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Hinterland Die Abgeltungsteuer für Anfänger
Landkreis Hinterland Die Abgeltungsteuer für Anfänger
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17:50 31.07.2012
Der Marburger Steuerexperte Oliver Rhodius hat ein Fachbuch über die Abgeltungsteuer geschrieben, in dem er das Thema sowohl für Spezialisten als auch Laien erklärt. Quelle: Privatfoto
Marburg

Seit 1. Januar 2009 gelten in Deutschland neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die Besteuerung von Kapitalerträgen. Mit dem Slogan „25 Prozent auf Alles“ wurde seinerzeit die sogenannte „Abgeltungsteuer“ beworben, die seitdem auf private Kapitaleinkünfte anwendbar ist.

Doch so einfach wie geplant, ist die Anwendung des neuen Steuerrechts nicht. Das wird im Buch des Marburger Steuerexperten Oliver Rhodius, das er gemeinsam mit Johannes Lofing geschrieben hat, deutlich. Das Fachbuch mit dem Titel „Kapitalertragsteuer und Abgeltungsteuer verstehen“ erschien im Springer Gabler Verlag und beschreibt das Thema Abgeltungsteuer aus der Praxis. Auf rund 300 Seiten zeigt es die vielen Regelungen auf, die Banken, Kunden und Steuerberater seit der Einführung beachten müssen.

„Die ganzen Besonderheiten der Abgeltungsteuer sind heute nur schwer überschaubar und im Detail schwer verständlich“, erklärt Oliver Rhodius, der sich seit mehr als zwölf Jahren in Banken mit der Besteuerung von Kapitalerträgen auseinandersetzt und Kreditinstitute in dieser Thematik schult.

„Es ist allerdings zu erwähnen, dass meistens nicht der Kleinanleger betroffen ist, sondern vermehrt Kunden mit sehr umfangreichen Depots und Anlageformen“, erklärt der Experte. Nachdem die Banken die jährlichen Steuerunterlagen an die Kunden verschickt haben, stehen die Telefone der Steuerexperten nach Rhodius Aussage nicht mehr still: „Kunden, Steuerberater oder auch Vermögensverwalter stoßen beim Studium der oft sehr umfangreichen Unterlagen immer wieder auf Sachverhalte, die sie mangels konkreter Hinweise oder Fachkenntnis hinterfragen müssen“, berichtet der Marburger. Zudem seien viele Ertragsabrechnungen der Banken für Kunden kaum noch nachvollziehbar. „Banken sollen seit 2009 viele Tätigkeiten übernehmen, die bisher von den Finanzämtern im Rahmen des steuerlichen Veranlagungsverfahrens durchgeführt wurden“, erläutert Rhodius. Der Kunde solle von seiner Bank am Jahresende steuerlich so gestellt werden, dass er gar nicht mehr in das Veranlagungsverfahren müsse, sofern nicht andere Sachverhalte vorliegen würden, die dies erforderlich machten: „Dazu gehören seit drei Jahren auch sogenannte aggregierte beziehungsweise summierte Steuergutschriften oder Nachbelastungen, die im Laufe eines Kalenderjahres durchgeführt werden und mit einer permanenten Verrechnung von positiven und negativen Kapitalerträgen zu tun haben.“

Das bedeute, dass die Kreditinstitute alle Bewegungen von Depots und Konten sammeln, die steuerliche Auswirkungen haben, und gegeneinander verrechnen, also zu einer Buchung zusammenfassen. So wird von den Banken ein sehr komplexes System mit sogenannten Verrechnungstöpfen praktiziert, bei dem zwischen allgemeinen Verlusten, Aktienverlusten und einer anrechenbaren ausländischen Quellensteuer unterschieden wird. „Die Banken führen diese Verrechnungstöpfe, weil sie die Einnahmen mit den Verlusten verrechnen“, schildert der Marburger Experte das Verfahren. Zudem sei von Banken gegebenenfalls auch noch eine Kirchensteuer einzubehalten, was die Berechnung der Kapitalertragsteuer weiter verkompliziert. „Der Kunde verliert den Überblick, das Schema wird für ihn undurchsichtig“, erläutert Rhodius. Mit dem Buch wollen er und Johannes Lofing einen praxisnahen Einblick in das komplexe Regelwerk der Abgeltungsteuer geben. „Wir beschreiben zur besseren Nachvollziehbarkeit an vielen Stellen die Anwendung der Regelungen mit Beispielen“, betont Rhodius. Das Fachbuch sei durch seinen Umfang und seinen Praxisbezug eines der wenigen Werke zur Abgeltungsteuer, das sowohl für Spezialisten als auch für Laien verständlich sei.

von Katharina Kaufmann

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