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Hinterland Wenn Wünsche teuer werden
Landkreis Hinterland Wenn Wünsche teuer werden
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09:00 27.10.2019
Wie dieses Archivfoto zeigt, war der Zustand der Kreisstraße 49 in Weipolts­hausen schon vor Jahren schlecht. Quelle: Gianfranco Fain
Weipoltshausen

Bleiben die Kosten der Sanierung der Kreisstraße 49 auf den Anliegern hängen, falls bald nach der Fertigstellung der Bauarbeiten das Land die Beteiligung von Anliegern an den Straßenausbaubeiträgen streicht? Das fürchten die Anwohner der K 49 in Weipoltshausen und erwarten dazu eine Erklärung der Gemeinde. Denn die Lage hat sich um einiges verändert, seitdem der Wunsch der Straßenausbesserung im Ort laut wurde.

Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts hoffen die Bewohner des Lohraer Ortsteils, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf der in den Ort führenden Kreisstraße zumindest eine­ neue Deckschicht verpasst – und werden nun erhört. Im nächsten Jahr, so die Ankündigung aus dem Kreishaus, wird die K 49 erneuert und zwar richtig.

Die Schäden sind mittlerweile so tiefgehend, dass die Straße von Grund auf neu gebaut werden muss. Das hätten Bodenuntersuchungen ergeben. Im Zuge dieses Beschlusses wird das Dorf am südlichen Zipfel des Landkreises für rund ein Jahr zur Großbaustelle. Denn der Kreis plant nun zusätzlich die Sanierung der Fahrbahndecke der K 49 bis zum Anschluss an die Landesstraße 3061.

Zudem muss die Gemeinde Lohra am erneuerten Teil der Kreisstraße die sogenannten Nebenanlagen, hauptsächlich die Gehwege, sanieren. Ferner haben Bodenuntersuchungen des gemeindlichen Straßenteils in dem Sackgassendorf ergeben, dass auch der Abschnitt ab dem Dorfgemeinschaftshaus grundhaft zu sanieren ist.

Waßmuth fordert eine Anliegerinformation

Eine grobe Kostenschätzung für den gemeindlichen Teil und die Nebenanlagen der Kreisstraße nennt eine Gesamtsumme von rund 1,2 Millionen Euro, von denen rund 500.000 Euro auf die Gemeinde entfallen, der größere Anteil geht zu Lasten der Anlieger.

Nun sei die Stimmung im Ort sehr gemischt, sagte Ortsvorsteher Klaus Müller im Haupt- und Finanzausschuss. Dass nun auch der hintere Teil der Straße saniert werden solle, habe zu ­Irritationen geführt. Die Kosten schwebten wie ein Damoklesschwert über den Anwohnern und man frage sich, was die Gemeinde tue, falls die Straßenausbaubeiträge bald entfallen.

Solchen Spekulationen sollte­ man sich nicht hingeben, ­meinte CDU-Fraktionschef Werner Waßmuth. Er kritisierte das Verfahren und fordert eine Anliegerinformation, bevor die ­Gemeindevertreter den Ausbau beschließen. Dies war während der Sitzung am Donnerstag geplant.

Nun soll beschlossen werden, am 7. November ­eine Anliegerversammlung einzuberufen, darin geäußerte Änderungswünsche im Hauptausschuss zu diskutieren und die Gemeindevertreter am 14. November in einer Sondersitzung entscheiden zu lassen.

von Gianfranco Fain