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Hinterland Corona prägt das Osterfest
Landkreis Hinterland Corona prägt das Osterfest
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20:59 03.04.2021
Die beiden Pfarrer Matthias Ullrich (links) und Klaus Neumeister verpassen den Holzpfählen für die Schilder der Emmaus-Wege noch einen Anstrich. Dann werden diese in Gladenbach und Friedensdorf aufgestellt. Foto: Michael Tietz
Die beiden Pfarrer Matthias Ullrich (links) und Klaus Neumeister verpassen den Holzpfählen für die Schilder der Emmaus-Wege noch einen Anstrich. Dann werden diese in Gladenbach und Friedensdorf aufgestellt.  Quelle: Michael Tietz
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Hinterland

Ostern ist das wichtigste Fest der Christenheit. Wegen der gestiegenen Corona-Fallzahlen können Gläubige aber auch in diesem Jahr die Auferstehung Jesu nur unter erheblichen Einschränkungen feiern. Viele Kirchengemeinden im evangelischen Dekanat Biedenkopf-Gladenbach haben in den vergangenen Tagen ihre ursprünglichen Pläne wieder über den Haufen geworfen, berichtet Pressereferent Klaus Kordesch.

Die meisten Gemeinden haben sich für den Verzicht auf Gottesdienste in ihren Kirchen entschieden. Einige feiern unter freiem Himmel, die meisten bieten Video-Aufzeichnungen, Zoom-Gottesdienste oder Tondateien zum Anhören an. Auch einige Aktionen, bei denen Kontakte minimiert werden, haben sich die Haupt- und Ehrenamtlichen einfallen lassen.
Im Kirchspiel Gladenbach (Diedenshausen, Erdhausen, Gladenbach) und im Kirchspiel Friedensdorf (Allendorf, Damshausen, Friedensdorf) gibt es keine Präsenzgottesdienste. „Wir haben aber ein schönes Ersatzprogramm geschaffen“, sagt Pfarrer Matthias Ullrich. Die Kirchenvorstände laden zu Wege-Gottesdiensten ein. Prozessionen gibt nicht. Die Strecken können allein oder mit dem eigenen Hausstand gegangen werden.

Großteil der Aktionen an der frischen Luft

Auf dem Stationenweg im Garten der Martinskirche Gladenbach können jederzeit die letzten sieben Worte Jesu am Kreuz betrachtet und bedacht werden. Gezeigt werden auf dem Stationenweg vergrößerte Kopien der Originalbilder des Künstlers Andreas Felger, die von einer Erdhäuser Familie gestiftet in der dortigen Kirche hängen. Kurze Texte, Besinnungen und Gebete laden zur Besinnung auf das eigene Leben ein.

Am Sonntag und am Montag können kleine und große Besucher die Emmauswege in Gladenbach, Friedensdorf und Damshausen erkunden. „Der Emmausgang hat eine alte Tradition und wird heute noch in Süddeutschland in manchen Regionen gepflegt. Unser Osterspaziergang kommt ursprünglich von ihm her“, erklärt Pfarrer Ullrich. Es sei ein Gang von der Finsternis ins Licht, von der Trauer in die Freude, von der Niedergeschlagenheit in die Hoffnung.

Der Emmausweg hat verschiedene Stationen und kann allein oder mit dem eigenen Hausstand gegangen werden. An den Stationen finden die Gäste kleine Texte, Bilder und auch QR-Codes für das Handy, die zu Lesungen, Gedichten und Musik führen. Am Startpunkt gibt es auch Textblätter, Osterhefte und andere Symbole für den Weg. Der Gladenbacher Emmausweg ist 2,5 Kilometer lang. Er beginnt am Kehlnbacher Kreuz, führt in Richtung Weidenhausen und Erdhausen und wieder zurück zum Ortseingang von Kehlnbach. Mitarbeiter sind am Sonntag von 10 bis 15 Uhr vor Ort. 

Viele Kirchen halten ihre Türen geöffnet

Der Friedensdorfer Emmausweg – mit Rückweg vier Kilometer lang – startet an der Schutzhütte und führt dann durch die Schlinke am Tretbecken und am Teich vorbei bis zum Gestüt Fjellhorn. Die Startstation ist Sonntag und Montag von 14 bis 18 Uhr besetzt. Einen kleinen Emmausweg mit etwa 100 Metern gibt es in Damshausen rund um die Kirche. Dieser wird an beiden Ostertagen von 14 bis 18 Uhr betreut.
Darüber hinaus finden sich in den Hinterländer Kirchengemeinden diverse Angebote im Freien oder in den Gotteshäusern. Eine Auswahl:
Die evangelische Kirchengemeinde, die Freie evangelische Kirchengemeinde und die katholische Kirche in Biedenkopf haben den für Montag geplanten gemeinsamen Kreuzweg gestrichen. Die Stadtkirche ist allerdings geöffnet. Besucher können sich in spezielle Installationen zu Ostern vertiefen und sich Osterkerzen mitnehmen oder bei den Ostertüten für Senioren und Kinder zugreifen.

Die evangelische Kirche in Wallau ist am Sonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. In Weifenbach steht die Kirche Montag von 10 bis 11 Uhr offen.
In den evangelischen Kirchen in Bottenhorn und Dernbach gibt es am Sonntag eine Ostertüte zum Mitnehmen. Rund um die evangelische Kirche in Gönnern können Interessierte bis nach Ostern einen kleinen Passionsweg gehen. An den Stationen finden sich wetterfest laminierte Texte und Gebete.

In Obereisenhausen ist für Sonntag, 6 Uhr, ein Osterfeuer mit Andacht im Pfarrgarten geplant. Von Lixfeld führt ein Kreuzweg mit elf Stationen nach Frechenhausen. Er kann bis Montag von 8 bis 20 Uhr begangen werden. Gestaltet wurde er von CVJM und Kirchengemeinde. Die Kirchen in Runzhausen, Bellnhausen und Rachelshausen sind an allen Tagen zum Gebet geöffnet. Dort kann man sich, ebenso wie in Weidenhausen, auch ein Osterlicht und einen schriftlichen Ostergruß holen.
In Hartenrod und Schlierbach lädt die Gemeinde an der katholischen Kirche am Sonntag und Montag ganztägig zur „Oster-Entdeckungs-Tour“. Start: im Waldweg 9.

Von Hartmut Bünger und Michael Tietz

01.04.2021
01.04.2021