großer Spielplatz und ein Bolzplatz. Beide sind inzwischen verwaist, da wegen der Coronakrise seit Mittwoch ein Benutzungsverbot gilt. Noch vor kurzem, so der Ortsvorsteher, hatten sich dort um die 30 Kinder und Eltern aufgehalten. Dass diese Versammlungen auch ohne Benutzungsverbot schon die Gefahr von Ansteckungen mit Corona erhöht hätten, habe er den Menschen gesagt.

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Was das Ortsjubiläum angeht, für das seit Wochen auf großen Schildern im Dorf geworben wird, sitzen die Veranstalter laut Messerschmidt „zwischen allen Stühlen“. Einerseits haben die Aktiven bereits zweieinhalb Jahre in die Vorbereitung des Festjahres mit den Hauptveranstaltungen im August gesteckt und möchten natürlich auch die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger nicht enttäuschen. Andererseits zeichnet sich am Horizont recht deutlich ab, dass das Jubiläum vielleicht doch nicht gefeiert werden kann.

Klar sei bisher nur, dass die für den 25. März geplante Versammlung des erweiterten Festausschusses im Bürgerhaus nicht stattfinden werde. Sollte man die Feiern tatsächlich absagen müssen, sei zu prüfen, wie mit den bereits eingegangenen Verträgen mit Musikern und vielen anderen mehr umzugehen sei.

Mit den ebenfalls durch die Coronakrise hart getroffenen Buchenauer Grenzgängern gebe es einen regelmäßigen Austausch, sagt Messerschmidt. Diese hatten bereits am vorigen Wochenende bekannt gegeben, dass sie eine Verschiebung des Grenzgangs auf 2021 erwägen.

Was die Lage in Friedensdorf in der Coronakrise im Übrigen angeht, ist dem Ortsvorsteher von einer besonderen Hilfebedürftigkeit von Bürgerinnen und Bürgern bisher nichts bekannt: „Aber das kann sich natürlich auch schnell ändern“, sagt Messerschmidt.

Von Klaus P. Andrießen