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Hinterland E-Bikes flankieren den Autohandel
Landkreis Hinterland E-Bikes flankieren den Autohandel
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09:58 05.04.2021
Das Velte-Team auf einer kleinen Auswahl der E-Bikes: Axel Schlicker (von links), Andreas Hilberg, Michaela Debus und Peter Schmidt – es fehlt Christian Nitschke.
Das Velte-Team auf einer kleinen Auswahl der E-Bikes: Axel Schlicker (von links), Andreas Hilberg, Michaela Debus und Peter Schmidt – es fehlt Christian Nitschke. Quelle: Andreas Schmidt
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Eckelshausen

Im Coronajahr war die Fahrradbranche ein Gewinner: Laut Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) wurden vergangenes Jahr in Deutschland 5,04 Millionen Fahrräder verkauft – ein Plus von rund 17 Prozent. Vor allem der Boom der Elektroräder ist ungebrochen: 1,95 Millionen E-Bikes wurden in 2020 verkauft – ein Zuwachs von 43,4 Prozent. Denn 2019 wurden 1,4 Millionen Elektroräder verkauft – und somit mehr als Diesel-Pkw. Beste Zahlen also - und beste Gründe, auf das Mega-Thema E-Bike zu setzen.

Entsprechend hat Auto Velte in Eckelshausen einen E-Bike-Store eröffnet. Muss das Geschäft mit den Rädern etwa den Autohandel stützen? „Nein, so ist es nicht“, sagt Geschäftsführer Axel Schlicker lachend. Da Auto Velte auch Fachbetrieb für Elektro-Mobilität sei, „sind die Kunden immer wieder zu uns gekommen und haben gebeten, ob wir uns nicht um ihre E-Bikes kümmern könnten“, erzählt der Geschäftsführer. Für ihn steht fest: „Das E-Bike ist Teil der Mobilitätslösung geworden und nicht mehr wegzudenken.“ Also sei Ende Oktober die Entscheidung gefallen, einen E-Bike-Store zu eröffnen – am 5. Dezember wurde diese Entscheidung in die Tat umgesetzt. „Und am 10. Dezember mussten wir wegen des Lockdowns wieder schließen“, so Schlicker.

1926 wurde Auto Velte in Eckelshausen gegründet, mit Axel Schlicker wird sie in vierter und mit seiner Tochter, die bereits im Unternehmen arbeitet, in fünfter Generation geführt. „Wir hatten seinerzeit das erste Auto, dann die erste Tankstelle, die erste Fahrschule – der Ur-Ur-Opa meiner Frau war damals der Fahrer des Landrats, denn es gab kein anderes Auto“, erzählt Schlicker. „Und: Ganz zu Beginn wurden auch Fahrräder verkauft. Wir gehen also eigentlich zurück zu den Wurzeln.“

Doch woher Räder bekommen – auf einem leergefegten Markt und bei Herstellern, deren Vororder für das kommende Jahr bereits am 30. Juni abgeschlossen ist? „Der Markt hat nicht auf uns gewartet“, weiß Schlicker. „Also habe ich ein Marketing-Konzept geschrieben und die Firmen, die wir im Programm haben wollten, angeschrieben und einen Termin vereinbart.“ Das Projekt fanden die Hersteller so interessant, dass sie die Firma Velte kurzfristig belieferten. Und: Auch bei weiteren Auto-Händlern kam das Konzept an. „Kommendes Jahr wird eine große Autohaus-Gruppe genau mit unserem Konzept in zunächst zwölf Autohäusern starten“, so Schlicker.

Doch was ist so besonders? „Wir haben bereits 2012 erste E-Bikes der Marke Stromer erfolgreich verkauft und so Erfahrungen gesammelt." Doch seien die Räder noch nicht ausgereift gewesen, „wir waren noch zu früh für den Markt“. Das ist nun anders. Schlicker erläutert: „Wir haben jeden Tag Dutzende Kundendurchläufe im Autohandel, die wir auch für E-Bikes begeistern können.“ Gleichzeitig sei das Thema mit einer eigenen Einheit vom Auto abgekoppelt, „um auch dort viel Fachkompetenz zu bieten“, sagt Schlicker. Entsprechend wurden erfahrene Fahrradmechaniker eingestellt – in der Werkstatt werden alle Marken und alle Räder repariert. Im Verkauf sind laut dem Geschäftsführer Enthusiasten am Team, „die jeden Kunden wertschätzend behandeln. Hier soll sich jeder wohlfühlen. Denn unser Ziel ist es, alle Mobilitätsbedürfnisse zu befriedigen: Das von Sportlern genauso wie das von Menschen, denen das E-Bike die Mobilität wieder zurückbringen kann und die dadurch wieder Freude an der Bewegung finden.“

Entsprechend breit ist das Angebot auf den rund 500 Quadratmetern gefächert: Vom City- oder Touren- übers Mountainbike bis hin zu Downhillrädern ist alles erhältlich. Renn- und Kinderräder sowie besonders stabil gebaute Räder mit Maximallasten bis zu 180 Kilogramm gehören ebenfalls zum Sortiment. So schaut es auch in den Preissegmenten aus: Von der Einstiegsklasse mit der Marke Raymon über Corratec, Specialized oder HNF Nicolai bis hin zu den leistungsstärksten legalen E-Bikes von M1-Sporttechnik – „alles also, was auch zu unserem Traditions-Autohaus mit dem Stern passt“, sagt Axel Schlicker.

Von Andreas Schmidt

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