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Hinterland Der Countdown läuft
Landkreis Hinterland Der Countdown läuft
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10:59 14.08.2019
Am Dienstag schmückten Helfer die Straßen der Stadt mit jungen Bäumen, Fahnen und Girlanden. Am Donnerstag beginnt der Biedenkopfer Grenzgang, der letztmals vor sieben Jahren stattfand. Quelle: Gianfranco Fain
Biedenkopf

Nach sieben Jahren ist es wieder soweit: Der Grenzgang steigt in Biedenkopf.

Die Organisatoren des Grenzgangvereins erwarten erfahrungsgemäß Zehntausende Besucher und Mitwanderer, die zum Teil auch von anderen Kontinenten nach Biedenkopf anreisen, zu den drei Tagen des größten Heimatfestes der Region, das vom 15. bis 17. August im Hinterland stattfindet.

Dann herrscht in der ehemaligen Kreisstadt Ausnahmezustand. Dieser beginnt am Donnerstag um 6 Uhr mit dem Wecken der Bürger durch Böllerschüsse. Anschließend erfolgt der Aufmarsch der Männer- und Burschenschaften vor den Offiziellen des Grenzgangvereins auf dem Marktplatz.

Wichtige Infos

Grenzgang schränkt Verkehr ein

Mit dem Taxi oder Bus zum Festplatz

Nach einem militärisch anmutenden Zeremoniell zieht der Grenzgangszug ab 7 Uhr unter Führung der Komitee-Mitglieder, des Mohren, der Wettläufer und Sappeure durch die Stadt zum überprüfen der Grenzsteine auf der ersten Etappe des Grenzgangs.

An allen drei Tagen werden gegen 9.30 Uhr die Frühstücksplätze erreicht, von wo aus der Zug nach einer rund zweieinhalbstündigen Pause weiter auf der Grenze entlang bis in die Stadt geht. Dort folgt auf dem Festgelände Vergnügen und Tanz bis in die Nacht.

Wer alle drei Etappen mitwandert, legt an den drei Tagen rund 46 Kilometer zurück. Unterwegs sorgen die Wettläufer mit ihren Peitschen dafür, dass kein Teilnehmer vom rechten Weg abkommt.

Mehr zum Grenzgang

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Meilenstein für Grenzsteinfetischisten

Wettläufer und Mohr sind unterwegs für das „Huppchen“ von willigen Wanderern auf den Grenzsteinen zuständig.

Dreimal geht es dann über dem Stein mit den Worten „Der Stein, die Grenze, in Ewigkeit“ in die Höhe.

Ein Trinkgeld dankt der Mohr mit dem Schwärzen der Wange des Spenders.

Die Tradition des dreitägigen Grenzgangs reicht bis ins Jahr 1773 zurück. Sie erinnert daran, dass ab 1693 die Standorte der Grenzsteine überprüft wurden, um zu verhindern, dass neidische Nachbarn diese versetzten, um sich Teile des Biedenkopfer Stadtwaldes anzueignen.     

Das Programm

Mittwoch, 14. August:
ab 18 Uhr Vorfeier mit Böllerschießen vom Schlossberg, Platzkonzert in der Stadt und Illumination derselben.

Donnerstag, 15. August:
6 Uhr: Böllerschießen vom Schlossberg; Weckruf durch die Musikkapellen.
6.30 Uhr: Aufstellen des Festzuges auf dem Marktplatz und Ansprache des Bürgermeisters;
Festzug durch die Oberstadt zum Marktplatz, durch die Hainstraße und über die Ludwigshütte zur Grenze.
7 Uhr: Grenzbegehung auf der linken Lahnseite.
9.30 Uhr: Frühstück auf der Sackpfeife.
12 Uhr: weitere Grenzbegehung bis zur „Rauhen Wiese“ und zurück in die Stadt.
16.30 Uhr: Festzug zur Oberen Bleiche; Volksfest und Tanz bis 23 Uhr.

Freitag, 16. August:
6 Uhr: Böllerschießen, Weckruf durch die Musikkapellen.
6.30 Uhr: Aufstellen des Festzuges.
7 Uhr: Abmarsch durch die Bachgrundstraße, Straße Am Bahnhof, Hospitalstraße, den Galgenberg hinauf über den „Staffel“ zur „Rauhen Wiese“.
9.30 Uhr: Frühstück auf der „Hasenhardt“.
12 Uhr: weitere Grenzbegehung bis zur Erlenmühle und zurück in die Stadt.
16.30 Uhr: Festzug zur Oberen Bleiche; Tanz bis 23 Uhr.

Samstag, 17. August:
6 Uhr: Böllerschießen, Weckruf durch die Musikkapellen.
6.30 Uhr: Aufstellen des Festzuges.
7 Uhr: Abmarsch durch die Hainstraße zur Ludwigshütte; Begehung der Grenze auf der rechten Lahnseite.
9.30 Uhr: Frühstück am „Gespaltenen Stein“.
12 Uhr: weitere Grenzbegehung über die Erlenmühle zurück in die Stadt.
17.30 Uhr: Festzug zur Oberen Bleiche.
23 Uhr: Großfeuerwerk.     

von Gianfranco Fain