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Hinterland Dunkle Rauchschwaden über Friedensdorf
Landkreis Hinterland Dunkle Rauchschwaden über Friedensdorf
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15:58 22.03.2021
Die Feuerwehr bekämpfte den Großbrand von außen.
Die Feuerwehr bekämpfte den Großbrand von außen. Quelle: Thorsten Richter
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Friedensdorf

Immer wieder knallte es laut während der Löscharbeiten. Mutmaßlich waren es Autoreifen, die regelrecht explodierten. Im Gewerbegebiet von Friedensdorf stand eine große Lager- und Gewerbehalle in Flammen. Die Löscharbeiten dauerten bei Redaktionsschluss gegen 23 Uhr am Sonntagabend (21. März) ununterbrochen an. Ständig zog die Einsatzleitung weitere Kräfte, vor allem aus dem Hinterland und aus dem Nordkreis in dem Dautphetaler Ortsteil zusammen.

Bei Einsatzbeginn gegen 18.50 Uhr war zunächst nur von einer unklaren Rauchentwicklung die Rede gewesen. „Sah zunächst gar nicht ganz so schlimm aus“, kommentierte ein Anwohner die Ereignisse. Er wohnt etwa 100 Meter Luftlinie vom Ort des Infernos entfernt.

Sorge um Schadstoffe im Wasser

Denn bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte quollen bereits dicke schwarze Rauchwolken aus zerborstenen Fenstern der Halle. Die Halle hat in etwa die Größe eines Fußballfeldes. Im Zentrum der Löscharbeiten stand zunächst der Kampf der Feuerwehr um eine weitere, direkt angrenzende Halle. Dort ist unter anderem ein Dachdeckerbetrieb angesiedelt. Bis zum späten Abend war es noch offen, ob es der Feuerwehr gelingen könnte, die Nachbarhalle zu retten.

„In der Halle sind 26 verschiedene Gewerbebetriebe gemeldet, vom Autoverwerter bis zu einer kleinen Bäckerei“, erläuterte Kreisbrandmeister Stephan Schienbein am Einsatzort.

Auch Technisches Hilfswerk im Einsatz

Ein weiteres Problem: Die Feuerwehr musste davon ausgehen, dass die Unmengen von abfließendem Löschwasser mit Schadstoffen belastet sein könnten. Daher rückte das Technische Hilfswerk an, um mit Sandsäcken Barrieren einzurichten. Im Einsatz waren Kräfte des THW aus Marburg. Außerdem unterstützte die Werkfeuerwehr von Behring mit einem speziellen Löschwasser-Rückhaltesystem.

Die Messgruppe der Marburger Feuerwehr war rund um den Brandort im Dauereinsatz, um die Luftzusammensetzung zu messen. Gleichzeitig warnten Polizei und Feuerwehr auf allen Kanälen vorsorglich vor der starken Rauch- und Geruchsbelastung. Wer mit dem Auto in Richtung Friedensdorf fuhr, nahm den Brandgeruch bereits bei Allendorf wahr. Die gute Nachricht kam um 22.30 Uhr: „Wir haben keinerlei Schadstoffe in der Luft gemessen“, so Kreisbrandmeister Schienbein.

Landrätin machte sich Eindruck von Situation

Ein Löschen von innen war für die Feuerwehr schon frühzeitig nicht mehr möglich. Eindeutig zu gefährlich. Deshalb folgte der Einsatz von drei Drehleitern aus Biedenkopf, Gladenbach und Fronhausen, außerdem von unzähligen Löschschläuchen, später auch von speziellen Werfern aus. Außerdem war naturgemäß die komplette Dautphetaler Wehr und der Katastrophenschutz-Zug der Feuerwehr Breidenbach vor Ort.

Eine Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes übernahm die Versorgung der Einsatzkräfte. Landrätin Kirsten Fründt traf am Abend auch vor Ort ein, um sich einen Eindruck von der Situation und der Lage der Einsatzkräfte zu verschaffen.

Brandursache ist unklar

Die Zahl der Einsatzkräfte erhöhte sich ständig. Bei Redaktionsschluss am Sonntagabend (21. März) waren es bereits mehr als 150 Feuerwehrleute. Über die Brandursache und die Schadenshöhe wollte gestern (21. März) am späten Abend niemand spekulieren. „Die Halle muss kontrolliert abbrennen, dann müssen wir weiterschauen“, erklärte ein Kriminalbeamter vor Ort. Kurz vor 23 Uhr dauerte der Kampf gegen Flammen und Rauch noch an.

Von Michael Rinde

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