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Hinterland Mit verbotenen Messern ins Gericht
Landkreis Hinterland Mit verbotenen Messern ins Gericht
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00:17 25.04.2019
Ein 35-jähriger Mann wurde vom Amtsgericht Biedenkopf zu einer Geldstrafe verurteilt. Er wollte mit zwei Messern einen Gerichtssaal betreten.  Quelle: Thorsten Richter
Biedenkopf

Mit gleich zwei verbotenen Messern wollte ein 35-jähriger Mann das Amtsgericht in Biedenkopf betreten – wenngleich ohne böse Absichten. Es folgten trotzdem ­eine Anklage und schließlich die Verurteilung zu einer Geldstrafe.
Der Biedenkopfer wollte im vergangenen Jahr wegen ­einer Erbangelegenheit ins Gericht.

Am Eingang kontrollierte ihn der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes – diese Durchsuchungen sind seit einigen Jahren auch in kleineren hessischen Amtsgerichten Standard. Schon bei der Kontrolle zeigte der 35-Jährige bereitwillig die beiden Messer vor und gab sie ab. Der Security-Mitarbeiter informierte einen Justizbeamten über den Fund. Der wiederum verständigte die Polizei. 

Ein sogenanntes Ein-Hand-Messer war unsichtbar in die Gürtelschnalle eingearbeitet. Wer es trägt begeht eine Ordnungswidrigkeit. Härter bestraft wird das Mitführen eines Klappmessers, dessen Klinge sich mit einer Hand öffnen lässt. Eine solche Waffe steckte am Gürtel des Angeklagten. Das Mitführen ist laut geltendem Recht eine Straftat.

Angeklagter äußert sich erst ganz zum Schluss

Der Mann sei „sehr kooperativ“ gewesen, sagte der Justiz-Wachtmeister nun im Zeugenstand. „Er wusste nicht, was er da mit sich führt.“ Das bestätigte der Verteidiger des Angeklagten: „Ihm war nicht bewusst, dass er das so nicht besitzen darf.“

Der Angeklagte, der selbstständig ist und einen kleinen Betrieb leitet, sagte zunächst nichts und machte auch keine Angaben zu seinem Einkommen. Sein Anwalt Florian Zinn bestätigte aber die Vorwürfe. Erst im letzten Wort, das Angeklagten vor der Urteilsverkündung zusteht, äußerte er sich: „Mir ist jetzt bewusst, dass diese Sachen verboten sind, obwohl ich sie in Geschäften kaufen kann“, sagte er. „Dass war ein Fehler.“

Richterin Alexandra Hille verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.800 Euro. Sie blieb damit unter der Forderung des Staatsanwalts, der auf 3.200 Euro plädiert hatte. Die beiden Messer bekommt der Angeklagte nicht zurück. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Mark Adel