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Hinterland Digital das Virus in Schach halten
Landkreis Hinterland Digital das Virus in Schach halten
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19:00 06.06.2021
Die Luca-App ist leicht zu installieren und vermindert anschließend den Aufwand beim Registrieren der persönlichen Daten beim Einkaufen oder dem Zutritt zu einem Restaurant.
Die Luca-App ist leicht zu installieren und vermindert anschließend den Aufwand beim Registrieren der persönlichen Daten beim Einkaufen oder dem Zutritt zu einem Restaurant. Quelle: Thorsten Richter
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Biedenkopf

Die zurückgehenden Zahlen der Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, bringen einige Erleichterungen im täglichen Leben mit sich. Was bleibt, sind lästige Auflagen, wie zum Beispiel das Ausfüllen von Formularen, damit die Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern eventuelle ­Kontakte mit Infizierten zurückverfolgen können. Dabei gibt es nützliche Helfer, die sowohl den Anbietern von Dienstleistungen als auch den Kunden das Leben erleichtern können.

Zum Beispiel mit der Luca-App. Mit dem Einsatz dieses Hilfsmittel beschäftigten sich vor rund zwei Wochen schon Rainer Schmidt und auch die Besitzer des Kornhauses in Mornshausen. Der Vorsitzende des Gladenbacher Gewerbevereins vermochte nicht zu sagen, wie viele Mitglieder die App-Möglichkeit nutzen möchten, für sein Schuhgeschäft sei dies jedoch interessant, er werde es auf jeden Fall einrichten.

Mit diesem Hilfsmittel ist es möglich, Kontaktdaten in Geschäften, im Café, im Restaurant oder bei Veranstaltungen zu hinterlassen, ohne einen Schreibstift in die Hand nehmen zu müssen.

Es entfallen somit Sicherheitsrisiken, das Stifte-Desinfizieren und die zeitaufwendige Zettelwirtschaft und Papierlisten. Die Nutzer registrieren sich zum Beispiel mit der Luca-App beim Betreten eines Cafés über einen QR-Code und checken wieder aus, wenn sie das Lokal verlassen.

Sollten dort zur selben Zeit Infizierte gewesen sein, werden diese Informationen nach Freigabe datenschutzkonform und verschlüsselt an das nächste Gesundheitsamt übermittelt. Dieses kann dann die Nachverfolgung starten. Für andere, also Anbieter oder Nutzer, sind die persönlichen Daten nicht einsehbar.

Offen ist, wie sehr die App im Landkreis verbreitet ist. Das Nutzen der App ist freiwillig und steht dem Handel sowie dem gastronomischen und kulturellen Bereich kostenlos zur Verfügung. Dazu schlossen 13 Bundesländer Lizenzverträge ab, seit Anfang Mai sind 300 der rund 400 bundesdeutschen Gesundheitsämter an das luca-System angebunden, darunter auch der Landkreis Gießen und der Lahn-Dill-Kreis. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf läuft das luca-System nach einer Testphase seit Mitte Mai, erklärt Pressesprecher Stephan Schienbein. Ein weiteres elektronisch basiertes Hilfsmittel erleichtert den Testzentren die Arbeit. Timo Simmer findet die digitale Lösung Probatix des Berliner Startups Venture Leap „sehr gut, weil für Kunden und Betreiber optimal“. Laut dem Leiter der Testcenter des DRK-Kreisverbandes Biedenkopf ist Probatix seit Ende März im Einsatz und zeichne sich durch seine allumfassende Software und die sehr große Anwenderfreundlichkeit aus.

Es ermöglicht von der Anmeldung und Terminbuchung bis zum Übertragen des Ergebnisses per Probatix-Tagespass aufs Handy eine Erleichterung für Anbieter und Nutzer. Auch der DRK-Kreisverband Marburg-Gießen setzt in seinen rund 30 Testzentren auf Probatix.

Bei Probatix können Testwillige online einen Termin buchen. Negativ Getestete erhalten innerhalb von 20 Minuten eine E-Mail mit Link zum Tagespass. Der Abruf des Tagespasses auf das Handy erfolgt für 24 Stunden über den Klick auf den Link.

Dieser Pixel-Code kann am Eingang eines Restaurants, Veranstaltungsortes oder einer körpernahen Dienstleistung mit jedem handelsüblichen Smartphone gescannt und das Ergebnis überprüft werden.

Mit der Luca-App können sich Nutzer in wenigen Schritten registrieren. Sie scannen mit dem Smartphone beim Einkauf in teilnehmenden Geschäften einen ausgestellten QR-Code ein und checken beim Verlassen des Ortes wieder aus. Erfolgt eine Infektionsmeldung an das Gesundheitsamt, werden die Betroffenen kontaktiert.

Die infizierte Person kann nun in der Luca App via TAN ihre Historie an ein Gesundheitsamt freigeben. Dieses entschlüsselt die Historie und erhält Informationen über Aufenthaltsorte in den vergangenen 14 Tagen. Diese kontaktiert das Gesundheitsamt und fordert die Betreiber auf, die verschlüsselten, zeitlich relevanten Check-ins im Luca-System freizugeben. Nach dem Entschlüsseln kann eine schnelle und lückenlose Nachverfolgung der Kontaktpersonen eingeleitet und diese können informiert werden.

Von Gianfranco Fain

04.06.2021
02.06.2021