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Hinterland In der Krise gewachsen
Landkreis Hinterland In der Krise gewachsen
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18:00 05.04.2022
Inhaber Achim Pelz und seine Ehefrau Martina in einem Teil der neuen Ausstellung: Auf 400 Quadratmetern sind nun elf Terrassen aufgebaut.
Inhaber Achim Pelz und seine Ehefrau Martina in einem Teil der neuen Ausstellung: Auf 400 Quadratmetern sind nun elf Terrassen aufgebaut. Quelle: Andreas Schmidt
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Breidenbach

Mit Beginn der Corona-Pandemie stand die Pelz Terrassenwelt in Biedenkopf am Scheideweg: Der Mietvertrag in Biedenkopf sollte zum Jahresende auslaufen – und würden überhaupt noch Kunden kommen? Sie kamen. Mittlerweile ist das Unternehmen nach Breidenbach gezogen – auf eine um ein Vielfaches vergrößerte Fläche.

Schon seit 30 Jahren ist Achim Pelz selbstständig – „angefangen habe ich mit Fenstern, Türen, Garagentoren, ich war zuständig für alles, wo der Maurer ein Loch gelassen hat“, sagt er. 2004 kam er zum Thema Terrassenüberdachungen aus Glas. „Das Thema hat mich begeistert“, sagt Pelz. Also stellte er die Systeme auf den Bau- und Verbrauchermessen in der Region vor, „das war auch erfolgreich. Aber wenn das Thema rum war, war das Thema auch durch“, erinnert sich der Unternehmer. „Das ging so nicht. Also habe ich in Biedenkopf auf gerade einmal 50 Quadratmetern angefangen, das Thema Terrasse zu bespielen.“

Terrassendach, Markisen, Wintergärten, dazu weiter Fenster und Türen – „das wurde mir zu viel“, sagt Achim Pelz. Er spezialisierte sich komplett auf das Thema Terrassen, versuchte, die Geschäftsräume zu erweitern. „Ich habe eine große Terrasse angebaut, ein Stück auf dem Parkplatz als Freifläche dazugenommen“, erzählt Achim Pelz – „und dann bekamen wir im Sommer 2019 die Kündigung für die Geschäftsräume in Biedenkopf – und zwar zum Jahresende 2020, aber mitten in der Hochsaison“.

Geschäft profitierte von der Pandemie

Da das Thema noch „anderthalb Jahre weg“ gewesen sei, kümmerte sich Pelz zunächst nicht um die Kündigung – bis zum Februar 2020. Und dann kam kein Vertreter der Immobilien-Firma aus Braunschweig, dem das Gebäude gehört – sondern Corona. „Die Welt war eine andere. Wir hatten keine Ahnung, wie es mit dem Geschäft weiterläuft, oder ob wir uns überhaupt noch halten können.“

Doch nur wenige Wochen später sei klar geworden: Die Pelz Terrassenwelt profitierte von der Pandemie. „Die Ausstellung war zwar geschlossen, doch bekamen wir massenweise Mails und Anrufe.“ Denn: Die Kundschaft konnte nicht in den Urlaub, wollte ins Zuhause investieren – da standen Markisen & Co. hoch im Kurs. Das Kündigungsthema war aber noch nicht vom Tisch.

Als dann ein Vertreter der Immobilienfirma kam, wurde man sich über den Standort Biedenkopf nicht einig – doch bot der neue Geschäftsräume in Breidenbach an: 400 Quadratmeter in Premiumlage direkt an der Ortsdurchfahrt. „Ich habe mir die Räume gemeinsam mit meiner Frau angeschaut – sofort war für mich eine Grundplanung da und ich habe letztlich zugegriffen.“ Ein Jahr lang baute Achim Pelz die neuen Räume nach seinen Vorstellungen um – parallel zum Betrieb in Biedenkopf, der ja weiter lief.

Neueröffnung in Breidenbach

Vor wenigen Wochen erfolgte dann die Neueröffnung in Breidenbach: Auf den 400 Quadratmetern präsentieren Achim und Martina Pelz nun elf komplette Terrassen, fix und fertig eingerichtet, vom Bodenbelag bis zur Markise oder Terrassenüberdachung. „Und nun haben wir auch Möbel ins Programm mit aufgenommen“, sagt Martina Pelz.

Der Kundenzuspruch sei weiterhin hoch, „schon zwischen den Jahren haben sich die Leute die Nasen an der Scheibe platt gedrückt“, sagt Pelz lachend. Doch bleibt der Händler ebenfalls nicht von der Materialproblematik in der Industrie verschont. „Gerade Aluminium ist bei unseren Herstellern ein wichtiges und leider auch knappes Material“, sagt Pelz. Auch Chips – etwa für Fernbedienungen – sind Mangelware. Die Lieferzeiten hätten sich dadurch schon ein wenig verlängert. „Wir waren mit vier bis sechs Wochen trotz Maßanfertigung aber auch recht verwöhnt.“ Mittlerweile sei man bei zehn bis zwölf Wochen Lieferzeit, „das ist immer noch ein attraktiver Rahmen“.

Von Andreas Schmidt