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Hinterland Ab August 2020 rollt der Ball wieder
Landkreis Hinterland Ab August 2020 rollt der Ball wieder
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10:00 13.09.2019
Die Sanierungsarbeiten sind bereits in vollem Gange. Der Rasenplatz des SSV Allna-Ohetal war nach der Verwüstung durch Wildschweine nicht mehr bespielbar. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Sinkershausen

Wenn alles planmäßig läuft, ist der Rasenplatz in Sinkershausen in der kommenden Saison (August 2020) wieder bespielbar. Davon geht Hermann Koch, Vorsitzender des SSV Allna-Ohetal, aus. Ende vergangener Woche wurde mit der Sanierung des Sportplatzes begonnen – obwohl noch nicht alle Förderzusagen beim Sportverein eingetroffen sind und es noch Klärungsbedarf mit der Unteren Naturschutzbehörde wegen ein paar Bäumen gibt. Da das Land Hessen aber eine vorzeitige Baubewilligung erteilt hat, wartete der Sportverein nicht länger ab und ließ die Planierraupen kommen. 

Die Rotte Wildschweine, die die Rasenfläche über Nacht in einen Acker verwandelt hat, stellte den 110 Mitglieder zählenden Verein vor eine Herkulesaufgabe. 188.000 Euro kostet die Sanierung. Zugleich soll das Aufstellen eines Zauns die Wildschweine davon abhalten, den Sportplatz erneut zu verwüsten. Die Förderung vom Land Hessen, dem Landkreis, der Stadt Gladenbach und dem Landessportbund beläuft sich auf 96.000 Euro.

Spendenaktion läuft noch

Die Eigenmittel, die der Verein aufbringen muss, belaufen sich auf 55.000 Euro, die Eigenleistung wird auf 37.000 Euro beziffert. Somit muss der Verein in Summe 92.000 Euro für die Sanierung des Sportplatzes selbst aufbringen. Damit dies gelingt, hat sich der Verein etwas einfallen lassen. Der 350 Meter lange Zaun, der den Sportplatz umschließen soll, besteht aus Zaunfeldern. Diese bietet der Verein Sponsoren für 55 Euro an.

„Wer möchte, kann gern mehr geben“, sagt Koch. Die Sponsoren erhalten als Gegenleistung eine Widmung am Zaun und haben sich somit im Projekt verewigt. Bisher hat der Verein mit der Aktion schon fleißig Geld eingesammelt. 30.000 Euro befinden sich auf seinem Konto. Es besteht aber noch immer eine Finanzierungslücke von 25.000 Euro, die es zu schließen gilt.

Damit überhaupt ein Spielbetrieb stattfinden kann, sind die Fußballer auf einen Reserveplatz in Runzhausen ausgewichen. Der Platz musste zunächst mit einer neuen Beschichtung aus Sand etwas hergerichtet werden, damit er als Hartplatz für die laufende Saison bespielbar wurde. Im August 2020 – so hofft Koch – wechselt der Spielbetrieb wieder nach Sinkershausen.

500 Tonnen Boden bewegen die Maschinen

Ein Großteil des Mutterbodens wurde abgetragen, damit die Planierraupen den Sportplatz begradigen können. Diese Arbeiten laufen derzeit. Anschließend wird die Drainage­ eingebaut, über die eine 15 Zentimeter dicke Filterschicht kommt. Danach wird der Mutterboden – mit neuen Zusätzen versehen – wieder auf dem Sportplatz verteilt. 500 Tonnen Boden bewegen die Maschinen. Dann wird der Platz begradigt und Rasen eingesät.

„Es ist einiges zu tun“, sagte Koch, der sich darauf freut, dass der Sportplatz in absehbarer Zeit wieder für den Spielbetrieb genutzt werden kann. Sinkershausen ist dann wieder um eine kleine Attraktion reicher. Schließlich ist der Rasenplatz der erste, der im Stadtgebiet von Gladenbach errichtet wurde.

von Silke Pfeifer-Sternke