Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Eurowings lässt Schüler stehen
Landkreis Hinterland Eurowings lässt Schüler stehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:42 23.06.2022
Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Eurowings steht am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg. Die Lufthansa-Tochter hat viele Flüge gestrichen – betroffen waren nun auch Schülerinnen und Schüler der Lahntalschule.
Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Eurowings steht am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg. Die Lufthansa-Tochter hat viele Flüge gestrichen – betroffen waren nun auch Schülerinnen und Schüler der Lahntalschule. Quelle: Symbolfotos: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Biedenkopf

Die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings haben wegen Personalmangels im eigenen Haus sowie bei Boden- und Flughafendienstleistern Hunderte Flüge für Juli gestrichen. Doch auch schon jetzt fallen Flugverbindungen teils kurzfristig aus. Jüngstes Opfer: 42 Schülerinnen und Schüler der Lahntalschule Biedenkopf und ihre Lehrkräfte Holger und Angelika Klingelhöfer sowie Isabelle Schneller und Katharina Willomitzer.

Am vergangenen Freitag (17. Juni) wollte die Gruppe von ihrer Romfahrt zurückkehren. Dorthin bietet die Lahntalschule Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse, die Lateinunterricht haben, eine Fahrt an. Doch um 8.30 Uhr erhielt Holger Klingelhöfer eine SMS von Eurowings: Der Flug fällt aus, Ersatz gibt es nicht. Lediglich drei Personen der Reisegruppe könnten auf einen anderen Flug umgebucht werden. Er habe von der Fluggesellschaft erwartet, dass ein adäquates Angebot komme, sagt Klingelhöfer. „Doch passiert ist nichts.“

Rückreise mit Bus und Bahn statt Flugzeug

Es folgt eine bange Stunde des Wartens. „Möglicherweise hätten wir zwei Tage am Flughafen verbringen müssen“, befürchtete Klingelhöfer. Doch so weit kam es zum Glück nicht. Während Eurowings keine Hilfe anbietet, springt der Reiseveranstalter Albatours aus Stuttgart kurzfristig ein, organisiert Zugtickets für alle von Rom nach Mailand und schickt einen Reisebus mit drei Busfahrern auf den Weg. In Vorleistung, ohne zu wissen, ob Eurowings die Kosten erstattet. „Wir konnten froh sein, dass der Anbieter groß genug ist, um dieses Geld vorzustrecken“, sagt Klingelhöfer. Statt gegen 22 Uhr am Freitag kam die Gruppe erst um 5.15 Uhr am Samstag in Biedenkopf an.

Mittlerweile hat Eurowings dem Reiseveranstalter die Kosten erstattet. Zudem überwies die Fluggesellschaft der Reisegruppe pro Person 250 Euro. Dennoch findet Klingelhöfer das Verhalten der Lufthansa-Tochter „bescheiden. Es gab keinen Plan B.“

Trotz der Umstände ist sein Fazit, „dass man mit Kindern auch in der aktuellen Situation durchaus Reisen unternehmen kann“. Nämlich dann, „wenn man einen seriösen Veranstalter im Rücken hat“. Die Kinder jedenfalls hätten es sichtlich genossen, zusammen zu reisen.

Von Tobias Kunz