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Hinterland Das Stadttor aus Styropor steht wieder
Landkreis Hinterland Das Stadttor aus Styropor steht wieder
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18:33 13.08.2019
Eine Merlo-Hebebühne der Firma Schreiner half dabei, die Bauteile richtig zu platzieren. Quelle: Hartmut Bünger
Biedenkopf

Besonders beeindruckend ist der Anblick in den Abendstunden, denn dann wird das Tor von mehreren Scheinwerfern angestrahlt.

Zum siebten Mal steht das Stadttor seit 1984 an dieser Stelle: sechsmal bei Grenzgängen und einmal zur 750-Jahr-Feier.

Verantwortlich bleibt die Männergesellschaft Stadtgasse. Deren Bürger richteten die Bauteile, die zwischen den Grenzgängen in Dexbach gelagert werden, in den vergangenen Wochen am Staffelberg her und montierten sie am Samstag an Ort und Stelle.

Veteranen legten letzte Hand an

Hilfe bekamen sie dieses Mal unter anderem aus Steffenberg: Die Firma Schreiner stellte ­eine Merlo-Hebebühne, die ein besonders ruhiges Arbeiten in luftiger Höhe ermöglichte. Unterstützung kam aber auch von anderer Seite. Die Firma Scheld übernahm den Transport der Teile zum Marktplatz. Und als Fritz Lissner krankheitsbedingt ausfiel, erklärte sich Helmut Böhle kurzfristig bereit, zu helfen.

Zusammen mit einigen Bürgern der Männergesellschaft nahmen der Wettläufer des Grenzgang 1970 und der Mohr von 1998 die letzten Ausbesserungsarbeiten vor, als das Tor schon stand.

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Für den siebten Aufbau des Tores hatten sich die Bürger allerlei Neues einfallen lassen.

In der Vergangenheit waren die riesigen Styroporblöcke, deren Wert bei ihrer Anschaffung im Jahr 1984 bei rund 5.000 D-Mark lag, verklebt und bei Abbau an den Schnittstellen wieder zersägt worden.

Darunter hatten die Blöcke allerdings gelitten. In diesem Jahr setzen die Männer daher auf Stahlplatten, aus denen auf beiden Seiten lange Metallstifte herausragen, die für den nötigen Halt der Blöcke sorgen sollen.

Bausteine sollen auch 2026 genutzt werden

Auch an anderer Stelle gehen die Männer einen neuen Weg. Als das Tor stand, wurden die Ritzen zwischen den Blöcken mit einem breiten Klebeband überklebt, das anschließend bemalt wurde. Dieses Klebeband kann beim Abbau wieder abgezogen werden, ohne dass Styropor in Mitleidenschaft zu ziehen.

„Wir gehen daher davon aus, dass wir das Tor auch 2026 wieder werden aufbauen können“, erklärte Erich Frankenberg, Ehrenführer der Stadtgasse, dem der Aufbau des Stadttores ein Herzensanliegen ist. Er zeigte sich auch froh darüber, dass die betroffenen Nachbarn mitziehen.

Durchfahrt ist größer als im Original

Das Styropor-Stadttor steht etwa an jener Stelle, an der in früheren Zeiten die Marienpforte zu finden war. Allerdings ist es nicht ganz dem historischen Vorbild nachempfunden. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Feuerwehr fähig sein muss, das Tor im Notfall zu durchfahren.

Während des Grenzgangs wird das Stadttor am Eingang der Stadtgasse nun wieder die Grenzgänger begrüßen. Abgebaut wird es, so die derzeitige Planung, am Montag nach dem Grenzgang.

von Hartmut Bünger