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Hinterland Stadtwald wird 2020 ins Minus rutschen
Landkreis Hinterland Stadtwald wird 2020 ins Minus rutschen
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14:10 09.09.2019
Zahlreiche Fichten sind bereits abgestorben, aber auch Laubbäume leiden unter den klimatischen Bedingungen. Quelle: Peter Kremer
Gladenbach

Die Christdemokraten im Stadtparlament schlagen Alarm. Es steht schlecht um den heimischen Wald. Neben den Fichten sterben mittlerweile auch Laubbäume ab. Die anhaltende Trockenheit seit fast zwei Jahren hat dramatische Folgen. Hessen Forst spricht von einer dramatischen Entwicklung. Laut CDU ist davon auszugehen, dass 50 Prozent der Fichtenbestände unwiederbringlich zerstört wird.

Das geht aus einer Frage aus aktuellem Anlass hervor, die von Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) in der jüngsten Sitzung beantwortet wurde. Kremer berichtet von einem Gespräch mit Dr. Lars Wagner, Leiter des Forstamtes Biedenkopf. Wagner schätzt, dass der Wirtschafts- und Hauungsplan für das laufende Jahr keinen Gewinn abwerfen wird.

Ursprünglich waren rund 26.000 Euro eingeplant. Im städtischen Haushalt war noch ein „ordentliches Ergebnis“ von mehr als 5.000 Euro etatisiert. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nicht absehbar, wie groß die Wertminderung ausfallen wird. Spätestens bei der Aufstellung des Jahresabschlusses 2019 müsse diese Berücksichtigung finden.

Rückstellungen nur möglich bei einem positiven Jahresabschluss 

Kremer macht deutlich, dass aufgrund der dramatischen ­Situation im Stadtwald damit zu rechnen ist, dass 2020 mit ­einem Minus zur rechnen ist. Der CDU ist die Situation bewusst. Deshalb wollte die Fraktion wissen, ob für die Neuaufforstung Rückstellungen geplant sind. Bürgermeister Kremer verwies darauf, dass Rückstellungen nur geplant werden können, wenn das Ergebnis des Jahresabschlusses positiv ist.

Dennoch werde die Verwaltung aufgrund der besonderen Situation im Stadtwald versuchen, Rückstellungen für die Neuaufforstung zu bilden. Er gab den Stadtverordneten aber mit auf den Weg, dass sie es sind, die letztinstanzlich bei der Erstellung des Jahresabschlusses für das laufende Jahr die Mittel dafür freigeben müssten.

Dass das Land Hessen bis zum Jahr 2023 ein Sonderprogramm für die Wiederaufforstung aufgelegt hat, haben die Christdemokraten zur Kenntnis genommen. Allerdings solle Hessen Forst aus diesem Topf rund 100 bis 120 Millionen Euro erhalten. Für Kommunen und Privatwaldbesitzer solle es nur 5 Millionen Euro plus 1 Million Euro für Härtefälle geben.

Hans-Herrmann Ullrich und Stefan Runzheimer sprechen von einer Ungleichbehandlung und wollten wissen, welchen Weg die Verwaltung einschlagen kann. Kremer informierte darüber, dass dieses Thema beim nächsten Treffen der „Hinterländer Bürgermeister“ auf den Tisch kommt. Auch sei geplant, die Spitzenverbände Hessischer Städtetag und Hessischer Städte- und Gemeindebund einzubinden, um Einfluss zu nehmen. Auch werde das Gespräch mit Finanzminister Dr. Thomas Schäfer gesucht.

von Silke Pfeifer-Sternke