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Hinterland Corona treibt Zahl der Briefwähler in die Höhe
Landkreis Hinterland Corona treibt Zahl der Briefwähler in die Höhe
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17:00 24.10.2020
Die Stimmenauszählung bei der Bürgermeisterwahl in Gladenbach erfolgt per Hand. Das Ergebnis wird den Bürgern digital präsentiert. Quelle: Nadine Weigel/Archiv
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Gladenbach

Die Corona-Pandemie wirkt sich erneut auf die verschobene Bürgermeister-Wahl in Gladenbach aus. Zum einen scheut ein Teil der Bürger offensichtlich der Gang zur Urne.

„Wir haben jetzt ungefähr 800 Briefwähler“, berichtet Rüdiger Götze. Der Wahlleiter der Stadt Gladenbach geht von 1.600 solcher Wähler aus „wenn es sich konstant so weiterentwickelt“. Schon jetzt haben mehr Berechtigte ihre Entscheidung per Brief getroffen als noch bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren.

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Angesichts der zunehmenden Zahlen an Infizierten wäre es sicherer, eine reine Briefwahl zu organisieren doch, das ist nicht mehr möglich. „Wir können nicht weitere 8.000 Briefwahlen für die knapp 9.600 Wahlberechtigten Personen durchführen“, sagt Götze.

Dennoch können Wähler bis zum 30. Oktober um 13 Uhr eine Briefwahl beantragen – entweder direkt in der Stadtverwaltung oder bis 28. Oktober, 24 Uhr unter gladenbach.de/home/aktuelles/wahl-buergermeisterinbuergermeister/briefwahl auf der Homepage der Stadt Gladenbach.

Das Hygiene-Konzept

Die zweite direkte Auswertung der Corona-Pandemie auf die Bürgermeisterwahl ist das geltende Hygiene-Konzept am Wahltag: „Unter der Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen ist der Gang zur Urne möglich“, versichert Götze.

Zum einen fordert die Stadt Gladenbach die Wähler zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter auf. Dazu kommt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und die Beachtung der weiteren Hygiene-Regeln. Außerdem werden die Wähler gebeten, einen eigenen schwarz- oder blauschreibenden Kugelschreiber mitzubringen.

Zudem sorgt die Stadt Gladenbach nach Möglichkeit für ein Einbahnstraßen-Prinzip, wodurch die Ein- und Ausgänge geregelt sind. Nach Verfügbarkeit gibt es auch Kugelschreiber in den Wahllokalen, die nach der Benutzung desinfiziert werden.

Digitale Wahlergebnisse

Außerdem sorgt der Wahlvorstand für ein ständiges Stoßlüften und stellt Spuk-Schutzwände zwischen Wählern und Wahlhelfern auf. Zum Schutz der Wähler desinfizieren die Wahlhelfer die Kabinen und Urnen regelmäßig.

Außerdem werden die Wahlergebnisse am 1. November ab 18 Uhr nicht wie üblich vor Ort öffentlich bekanntgegeben. In diesem Jahr können sich alle Bürger über die „votemanager“-App am Wahltag ab 18 Uhr über die aktuellen Zahlen erkundigen.

Der geplante Termin zur Bürgermeister-Wahl im April dieses Jahres musste Corona-bedingt verschoben werden. Als neuen Termin einigten sich die Stadtverordneten – bei drei Enthaltungen – auf den 1. November. Dementsprechend fände eine Stichwahl am 22. November statt. Zu dieser kommt es, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine Mehrheit erreicht.

Die Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters Peter Kremer, die eigentlich am 30. September enden sollte, verlängerte sich aufgrund des im Hessischen Landtags verabschiedeten „Gesetz zur Sicherung der kommunalen Entscheidungsfähigkeit und zur Verschiebung der Bürgermeisterwahlen“ automatisch.

Von Leonie Rink

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