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Hinterland Matthias Carras ist „Endlich frei“
Landkreis Hinterland Matthias Carras ist „Endlich frei“
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11:00 20.06.2022
Matthias Carras ist in die Welt des Schlagers zurückgekehrt. Jetzt ist sein neues Album „Endlich frei“ erschienen.
Matthias Carras ist in die Welt des Schlagers zurückgekehrt. Jetzt ist sein neues Album „Endlich frei“ erschienen. Quelle: Liviu Mihai
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Biedenkopf

Das Warten hat für die Fans des Schlagersängers Matthias Carras endlich ein Ende. Nach neun Jahren Pause ist sein neues Album „Endlich frei“ auf dem Markt. Zwölf Songs und zwei Remixe, die nach Aussage von Kennern „typisch Matthias“ sind. „Die Titel haben viel Potenzial und Matthias Carras kehrt damit zu sich selbst zurück“, schreibt etwa Ute Brüning im Fox-Magazin.

Überschattet ist das Erscheinen des Albums allerdings von Carras’ Krankheitsgeschichte. Zu Beginn des Jahres sah es danach aus, als ob der 57-Jährige den Knochenmarkkrebs hinter sich lassen könnte. Er trage keine Tumorzellen mehr in sich, schrieb Matthias Carras, der bürgerlich Matthias Blöcher heißt, am 1. Februar auf Facebook: „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.“

Rege Nachfrage schon vor Verkaufsstart

Doch schon Ende März gab es schlechte Nachrichten. Der Krebs war zurück, an einer weiteren Chemotherapie führte kein Weg vorbei. Ein Grund, warum Matthias Blöcher sein neues Album nicht mit Interviews und Gesprächen bei den Radiosendern bewerben kann. Das schaffe er zeitgleich mit der Chemotherapie nicht, sagte er jüngst im Pressegespräch, die neuerliche Erkrankung habe ihn ziemlich zurückgeworfen.

Um so gespannter ist der 57-Jährige, wie das neue Album bei den Fans ankommt. „Freudig erregt“ sei er, sagte Matthias Blöcher. „Ich bin sehr gespannt, was passiert und wie die Leute die Songs aufnehmen.“ Hoffnung macht ihm unter anderem, dass sich die CD schon vor dem offiziellen Verkaufsstart reger Nachfrage erfreut. In den Bestsellerlisten von Amazon war die in der Rubrik „Schlager & Volksmusik“ in den vergangenen Tagen unter den Top 100 zu finden – obwohl sie noch gar nicht auf dem Markt war. Natürlich hofft der 57-Jährige, dass in den nächsten Wochen weitere Lieder in die Hitparaden kommen, so wie es in den vergangenen Monaten bereits bei Vorabveröffentlichungen einzelner Lieder bei Radio 700, Antenne Brandenburg und Radio Sachsen der Fall war.

„Smago!“-Award für Carras

Doch nicht nur das Radio interessiert sich für den Mann aus Biedenkopf, der Ende der 1990er mit Liedern wie „Ich krieg nie genug von dir“ und „Ich bin dein Co-Pilot“ regelmäßiger Gast der Schlager-Charts war. Die Filmemacherin Melanie Wied aus Bad Laasphe hat ihn kürzlich besucht. Zustande kam der Kontakt über ihren Mann. Der hatte sich von Matthias Blöcher, als der noch in einem Raum seines Hauses als Barbier tätig war („Der Bartgeber“), gerne den Bart schneiden lassen. Zu sehen sein wird der Beitrag, der bei Carras daheim und am Landgrafenschloss in Biedenkopf gedreht wurde, laut Aussage des Schlagersängers bei RTL 2, Anixe und Bibel TV.

Und noch etwas weiß der 57-Jährige stolz zu berichten. Das Online-Magazin „Smago!“, ein Magazin über deutsche Musik, hat den Biedenkopfer in diesem Jahr mit dem „Smago!“-Award ausgezeichnet. Einem Musikpreis, mit dem Künstler seit 2011 für besondere Leistungen und Erfolge in der Schlagerszene geehrt werden. Zu den zahlreichen Preisträgern der vergangenen Jahre gehörten beispielsweise Die Amigos, Bernhard Brink und Florian Silbereisen.

Musik, Familie und Gott geben Kraft

Im März hatte Carras im Gespräch berichtet, das Aufnehmen neuer Lieder und das Planen eines neuen Albums seien wie eine Therapie für ihn gewesen. „Der Weg ins Studio war der Punkt, an dem es anfing, wieder bergauf zu gehen“, erzählte er offen. „Ich habe wieder Sinn in etwas gesehen.“ Hätte es dieses Projekt nicht gegeben, dann wäre er vermutlich in ein noch tieferes Loch gefallen.

Doch das ist nicht die einzige Kraftquelle, wie er in einem Interview mit dem Portal www.schlager.de berichtete, nachdem sein Krebs wieder zurückgekehrt war. Er ziehe die Kraft aus der Liebe, die ihm seine Frau, seine Kinder und seine Enkelkinder entgegenbrächten, erzählte er. Und nicht nur das: „Ganz viel Kraft ziehe ich aus langen Gesprächen mit Gott, der mir immer wieder auf die Beine hilft.“

Von Hartmut Bünger