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Hinterland Brandschaden im sechsstelligen Bereich
Landkreis Hinterland Brandschaden im sechsstelligen Bereich
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19:58 22.03.2021
Die Feuerwehrleute schnitten ein Rolltor auf, um das Feuer in der Halle von außen zu löschen.
Die Feuerwehrleute schnitten ein Rolltor auf, um das Feuer in der Halle von außen zu löschen. Quelle: Fotos: Gianfranco Fain
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Friedensdorf

Um 8.56 Uhr rückten gestern die letzten Feuerwehrleute vom Gelände der ehemaligen Firma Bamberger ab. Zuvor leisteten 224 Einsatzkräfte bei einem außergewöhnlichen Einsatz in rund zehn Stunden Außergewöhnliches, bescheinigt ihnen Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

Die Feuerwehrleute ereilte um 18.51 Uhr der Alarm, schließlich waren an der großen Industriehalle alle Dautphetaler Wehren, Feuerwehrleute aus Biedenkopf, Gladenbach, Fronhausen mit ihren Drehleitern am Löschen beteiligt. Als die Feuerwehrleute an der etwa 50 mal 25 Meter großen Halle eintrafen, „qualmte diese aus allen Löchern“, beschreibt Schäfer die Situation.

Wegen des dichten Rauches drangen die Feuerwehrleute nicht ins Innere der Halle ein, sondern brachten das Feuer erst von außen unter Kontrolle, was gegen 1 Uhr gelang. Dabei half den Einsatzkräften eine Brandschutzmauer am Übergang zur nächsten Halle.

Dort bauten die Einsatzkräfte mit Wende und Strahlrohren laut des Kreisbrandinspektors „eine Verteidigungslinie auf“, um ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Hallenteil zu verhindern. Denn dort lagert ein Dachdeckerbetrieb sein Holz und Material. „Es war schon eine Kunst, diese Linie zu halten“, verdeutlicht Schäfer die Schwere des Einsatzes.

Beteiligt waren auch die Schnelleinsatzgruppe des DRK Biedenkopf, der Katastrophenschutzzug aus Breidenbach sowie die Werksfeuerwehr der ehemaligen Behringwerke. Das Technische Hilfswerk rückte mit der Sandsack-Reserve des Landkreises an, baute damit eine Sperre auf, um das Abfließen des Löschwassers in die Dautphe zu verhindern. Stattdessen wurde das Wasser gestaut und in den Mischwasserkanal gepumpt.

Gestern war die Straße in der Pützwiese bis in die Mittagsstunden gesperrt. Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofes stellten einen Bauzaun auf, der Passanten und Fahrzeuge abhält, damit diese nicht von herabfallenden Glasscherben getroffen werden.

Ermittler der Kriminalpolizei werden in den nächsten Tagen versuchen, die Ursache des Brandes herauszufinden. Dazu muss aber sicher sein, dass die Stahlträger das Dach weiterhin halten. Die Schadenshöhe taxierten Polizisten in einer ersten Schätzung auf rund 500 000 Euro. In der abgebrannten Halle zerlegt ein Autoverwerter ausgediente Fahrzeuge.

Von Gianfranco Fain

20.03.2021
19.03.2021