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Hinterland Wanderweg und Pilgerpfad
Landkreis Hinterland Wanderweg und Pilgerpfad
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17:58 16.08.2021
Der idyllische Lautzebach-Weiher lädt dazu ein, den Impulsen des Flyers zum Pilgerweg zu folgen und sich Gedanken über die Natur zu machen.
Der idyllische Lautzebach-Weiher lädt dazu ein, den Impulsen des Flyers zum Pilgerweg zu folgen und sich Gedanken über die Natur zu machen. Quelle: Sascha Valentin
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Dautphe

Die Streuobstwiesenroute rund um Dautphe nimmt in der heimischen Wanderlandschaft eine Doppelrolle ein: Sie bildet nicht nur eine Extratour des Lahn-Dill-Bergland-Pfades, sondern ist auch einer von vier Pilgerwegen im Dekanat. Passend zum Charakter der Tour, die unter anderem an den Streuobstwiesen des Obst- und Gartenbauvereins vorbeiführt, steht der Pilgerweg unter dem Motto „Wachsen und Reifen“.

Gleich am Startpunkt an der Martinskirche erwartet die Wanderer bereits eine Attraktion: Beim Dach des Gotteshauses handelt es sich nicht nur um das älteste Kirchendach Deutschlands, sondern um eines der ältesten Mitteleuropas. Sowohl in der Kirche, als auch im Pfarrgarten, der auf dem Weg durchstreift wird, finden sich allerlei Informationen zu der Martinskirche und den Pfarrern, die dort tätig waren.

Hinauf zur Schutzhütte

Durch den alten Ortskern Dautphes geht es hinunter in die Senke, durch die der Lautzebach fließt, und über diesen Hinweg die Feldwege hinauf zur Schutzhütte. Auf dem Weg dorthin schweift der Blick über Dautphe mit dem Turm der Martinskirche, vor dem man wenige Minuten zuvor noch staunend gestanden hat. Wer diesen Blick ins Dautphetal länger genießen möchte, kann dies auf dem Waldsofa unterhalb der Schutzhütte tun – eines von insgesamt vier auf der gesamten Strecke.

Am Waldrand unterhalb der Schutzhütte führt der Weg weiter Richtung Silberg – immer parallel zur Kreisstraße 39, die nach rund einem Kilometer etwas oberhalb des Freibads überquert wird. Das kleine Waldstück, auf das die Runde zusteuert, wird links umrundet, bis das zweite Waldsofa auftaucht.

Ins Tal und über Treppen

An dieser Stelle ist ein wenig Vorsicht geboten. Denn der Streckenverlauf folgt nun nicht dem Weg hinunter ins Tal, sondern macht einen kleinen Abstecher nach links über eine im Unterholz versteckte Treppe. Dort ist man gut beraten, den Handlauf des Geländers zu nutzen, denn der Hang hinab ist steil und der Boden mitunter rutschig.

Sicher unten angekommen, geht es weiter westwärts bis zu der großen Streuobstwiese, wo sich die Pilger bewusst Gedanken über die Schöpfung und das Thema des Weges machen können. Diesen Gedanken kann man einige Meter weiter hangabwärts nachhängen. Dort erreicht der Weg den idyllischen Lautzebach-Weiher, an dessen Ufer eine Liege einlädt, zu entspannen und die Ruhe des Platzes in sich aufzunehmen.

Waldsofa zur Entspannung

Zugleich hat man hier etwa die Hälfte der Runde absolviert, die anschließend auf dem befestigten Weg wieder auf Dautphe zusteuert. Nach Verlassen des Waldes streift sie auf der linken Seite das Gelände des ehemaligen Pfadfindercamps, bevor die unteren Ausläufer des Weißenbergs erklommen werden. Nach einem knappen Kilometer erreicht man mit der Wacholderheide einen weiteren Ankerpunkt des Pilgerwegs, der sich dem Wachsen und Gedeihen verschrieben hat. Auch dort steht wieder ein Waldsofa bereit, um sich vom Reichtum der umgebenden Landschaft in einer ruhigen Minute inspirieren zu lassen.

Die restlichen rund zwei Kilometer führen die Wanderer auf einer Schleife zur Schutzhütte in Wolfgruben, von wo sich ein weiterer beeindruckender Blick über das Dautphetal bietet, und von dort zurück zum Ausgangspunkt. Wer den rund zehn Kilometer langen Pilgerweg zur inneren Einkehr nutzen möchte, der findet auf einem Infoflyer Impulse.

Pilgerwege

Vier Pilgerwege gibt es im Dekanat Biedenkopf-Gladenbach. Die Natur nicht nur zu genießen, sondern sie als Teil der Schöpfung zu verstehen – dazu laden die Strecken ein. Konzipiert hat diese Waltraut Riedel. Die Referentin für Erwachsenenbildung und Leiterin des christlichen Lebenshauses Osterfeld hat jede der vier Strecken unter ein bestimmtes Motto gestellt: „Lebenswege“, „Segensspuren“, „Ruheinseln“ sowie „Wachsen und Reifen“.

Von Sascha Valentin

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