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Hinterland Freibad soll repariert statt saniert werden
Landkreis Hinterland Freibad soll repariert statt saniert werden
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00:17 10.04.2019
Das Kinderbecken im Freibad Weidenhausen führt kein Wasser. Die Vorbereitungen zum Saisonstart am 15. Mai stehen derzeit auf dem Plan, damit das Bad rechtzeitig betriebsbereit ist. Quelle: Archivfoto: Silke Pfeifer-Sternke
Gladenbach

Eigentlich stand keine Debatte zum Sanierungskonzept des Freibades Weidenhausen an, sondern vielmehr nur eine ergänzende Erklärung von Stefan Runzheimer (CDU) zur Normpyramide – darüber, was ist wie verbindlich. Daran schloss sich eine Diskussion an, die offenbar ein bis dahin unausgesprochener Konsens zu sein scheint.

Stefan Düppers (SPD) gab den Anstoß dazu, dass es einen fraktionsübergreifenden Antrag über einen Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Freibades geben soll. Eine Arbeitsgruppe soll eingerichtet und ein Reparaturkonzept erarbeiten werden. Ein Antragsgerüst will die Zählgemeinschaft aus Sozialdemokraten und Freie Wähler nach Ostern vorlegen, was denn in den Fraktionen der CDU und Grünen beraten und mit Änderungen oder Ergänzungen versehen werden kann.

Damit soll die Frage, ob das Bad überhaupt erhalten werden kann, da eine Sanierung mit ­einem Finanzierungsvolumen von 4,5 bis 4,9 Millionen Euro als nicht umsetzbar angesehen wird, erst mal vom Tisch sein. „Ich bin sehr überzeugt, dass wir das hinkriegen“, sagt Markus Wege (SPD).

Freibad wird bis zum 15. Mai betriebsbereit gemacht

Das bedeutet, dass das Freibad Weidenhausen bis zum geplanten Saisonstart am 15. Mai – wie in der Vergangenheit auch – betriebsbereit gemacht wird. Den Fragen, warum und wo das Wasser aus den Becken versickert, soll erst nach der Freibadsaison nachgegangen werden. Dass die Becken oder eventuell auch undichte Rohre oder Zuleitungen überprüft werden müssen, da Wasser versickert, ist bereits seit 2001 bekannt. Unter dem damaligen Bürgermeister Klaus Bartnik wurde bereits ein Bäderkonzept erstellt, das auf diesen Mangel hinweist (die OP berichtete).

Düppers hatte sich für das Umdenken stark gemacht, weil er die Auffassung vertritt, dass das Geld (20 000 Euro) für das Gutachten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen mit Sitz in Essen zum Fenster rausgeworfen ist. „Das Bad ist keine überflüssige Einrichtung“, sagte er. Zu diesem Schluss könnten die Stadtverordneten allerdings durchaus kommen, wenn es um die Frage der Sanierung und der dazu aufgerufenen Kosten von 4,5 bis 4,9 Millionen Euro geht.

Düppers kritisierte den Ansatz der Gutachter, die seiner Ansicht nach die Betrachtung einer Reparatur außer Acht gelassen haben. Das sei an den Vorgaben, die aus der Ideenwerkstatt an die Verwaltung herangetragen worden sind, vorbei geplant. Der Grundgedanke sei gewesen, das Bad mit vielen Helfern instand zu setzen, sodass es weitere 30 Jahre intakt ist. Die Frage laute: „Was ist möglich für wie viel Geld?“

Kremer: "Jetzt sind die Worst-Case-Kosten klar"

Hans-Hermann Ullrich (CDU) kam zu dem Schluss, dass man nochmal die Hausaufgaben ­machen müsse, und man nicht zum vorgelegten Konzept Ja oder Nein sagen könne.
Dass das Geld in das Gutachten trotz allem gut angelegt sei, machte Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) deutlich, denn „jetzt sind die Worst-Case-Kosten klar“. Auch Markus Wege plädierte dafür, das Freibad am Laufen zu halten. Erst einmal geschlossen, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es nicht mehr aufmacht. Dadurch entstehe ein Schaden, der nicht mehr zu heilen sei, sagte er.

Für Bürgermeister Kremer war die Diskussion um das Freibad wichtig in der Aufklärung darüber, was gewünscht ist. Der von Düppers vorgeschlagene überparteiliche Antrag über einen­ Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Freibades „ist kein so schlechter Antrag“. Auch für den Christdemokraten Stefan­ Runzheimer war klar: „Wir probieren alles, was geht und schauen, was muss mindestens gemacht werden.“

von Silke Pfeifer-Sternke