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Hinterland Eiche wacht über Gräber
Landkreis Hinterland Eiche wacht über Gräber
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11:53 30.09.2021
Die Bestattung in eigens dafür ausgewiesenen Waldflächen bietet eine Alternative zur klassischen Beisetzung.
Die Bestattung in eigens dafür ausgewiesenen Waldflächen bietet eine Alternative zur klassischen Beisetzung. Quelle: Bernd Settnik
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Buchenau

Die Vorreiterrolle für ein Thema, das derzeit die Dautphetaler Ortsbeiräte beschäftigt, nimmt das Gremium des Ortsteils Buchenau ein. Während die meisten anderen Beiräte erste Gespräche darüber führen, die Möglichkeit von Baum- oder Friedwaldbestattungen einzurichten, beschäftigen sich Ortsvorsteher Andreas Feußner und die übrigen Mitglieder bereits mit einer entsprechenden Änderung der Satzung.

Eine mögliche Stelle für diese besondere Art der Urnenbestattung hat der Ortsbeirat schon ausgemacht: Eine große Eiche hinter den Urnenwänden sei dafür geeignet, um die biologisch abbaubaren Urnen in zwei Kreisen um den Baum zu bestatten.

Kein Schmuck auf der Grabstätte

Die Gemeinde hat unterdessen einige Vorgaben für die sogenannten Baumreihengrabstätten aufgesetzt, die für sämtliche Ortsteile gelten werden. Demnach sollen Wiesenflächen angelegt werden, um deren Pflege sich die Gemeindeverwaltung kümmern wird. Angehörige werden ausdrücklich nicht die Möglichkeit haben, die Grabstätten mit Gestecken oder Kränzen zu schmücken – dies würde auch dem Gedanken einer Baumbestattung widersprechen, bei der die sterblichen Überreste wie ein Teil der umliegenden Natur behandelt werden. Zwei Alternativen stehen für die Gestaltung der Baumreihengrabstätten zur Wahl: Es können Platten von 35 Zentimetern Kantenlänge gelegt werden, oder es wird eingesät und zusätzlich eine Art kleines Denkmal errichtet.

Sie habe Bedenken, was die Platten angeht, sagte Anette Wetterau-Ruppersberg vom Ortsbeirat während dessen Sitzung. „Es könnte passieren, dass doch jemand ein Gesteck dort abstellt“, befürchtete sie.

Mit einem Gedenkstein, an den Schildchen mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden, könne er sich anfreunden, stimmte Feußner zu. Mark Noll regte an, für die kleinen Namensschilder eine einheitliche Größe festzulegen, was sicherlich seitens der Gemeinde passieren werde.

Reservierungen zu Lebzeiten nicht möglich

Die neuen Grabstätten werden in der Reihenfolge der Beerdigungen belegt – anders als bei klassischen Gräbern besteht also nicht die Möglichkeit, sich einen bestimmten Platz für seine ewige Ruhe bereits zu Lebzeiten zu reservieren. Auch das würde der Grundidee widersprechen. Während eines Ortstermins mit Vertretern der Gemeindeverwaltung wollen die Ortsbeiratsmitglieder die Details noch einmal besprechen. Das skizzierte Vorgehen wurde vom Buchenauer Gremium einstimmig verabschiedet.

Ebenfalls unter den Tagesordnungspunkt des Treffens, der sich mit dem Friedhof beschäftigte, fiel ein weiteres Diskussionsthema. Die Kapelle des Ortsteils verfügt nicht über eine tatsächliche Kühlanlage; stattdessen wird eine Art Klimaanlage genutzt. Da sei dringend nachzubessern, weil die Kühlung an heißen Tagen nicht ausreiche, um unangenehme Gerüche zu verhindern, stellte der Ortsvorsteher fest. Zudem schlug er vor, es solle zumindest möglich gemacht werden, die Fenster des entsprechenden Raums in der Kapelle abzudunkeln.

Mit der Rettung von Leben befasste sich der Ortsbeirat, als es um den Defibrillator ging, der öffentlich am Bürgerhaus angebracht ist.

Von Markus Engelhardt