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Hinterland Finanzspritze für Gladenbacher Vereine
Landkreis Hinterland Finanzspritze für Gladenbacher Vereine
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16:00 03.01.2022
Die Stadt Gladenbach schüttet 20.000 Euro an örtliche Vereine aus, die seit der Corona-Pandemie zum Teil erhebliche Einnahmeverluste verzeichneten. Formlose Bewerbungen nimmt der Magistrat bis zum 31. Januar entgegen.
Die Stadt Gladenbach schüttet 20.000 Euro an örtliche Vereine aus, die seit der Corona-Pandemie zum Teil erhebliche Einnahmeverluste verzeichneten. Formlose Bewerbungen nimmt der Magistrat bis zum 31. Januar entgegen. Quelle: Michael Tietz
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Gladenbach

Die Pandemie stellt die Vereine vor große Herausforderungen – auch finanzieller Art. Weil Veranstaltungen seit fast zwei Jahren kaum noch möglich sind, fehlen ihnen wichtige Einnahmequellen. Die üblichen Mitgliedsbeiträge und Spendengelder brechen vielerorts ebenfalls weg. Eine kleine Finanzspritze bekommen nun Gladenbacher Vereine – wenn sie sich dafür rechtzeitig anmelden.

Einstimmig sprachen sich die Stadtverordneten in ihrer Jahresabschluss-Sitzung für die Corona-Hilfe aus. Den Anschub lieferte ein Antrag der CDU, der kurzerhand überarbeitet und in einer interfraktionellen Initiative mündete.

Anlass war das vom Kreistag am 19. November beschlossene zweite Corona-Zukunftspaket zur Überwindung der Pandemie. Dieses beinhaltet mehrere Fördertöpfe für die Kommunen in Marburg-Biedenkopf. Das bereitgestellte Geld soll unter anderem den betroffenen Vereinen zugutekommen. Der Landkreis überweist dafür 14 666 Euro nach Gladenbach.

Die Christdemokraten schlugen zunächst vor, diesen Betrag aufzuteilen. Die örtlichen Vereine sollten 10 000 Euro bekommen. „Sie sind das Herz unserer Gesellschaft und das Epizentrum ehrenamtlichen Engagements“, heißt es in dem Antrag. Hier kommen die Bürger zusammen – doch genau diese Tatsache wurde dem Vereinsleben während der Pandemie zum Verhängnis.

Egal ob Sport- oder Kulturverein, ob Schulförder- oder Feuerwehrverein – die erlassenen Kontaktbeschränkungen beeinträchtigen den üblichen gemeinschaftlichen Alltag erheblich und bereiten den Vorständen zunehmend auch finanzielle Sorgen.

Die sonst bei Festen und Auftritten erzielten Einnahmen bleiben aus. Ein Großteil der Kosten für den Vereinsbetrieb verschwindet dagegen nicht. So müssen die Fußballer weiterhin ihre Plätze und Sportheime in Schuss halten, der Heimatverein für die Unterhaltung des Museums und weiterer Einrichtungen aufkommen.

Laut ursprünglichem CDU-Antrag sollten die restlichen 4 666 Euro für die Modernisierung der Weihnachtsbeleuchtung im Stadtgebiet verwendet werden. Diesem Ansinnen wollten sich die Vertreter von SPD, Freien Wählern und Grünen aber nicht anschließen. Auch deshalb nicht, weil bereits aus einem anderen Fördertopf des Corona-Zukunftspakets des Kreises Geld für diese Vorhaben nach Gladenbach und Weidenhausen fließen soll.

Die Stadtverordneten verständigten sich schließlich darauf, den kompletten Betrag den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Auf Anregung von Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) stockte der Magistrat die Finanzhilfe dann auf 20.000 Euro auf. Möglich machen dies Restmittel aus dem aktuellen Haushaltsplan der Stadt, die in diesem Jahr nicht mehr benötigt werden.

Das Geld war für ein Netzwerktreffen für Vertreter aus Wirtschaft und Politik vorgesehen. Die Veranstaltung konnte aber wie schon 2020 Corona-bedingt nicht stattfinden. Mit den 20.000 Euro können die Vereine Einnahmeverluste etwas abmildern. „Wir wissen, dass dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Aber die Vereine und die dort geleistete ehrenamtliche Arbeit sind uns allen sehr wichtig“, betont der Bürgermeister.

Alle in Gladenbach eingetragenen Vereine können sich nun für eine Finanzspritze bewerben. Dies geschieht formlos. Allerdings sollte der Vorstand in seinem per Post oder E-Mail verschickten Schreiben kurz begründen, warum der Verein durch die Pandemie finanzielle Verluste erlitten hat. Außerdem müssen die Namen des Vorsitzenden, des Stellvertreters und Schriftführers sowie die Kontaktdaten (Anschrift, Telefon, E-Mail) und die Bankverbindung des Vereins angegeben werden.

Der Magistrat prüft alle bis zum 31. Januar eingegangenen Anträge. Anschließend wird das Geld überwiesen. „Der Betrag wird gleichmäßig auf alle korrekten Bewerbungen verteilt“, erklärt Kremer.

Von Michael Tietz