Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Pleiten, Pech und Borkenkäfer
Landkreis Hinterland Pleiten, Pech und Borkenkäfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 25.03.2019
Waghalsige Abfahrten auf dem Bad Endbacher Flowtrail sind für Mountainbiker vorläufig nicht mehr möglich. Die Aufräumarbeiten durch Hessen Forst im Zuge der Bekämpfung der Borkenkäferplage haben die Abfahrtsstrecke zerstört. Quelle: Sascha Valentin
Bad Endbach

Nein, der Wurm sei nicht drin in der Gemeinde, erwidert Bürgermeister Julian Schweitzer gegenüber der OP, es handele sich um einen Käfer. Genau genommen ist es der Borkenkäfer, der dem Gemeindewald und somit auch den Nutzern des Flowtrails zusetzt. Denn dort sollte am 1. April die Downhill-Saison wieder beginnen. Doch daraus wird nichts, denn der Borkenkäfer fand im vergangenen Jahr mit dem äußerst trockenen Sommer günstige Bedingungen vor.

Das wiederum bekam den Bäumen des Waldes nicht gut, in dessen Rinde sich der Käfer einnistet. Die Folge sind große Schadflächen im Gemeindewald Bad Endbachs, die laut Schweitzer noch nicht in Cent und Euro ­beziffert werden können.

Zudem gaben die erforderlichen Aufräumarbeiten durch Hessen Forst zur Bekämpfung der Borkenkäfer-Plage laut Birgit Jüngst-Dauber, der Projektleiterin Mountainbike Flowtrail, der Strecke den Rest. Bis auf ­einen Abschnitt sind all Teile des Flowtrails zerstört, erklärt Jüngst-Dauber. Auch stünden weitere Arbeiten an, die voraussichtlich bis in den April dauern werden. So streben die Organisatoren eine Öffnung der Strecke am Samstag, 25. Mai, an.

Unabhängig davon bleibt der Freitagstreff „Trailbau“, der jeweils um 16.15 Uhr am Flowtrail-Bauwagen beginnt, bis zur Wiedereröffnung bestehen. Aktuelle Informationen hierzu wie auch zum Bauzustand der Abfahrtsstrecke seien auf der ­Facebook Seite des Flowtrail Bad Endbachs zu verfolgen, empfiehlt Jüngst-Dauber.

Einziger Lichtblick für Bürgermeister Schweitzer ist, dass das Beheben der Schäden an der Strecke die Gemeindekasse nicht allzu sehr belasten wird, da dies durch ehrenamtliche Aktivitäten erfolgen soll. Die Kosten würden sich daher „in Grenzen halten“, meint Schweitzer.

Parlament muss Haushaltssatzung erneut zustimmen

Ebenfalls keine negativen Auswirkungen soll eine weitere ­negative Nachricht haben, die Sozialdemokrat Schweitzer am Donnerstagabend per Pressemitteilung verbreitete. Den ­Gemeindevertretern wird der Entwurf der Haushaltssatzung 2019 zu ihrer nächsten Sitzung am 8. April erneut vorgelegt – zum dritten Mal.

Das bedeutet, dass vorbehaltlich der erneuten Zustimmung der Gemeindevertretung die Genehmigung des Haushalts durch die Kommunalaufsicht des Landkreises vermutlich erst Ende April vorliegen wird. Bis dahin kann die Gemeinde zum Beispiel keine Investitionen tätigen, sondern nur ihre Pflichtaufgaben erfüllen.

Dass es zu dieser weiteren drei- bis vierwöchentlichen Verzögerung kommt, stellte der Fachbereichsleiter Finanzen der Gemeindeverwaltung fest, als er den von der Gemeindevertretung Ende Februar beschlossenen Haushaltsplan 2019 an die Aufsichtsbehörde senden wollte. Dabei fiel ihm auf, dass der Entwurf des Haushaltsplans nicht wie von der Hessischen Gemeindeordnung vorgeschrieben und für die Zeit vom 14. bis 23. Januar vorgesehen im gemeindlichen Mitteilungsorgan „Oi Bleedche“ veröffentlicht wurde. Die nachzuholende Auslegung des Planes im Gemeindeblättchen ist nun vom 25. März bis 3. April vorgesehen. Danach müssen die Gemeindevertreter formal ihre bereits gefällten ­Beschlüsse erneut fassen.

Das, was Bürgermeister Schweitzer mit „darf nicht vorkommen“ kommentiert, löst nun die dritte Vorlage des Haushaltsplans 2019 aus. Eigentlich sollte der erste Etat seiner Amtszeit schon im vergangenen Jahr die Gemeindevertretung passieren.

Doch das fertige Zahlenwerk wurde obsolet, nachdem das Land Hessen neue Planzahlen zum kommunalen ­Finanzausgleich vorlegte. Plötzlich fehlten im zuvor ausgeglichen Etat der Gemeinde 200 000 Euro. Nachdem das Zahlenwerk modifiziert war, zogen sich die Beratungen derart hin, dass es erst Ende Februar zur Abstimmung darüber kam.

von Gianfranco Fain