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Hinterland Freibäder im Hinterland werden fit gemacht
Landkreis Hinterland Freibäder im Hinterland werden fit gemacht
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11:00 01.05.2022
Vier Wochen vor dem Start der Freibadsaison laufen die Vorbereitungen im Biedenkopfer Lahnauenbad. Die Becken sind leer und werden nun gründlich gereinigt, bevor sie mit frischem Wasser befüllt werden.
Vier Wochen vor dem Start der Freibadsaison laufen die Vorbereitungen im Biedenkopfer Lahnauenbad. Die Becken sind leer und werden nun gründlich gereinigt, bevor sie mit frischem Wasser befüllt werden. Quelle: Susan Abbe
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Hinterland

In den Freibädern des Hinterlandes laufen die Vorbereitungen für die Saison 2022 auf Hochtouren. Wann öffnen die Freibäder in Biedenkopf, Gladenbach, Dautphetal und Steffenberg in diesem Jahr? Wo gibt es neue Angebote oder Eintrittspreise? Welche Regeln gelten?

Im Biedenkopfer Lahnauenbad sind die Mitarbeiter gerade dabei, die großen Edelstahlbecken wieder auf Hochglanz zu bringen. Das Team liegt mit den Arbeiten gut im Zeitplan, und so sind Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) und Tourismus-Fachbereichsleiter Wolfgang Müller guter Dinge, dass das Lahnauenbad wie geplant am 28. Mai in die Saison starten kann.

Wenn vonseiten des Landes keine neuen Corona-Beschränkungen mehr kommen, geht das Bad dieses Jahr in den Normalbetrieb: ohne Corona-Hygiene-Vorgaben oder Beschränkung der Gästezahl. Die warmen Duschen sind – gegen eine Nutzungsgebühr von 50 Cent – wieder geöffnet.

Auch Saisonkarten wird es in diesem Jahr wieder geben: für Kinder (60 Euro), Erwachsene (70 Euro) und Familien (150 Euro, ermäßigt 110 Euro). Neu installiert hat die Stadt einen Kassenautomaten mit Drehkreuz im Eingangsbereich. Wenn an heißen Tagen viele Gäste kommen, werden zusätzlich Mitarbeiter an der Kasse sitzen. Die Preisstruktur der Tickets ist laut Fachbereichsleiter Müller im Vergleich zu den Vorjahren gleich geblieben, ebenso die Öffnungszeiten: an sieben Tagen pro Woche von 7.30 bis 20 Uhr. Die Badesaison im Lahnauenbad soll wieder 100 Tage laufen, bis zum 4. September.

Die Sommer-Anlage im Gladenbacher Freizeitbad „Nautilust“ mit Schwimmer- und Kinderplanschbecken sowie Sprungturm wird am 14. Mai eröffnet. An diesem Tag erfolgt auch der Saisonstart im Freibad in Weidenhausen. An den Eintrittspreisen ändert sich nach Auskunft von Matthias Becker, Geschäftsführer der Gesellschaft „Stadtmarketing – Energie – Bäder“ (SEB), nichts. Neu ist, dass die Familienkarten für das Freibad ab sofort an der Kasse im „Nautilust“ erhältlich sind.

Der Aufwand für die Reparaturen in der Weidenhäuser Freizeitanlage hielt sich diesmal in Grenzen. „Der Winter war doch sehr mild, deshalb gab es keine außergewöhnlichen Schäden“, erklärte Becker. Eine Wasserleitung zur Dusche musste fachmännisch instandgesetzt werden. Die Becken sind mit blauer Farbe gestrichen worden und werden nun mit Wasser befüllt.

Die Situation in Dautphetal ist und bleibt etwas Besonderes: sechs Schwimmbäder in einer Gemeinde mit zwölf Ortsteilen, alle betrieben von Trägervereinen.

Die größte der Einrichtungen ist das Hallenbad in Buchenau, das seit Langem eine große Nachfrage meldet. „Auch unsere Tage haben nur 24 Stunden“, meint Karl-Heinz Grebe, Vorsitzender des Hallenbadvereins. „Und so ist das Bad immer komplett ausgelastet.“ Ständig kommen laut Grebe weitere Anfragen rein – das Bad, das auch vielen Schulen aus dem Umland den Schwimmunterricht ermöglicht, hat das ganze Jahr über Saison, allerdings nur für die Inhaber einer Jahresmitgliedschaft, Vereine und Kurse. Spätestens seit dem erfolgreichen Abschluss der Renovierung im vergangenen Jahr laufe der Betrieb wie gewohnt weiter, sagt Grebe.

Auch für das Freibad in Dautphe gilt: alles beim Alten. Der Saisonstart ist laut des frisch wiedergewählten Vereinsvorsitzenden und designierten Bürgermeisters Marco Schmidtke für das zweite Juni-Wochenende geplant. „Wir veranstalten bereits am 1. Mai ein Grill-Event“, kündigt er an. Nahe des Bades beginnen die Wanderstrecken D7 und „D7-Zwerge“, der vor Kurzem eröffnet wurde und sich an Eltern und ihre Kinder wendet. Dieser sei sehr beliebt, weshalb davon auszugehen sei, dass viele Wanderer den Sonntag nutzen, meint Schmidtke. Ab 11 Uhr bietet der Freibadverein daher Stärkungen vom Grill und Erfrischungen im Biergarten an.

Nach der Beckenreinigung am 14. Mai wird das Bad dann im Juni offiziell geöffnet: „So streng wie nötig, so normal wie möglich“, beschreibt Schmidtke das Hygienekonzept. Beibehalten werde die Verwendung der Pager zum Eintritt, mit deren Hilfe vor allem die Situation vor dem Kiosk entzerrt worden sei. Die Saison sei wegen der relativ späten Sommerferien in diesem Jahr recht lang, sagt der Vereinsvorsitzende.

Auch in der Planung für das Hallenbad in Friedensdorf spielt der Zeitraum der Ferien eine Rolle: „Wir hoffen, im September wieder aufmachen zu können“, sagt Kerstin Weber vom Vorstand des Trägervereins. Im vergangenen Jahr blieb das Bad geschlossen, die Sanierungsarbeiten laufen noch: „Der Estrich ist gelegt, jetzt wird gefliest“, berichtet Weber, die hofft, dass das Friedensdorfer Hallenbad nicht von steigenden Betriebskosten beeinträchtigt werde.

Das Freibad im Ortsteil Allendorf hatte zwei Jahre lang nur für Mitglieder des Trägervereins geöffnet – das ändert sich. „Wir planen, ab Anfang Juni wieder für die Öffentlichkeit geöffnet zu haben“, sagt Vereinsvorsitzender Mark Burk. Die Planungen dafür laufen bereits, ergänzt er.

Das Waldschwimmbad in Holzhausen gilt als das Dautphetaler Bad mit dem größten Einzugsbereich. Am Sonntag, 29. Mai, um 10 Uhr beginnt für das Freibad die Saison, teilt Michael Schieferstein vom Vorstand des Fördervereins mit. Bis dahin laufen noch einige Renovierungs- und Reinigungsarbeiten, sodass „die Perle des Hinterlandes“ – wie er das Bad nennt – in bekanntem Glanz erstrahlt.

Der Freibadverein in Herzhausen ist ebenfalls mit Arbeitseinsätzen beschäftigt – die Folgen der Schlammlawine, die das Bad im vergangenen Jahr stark verschmutzt und beschädigt hat, sind noch immer nicht restlos beseitigt. „Wir planen, in der zweiten Juniwoche zu eröffnen“, sagt Lisa Wassermann, Vorsitzende der DLRG Herzhausen. „Und das nicht nur für Inhaber einer Jahreskarte, sondern auch wieder für Tagesgäste.“

Das Freibad in Steffenberg soll, gute Witterung vorausgesetzt, zum Himmelfahrtswochenende eröffnet werden. Damit die Anlage bis dahin fit ist, hat ein erster Arbeitseinsatz stattgefunden. „Auch das Befüllen dauert rund 14 Tage“, erklärt Bürgermeister Gernot Wege (parteilos). Die Öffnungszeiten sollen so bleiben wie gehabt, was bedeuten würde: Das Bad ist von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Auch die Preise sollen nach aktuellem Stand nicht gedreht werden. Das Thema Energiepreise und Wassertemperatur spiele in Steffenberg dank der Absorberanlage keine Rolle, erklärt Wege. „Die hat sich als gute Sache erwiesen.“

Von Hartmut Bünger, Susan Abbe, Michael Tietz und Markus Engelhardt