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Hinterland Eigentumsverhältnisse von Laika ungeklärt
Landkreis Hinterland Eigentumsverhältnisse von Laika ungeklärt
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17:58 06.10.2020
Husky-Hündin Laika steht im Mittelpunkt eines Rechtsstreits.  Quelle: Tobias Hirsch
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Biedenkopf

Nachdem die Hundehilfe Hinterland die fast verhungerte Husky-Hündin Laika und ihre vier Welpen vor einem Jahr aus desolater Haltung gerettet hatte (die OP berichtete), beschäftigt sich nun ein Gericht mit dem Fall. Die Eigentumsverhältnisse müssen von oberster Stelle geklärt werden, da die Pflegestelle – die, die Hündin auch gezüchtet hat – Laika nicht mehr herausgibt.

„Wir haben den Vertrag, aus dem hervorgeht, dass uns Laika damals übereignet wurde“, pocht Marita Müller auf das Schriftstück. Dass diese Rettungsaktion irgendwann einmal vor Gericht landen würde, damit hat die Tierschützerin nicht gerechnet. Ausgerechnet die Pflegestelle fällt der Hundehilfe Hinterland in den Rücken. Sie rückt die mittlerweile genesene Hündin nicht mehr raus, sieht sich als Eigentümerin.

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Denn nachdem sie Laika zu sich genommen hatte, hat der ehemaligen Eigentümer – der, der die Hündin wochenlang vernachlässigt hatte – ihr die Hündin geschenkt. Laut Rechtsbeistand der Hundehilfe ist das aber nichtig. Denn im Pflegestellenvertrag ist genau festgelegt, wer Eigentümer der Fellnase ist: der Tierschutzverein aus Biedenkopf. „Als die Züchterin Laika geschenkt bekam, war die Hündin schon längst in unserem Besitz“, erklärt Marita Müller, die sehr enttäuscht darüber ist, dass ihr Vertrauen von der Pflegestelle so ausgenutzt wurde.

Sie weiß zwar, dass es der Hündin dort in Bergisch-Gladbach gut geht. Trotzdem will sie sie zurück haben. „Ich habe Angst, dass mit ihr weiter gezüchtet wird. Und außerdem gehört die Hündin uns!“ Den ersten Gerichtstermin hat es schon gegeben. Da wurde aber nur die Sachlage festgestellt. „Mehrere Stunden Fahrt für zehn Minuten Anhörung. Das hat mich schon geärgert. Aber ich tue alles, damit der Hund zu uns zurück kommt. Ich lasse den Hund nicht da in einer ungewissen Zukunft“, gibt sich Marita Müller kämpferisch. Ein weiterer Güte- und Verhandlungstermin ist für Mitte Oktober in Bergisch-Gladbach angesetzt.

In den vergangenen Monaten musste die Biedenköpferin einiges aushalten – an Verleumdungen, an Hetze, an Unwahrheiten. „Das war wirklich sehr schlimm. So etwas habe ich in 20 Jahren Tierschutz noch nicht erlebt. Und das Schlimmste: Es ist noch nicht vorbei.“ Auch deswegen wünscht sie sich, dass es bald zu einem Urteil kommt. „Das Traumergebnis wäre natürlich, dass wir Laika gleich mitnehmen können.“ Einen Teilerfolg konnte sie schon mal für sich verbuchen: Vom Amtsgericht Biedenkopf gab es einen Strafbefehl gegen den ehemaligen Eigentümer, aufgrund der Anzeige des Veterinäramtes und der Hundehilfe. Dagegen wurde allerdings Widerspruch eingelegt, sodass es jetzt zu einer Hauptverhandlung kommen wird.

Doch die Arbeit des Tierschutzvereins geht weiter. Derzeit ist Marita Müller auf der Suche nach einem neuen Zuhause für Ikarus und Hazel. Die beiden Chihuahuas sind Trennungshunde und werden nur gemeinsam vermittelt. Sie sind neun Jahre alt und müssen wegen ihrer Herzkrankheit Medikamente bekommen. Derzeit leben sie bei Cornelia Weber, die als Pflegestelle fungiert. „Ikarus ist so ein Charmeur. Er blickt einen immer so wunderbar an. Da schmilzt man einfach dahin“, gerät sie ins Schwärmen.

Beide Tiere sind kastriert beziehungsweise sterilisiert und durch die korrekte Medikation wieder topfit. „Auch die Zähne haben wir reinigen lassen, seitdem gibt es damit keine Probleme mehr“, ergänzt Marita Müller, die sich ein Zuhause ohne Kinder für die Hunde wünscht, „weil sie den Trubel nicht gewöhnt und ja auch nicht mehr die Jüngsten sind.“ Beide Tiere fahren gerne Auto, können auch alleine bleiben und laufen selbst am Rollator problemlos mit.

Kontakt: www.hundehilfe-hinterland.de oder telefonisch bei Marita Müller unter 06461 / 61 91.

Von Katja Peters