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Hinterland Einfache Mittel erhöhen die Sicherheit
Landkreis Hinterland Einfache Mittel erhöhen die Sicherheit
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11:58 21.06.2021
Trennstreifen und Piktogramme grenzen den Radverkehr vom Rest der Fahrbahn ab, tragen laut Untersuchungen zur Verlangsamung des Verkehrs und somit zu mehr Sicherheit bei.
Trennstreifen und Piktogramme grenzen den Radverkehr vom Rest der Fahrbahn ab, tragen laut Untersuchungen zur Verlangsamung des Verkehrs und somit zu mehr Sicherheit bei. Quelle: Themenfoto: Uli Deck/dpa
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Biedenkopf

Die Städte im Landkreis sollen fahrradfreundlicher werden. Um dies zu erreichen, werden für Biedenkopf, Gladenbach, Kirchhain, Stadtallendorf und Wetter Entwicklungskonzepte für den Radverkehr erstellt. Deren erste Ergebnisse stellten Thomas Meyer, Radverkehrsplaner des Kreises, und Uwe Petry vom Planungsbüro „Verkehrsalternative Rad plus“ am Mittwoch bei der Auftaktveranstaltung im Biedenkopfer Rathaus vor.

Als Ziele des Landkreises skizzierte Meyer, die Sicherheit für Radfahrer in Biedenkopf und Wallau zu erhöhen, ein innerstädtisches Radwegenetz zu errichten, den Radverkehr sichtbar zu machen sowie die Bevölkerung und Verwaltung für die Situation des Radverkehrs zu sensibilisieren.

Petry sprach von einem bevorstehenden Paradigmenwechsel, da „Radfahrer nicht mehr auf Nebenstraßen verdrängt werden sollen“. Eine „sozial gerechte Verkehrsraumgestaltung“ soll zu einer besseren Lebensqualität führen und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Mittel dazu seien nicht nur der Wegeausbau oder Lückenschlüsse, auch eine auffälligere Beschilderung für Fahrradfahrer oder die Öffnung von Einbahnstraßen könnten einen Beitrag dazu leisten.

Auch „weichere“ Mittel zeigten Effekte, berichtete Petry. Zum Beispiel im Mischverkehr eine Teilabtrennung für Fahrradfahrer oder eine auf der Straße aufgetragene Piktogrammkette verlangsamen den Verkehr, weil die Autofahrer die Radfahrer bewusster wahrnehmen und ihren Fahrstil anpassen, und führen auch zu einer vermehrten Nutzung.

Vorschläge, was möglich wäre, hatten die Referenten auch. Zum Beispiel könnte die Bachstraße als Einbahnstraße durch entsprechende Markierungen für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben werden. Dadurch würde eine schnellere Verbindung vom Bahnhof zum Marktplatz entstehen. Oder die Straße Am Freibad: Die könnte in eine Fahrradstraße umgewandelt werden. Dort hätten Radler Vorrang vor anderen Fahrzeugen, zum Beispiel Gästen der gastronomischen Betriebe oder der Jugendherberge.

Dies seien aber nur erste Anregungen, betonte Meyer. Ergebnisse lägen erst im kommenden Jahr vor. Bis dahin können auch die Bürger Ideen einbringen, zum Beispiel bei den Bürgerforen. Das tat zum Beispiel Sophie Cyriax, die auf Firmen in der Stadt hinwies. Viele förderten schon Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, und sollten deshalb in das Entwicklungskonzept einbezogen werden, forderte Cyriax. Die Mitarbeiter nutzen das „Jobrad“ zu ihrem Gesundheitsmanagement.

Dass die Gründe dafür auf der Hand liegen, erklärte Uwe Petry zu Beginn der Veranstaltung: „Untersuchungen belegen den positiven Effekt des Radfahrens auf die Gesundheit und die kognitive Entwicklung.“ Indem man den Bürgern entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung stelle, leiste man also auch einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Das ist auch ein Ziel des Landkreises.

Die nächste Bürgerkonferenz zum Thema Radverkehr findet am Mittwoch, 23. Juni, in Gladenbach statt. Tagungsort ist ab 17.30 Uhr der Große Saal im Haus des Gastes.

Von Gianfranco Fain

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