Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland CDU hat Fünf-Punkte-Plan zur Stadtentwicklung
Landkreis Hinterland CDU hat Fünf-Punkte-Plan zur Stadtentwicklung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:38 08.03.2021
Nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch Flächen für Handel und Gewerbe wie hier in der Erweiterung am Würtenberg – das gehört für die CDU zu einer ziel- und zukunftsweisenden Stadtentwicklung.
Nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch Flächen für Handel und Gewerbe wie hier in der Erweiterung am Würtenberg – das gehört für die CDU zu einer ziel- und zukunftsweisenden Stadtentwicklung. Quelle: Sascha Valentin
Anzeige
Gladenbach

Konzentration aufs Wesentliche – diesem Leitmotiv will die Gladenbacher CDU in den kommenden fünf Jahren in der Stadtverordnetenversammlung folgen. Entsprechend sieht ihr Wahlprogramm aus, für das sie sich fünf übergeordnete Ziele gesetzt haben. „Weniger ist in diesem Falle mehr“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Marc Bastian.

Natürlich könne man viel versprechen und Luftschlösser bauen – sinnvoller aber sei es, den Fokus gezielt auf wichtige Themenblöcke zu legen, die für die Entwicklung Gladenbachs unerlässlich sind.

CDU will Bürgerbus einführen

An erster Stelle stehen für die Christdemokraten dabei die Familien: Attraktiver und bezahlbarer Wohnraum, wohnortnahe Arbeitsplätze, moderne und ausreichende Betreuungsplätze sowie sinnvolle Freizeitgestaltungsmöglichkeiten seien wichtige Standortfaktoren, die Gladenbach und die Stadtteile lebenswert machten.

Dazu gehöre es ebenso, sich rechtzeitig Gedanken um Nachfolgeregelungen für Arztpraxen zu machen oder auch, wie die Mobilität von Senioren auch ohne eigene Autos und Busverbindungen verbessert werden kann. Hier bringt die CDU zum Beispiel die Idee eines Bürgerbusses ins Spiel.

Forderung: Salzbödebahn reaktivieren

Eines dürfe nicht passieren, betont Bastian: Gladenbach soll keine „preisgünstige Alternative zu Marburg sein“, sondern die Infrastruktur müsse in Einklang mit den Bürgern gebracht werden. „Mit der Einstufung Gladenbachs als Mittelzentrum durch das Land Hessen steht und fällt alles“, sagt auch Stephan Runzheimer.

Deswegen haben der Erhalt und die Stärkung dieses Status’ für die CDU oberste Priorität. Ein Radwegenetz, das sowohl die eigenen Stadtteile als auch die umliegenden Gemeinden mit einbezieht, bedarfsgerechte Gewerbeflächen und Neubaugebiete sowie ein Ausbau der Digitalisierung spielten dabei eine gewichtige Rolle. Aber auch eine Reaktivierung der Salzbödebahn in Übereinstimmung mit Bund und Land betrachten die Christdemokraten als zukunftsweisende Maßnahme – sofern die in Auftrag gegebene Studie zu einer positiven Bewertung kommt.

Wichtig sind Kosten-Nutzenrechnung

Und alle Maßnahmen müssten immer einer Kosten-Nutzenrechnung unterzogen werden, betont auch CDU-Spitzenkandidat Hans-Hermann Ullrich: „Kostenlose Kita-Plätze, die Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen und eine gleichzeitige Steuersenkung in Verbindung mit geforderten und beschlossenen Millioneninvestitionen im Bereich Brandschutz und Kindergärten können schlichtweg nicht miteinander vereinbart werden.“

Den Bürgern etwas anderes vorzumachen, sei unrealistisch. Die CDU setzt auch auf eine offene und transparente Kommunikation, zum Beispiel beim Ausbau und der Sanierung von Straßen. „Anlieger müssen in die Planung und Kostenschätzung eingebunden werden und es bedarf flexiblerer Zahlungsmöglichkeiten für die Bürger“, sagt Marc Bastian.

Weiterer Punkt: Zusammenarbeit mit Ortsbeiräten

Aber auch die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten dürfe sich nicht auf die Zeit vor Wahlen beschränken. Hier plädiert die CDU für einen regelmäßigen Austausch.

Einen weiteren Abschnitt auf dem Fünf-Punkte-Plan der Christdemokraten stellt der Bereich Handel und Gewerbe dar. ,,Die gesunde Mischung aus Wohnraum, Gewerbe, Industrie und Handel ist ein Markenzeichen von Gladenbach und soll es auch bleiben“, betont Bastian und Stephan Runzheimer ergänzt: „Wenn wir nur auf Wohnraum setzen, verkommt Gladenbach irgendwann zur Schlafstadt.“

Keine politischen Alleingänge

Deswegen seien politische Alleingänge, wie beispielsweise bei der vorgeschlagenen Umgestaltung der Marktstraße, auch nicht zielführend. Vielmehr müsse gemeinsam versucht werden, Lösungen für ein neues Gewerbegebiet zu finden, das ins Stadtbild passt. Insgesamt gehe es darum, das Einkaufserlebnis in Gladenbach zu erhalten, wozu auch kostenfreie Parkplätze und Lade- und Tankinfrastruktur für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, aber auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein gehören.

Besonders viel Platz im Programm nimmt aber auch der Punkt Sicherheit und Zukunft ein. Den freiwilligen Polizeidienst bis in die Stadtteile ausweiten, Feuerwehren und andere in Gladenbach vertretene Hilfsorganisationen stärken. Gleichzeitig dürfe aber auch der Blick auf die Zukunft nicht vergessen werden. So stehen zum Beispiel auch alternative Bestattungs- und Energieformen, ein Ausbau des Stadtmarketings und Konzepte zur Neuausrichtung des Stadtwaldes auf der Agenda der CDU.

Von Sascha Valentin

05.03.2021
04.03.2021