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Hinterland Fahrlässige Tötung: Gegen Polizisten wird ermittelt
Landkreis Hinterland Fahrlässige Tötung: Gegen Polizisten wird ermittelt
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00:15 20.04.2014
Biedenkopf, Dexbacher Straße - in diesem Haus lebte der Mann, der beim Polizeieinsatz ums Leben kam. Quelle: Tobias Hirsch
Biedenkopf

In der Nacht zu Mittwoch riefen Anwohner die Polizei, nach dem ein 37-jähriger Mann im Haus randaliert und die Tür zu der Wohnung eines Nachbarn eingeschlagen hatte. Der Mann leistete den Anweisung der Polizeibeamten keine Folge. Nach einem missglückten Fluchtversuch, sollte er in einem Krankenhaus untergebracht werden. Dagegen setzte er sich aber massiv zur Wehr. Die Polizisten hatten Mühe, den 1,90 Meter großen und übergewichtigen Mann zu kontrollieren.

Sie legten dem 37-Jährigen Handschellen an und hielten ihn am Boden liegend fest. Der Mann ließ sich aber nicht beruhigen, deshalb forderten die Polizisten Rettungskräfte und einen Notarzt an. Als die Rettungssanitäter dem Mann ein Beruhigungsmittel verabreichen wollten, ließ sein Widerstand plötzlich nach und seine Atmung setzt aus. Die sofort eingeleitete Reanimation blieb erfolglos. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Nun führen die Staatsanwaltschaft Marburg und das Hessische Landeskriminalamt Ermittlungen durch - auch gegen die Polizisten wegen des Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung.

Mann lebte zurückgezogen

Die Obduktion des Verstorbenen fand am Mittwoch statt. Zur Klärung der Todesursache wurden noch weitere feingewebliche und toxikologische Untersuchungen angeordnet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden allerdings frühestens am Dienstag nach Ostern vorliegen, teilten die Sprecher der Staatsanwaltschaft Annemarie Petri und Oliver Rust mit.

Wie die Staatsanwaltschaft Marburg mitteilte, lebte der Mann zurückgezogen und alleine in seiner Wohnung. Nähere Kontakte zu den Mitbewohnern des Hauses hatte er nicht. Er wird als psychisch auffällig und sehr aggressiv beschrieben. Die Ermittlungen, auch zu der Person des Verstorbenen und einer möglicherweise bei ihm bestehenden Erkrankung dauern noch an.

von Silke Pfeifer-Sternke