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Hinterland Bierproduktion läuft normal weiter
Landkreis Hinterland Bierproduktion läuft normal weiter
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19:12 21.04.2020
Auf Paletten gestapelte Bierkisten auf dem Gelände der Bosch Brauerei in Bad Laasphe. Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch/Archiv
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Bad Laasphe

Seit über 300 Jahren ist die Brauerfamilie Bosch im Kurort Bad Laasphe beheimatet, seit elf Generationen praktiziert sie die traditionelle Braukunst. Jetzt kämpft das älteste Unternehmen im Wittgensteiner Land mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.

„In der gesamten Geschichte unserer Brauerei hat es bei uns noch nie Kurzarbeit gegeben“, erzählt Braumeister und Geschäftsführer Hans-Christian Bosch. Zwar hätten im Zweiten Weltkrieg keine Feste stattgefunden, dennoch seien die Gastwirtschaften offen gewesen.

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Aber nun seien im Zuge der Corona-Krise zwei der insgesamt drei Absatz-Schienen weggefallen: erstens die Gastronomie und Vereinsgastronomie und zweitens auch das Veranstaltungsgeschäft, bei dem die Brauerei ihr Bier zum Beispiel bei Festen und Grenzgängen verkauft.

Verantwortung für 37 Mitarbeiter

„Diese Bereiche liegen soweit brach; sie sind relativ tot“, erklärt Hans-Christian Bosch. Denn nicht nur die gesamte Gastronomie hat geschlossen. Es gibt auch keine Versammlungen und Vereinsfeste mehr.

„Alle Großveranstaltungen bis zum 31. August sind ja verboten und auch geplante Grenzgänge wie etwa der in Wollmar wurden bereits abgesagt. Das ist recht heftig für uns – eine Situation, die es für den Brauereibereich noch nie gegeben hat“, sagt er.

Bosch trägt die Verantwortung für 37 Mitarbeiter. Für die Belieferung der Gastronomie und Veranstaltungen unterhält die Brauerei eine eigene Lkw-Flotte mit Ausschank- beziehungsweise Kühlwagen. Aber die hierfür zuständigen Mitarbeiter mussten nun in Kurzarbeit geschickt werden.

Einzelhandel ist das dritte Standbein

Zur Frage, ob die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die Produktionsprozesse hat, sagt Bosch: „Wir haben von Hause aus schon sehr hohe Hygieneanforderungen“. Doch das Unternehmen hat infolge der Pandemie den Besucherverkehr eingeschränkt. Auch Brauereiführungen können nicht mehr stattfinden.

Die Bierproduktion der Brauerei laufe aber normal weiter, sagt Bosch. Denn zumindest der Einzelhandel, das dritte Standbein der Brauerei, sichere das Überleben des Unternehmens. „Dies läuft tatsächlich sehr gut“, erklärt Bosch. Der Absatz von Flaschenbier für Getränkeläden habe sich gut entwickelt.

„Vor allem erfahren wir eine tolle Unterstützung seitens der Bevölkerung. Viele Menschen treffen jetzt ganz bewusst die Entscheidung, unser Bier zu kaufen. Und wir erhalten viel Zuspruch, was uns super motiviert!“, erklärt er. „Wenn die Bevölkerung uns weiter so die Stange hält, können wir trotz allem positiv in die Zukunft schauen.“

Von unseren Redakteuren

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