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Hinterland Lahntalschüler werfen Blick in die Zukunft
Landkreis Hinterland Lahntalschüler werfen Blick in die Zukunft
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18:00 13.09.2021
In dem Inno-Truck warten die verschiedenen Exponate nur darauf, von den Schülern aktiv erkundet zu werden. So soll die Lust der Jugendlichen an naturwissenschaftlich-technischen Entwicklungen gesteigert werden.
In dem Inno-Truck warten die verschiedenen Exponate nur darauf, von den Schülern aktiv erkundet zu werden. So soll die Lust der Jugendlichen an naturwissenschaftlich-technischen Entwicklungen gesteigert werden. Quelle: Sascha Valentin
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Biedenkopf

Wie man mit Hilfe von Licht besser hören kann, Roboter das Leben im Alter erleichtern oder eine Mischung aus Licht und Radar bei der Entwicklung des autonomen Fahrens hilft, sind nur einige der Phänomene, denen Jugendliche im Inno-Truck des Bundesforschungsministeriums auf den Grund gehen können.

Auf seiner Tour durch die Republik hat der nun Halt in Biedenkopf gemacht und den Schülern der Lahntalschule sowie der Berufsschule Einblicke in zukunftsweisende Technologien geboten. Rund 80 Ausstellungsstücke aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Bereichen finden in dem doppelstöckigen Truck Platz, der seine Besucher ganz bewusst zum Mitmachen motiviert.

„Einfach mal alles anfassen, die Knöpfe drücken und die Tablets in die Hand nehmen“, forderte Torben Schindler vom Inno-Truck-Team die Schüler auf. Es gebe jede Menge zu entdecken, wie zum Beispiel die Greifarme des YuMi-Roboters, einem Modell für die kollaborative Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, oder auch das Glas, das auf Knopfdruck undurchsichtig wird – eine Technologie, die in Japan zum Beispiel schon in öffentlichen Toiletten angewendet wird.

Verknüpfung von Innovation und Alltag

Die verschiedenen Exponate sollen den Jugendlichen zeigen, auf wie vielen Gebieten innovative Forschung stattfindet und wie oft der Alltag davon betroffen ist, erklärte Schindler. Beispiele dafür sind etwa die in Fensterscheiben eingebauten, transparenten Solaranlagen, die bei Sonneneinstrahlung als kleine Kraftwerke fungieren, oder virtuelle Notfallhelfer für ältere Menschen.

„Das ist schon Wahnsinn, was man hier alles entdecken kann“, freut sich auch Lehrerin Daniela Heinrich-Stiller über den Besuch des Inno-Trucks in Biedenkopf, an dem die Lahntalschüler nicht ganz unbeteiligt sind. Während des Lockdowns im vergangenen Jahr hatte Heinrich-Stiller mit ihren Klassen angefangen, verschiedene digitale Angebote zu nutzen. „Dabei wurden wir dann angesprochen, dass für den Inno-Truck gerade neue Inhalte entworfen werden und ob wir bereit wären, diese zu testen“, erzählte die Lehrerin.

Als Dank für die Unterstützung der Lahntalschüler sei Biedenkopf dann auch in den Tourenplan des Trucks aufgenommen worden. Aufgrund der Corona-Beschränkungen durften übrigens nur neun Schüler gleichzeitig in den Truck. Die anderen erlebten währenddessen eine Vorführung in der Aula, bei der sie etwa mithilfe eines Rasterelektronenmikroskops in die Welt des Mikrokosmos eintauchten oder ein virtuelles Abbild ihrer selbst mit einem Körperscanner erschufen. Dabei umrundete ein Schüler einen Kameraden mit einem Handscanner, wobei unzählige Einzelfotografien von diesem erstellt wurden.

Der Rechner setzte diese anschließend zu einem 3D-Modell zusammen, das nach Belieben am Bildschirm gedreht und so von allen Seiten betrachtet werden konnte. Diese Technologie kommt zum Beispiel bei der Erstellung von Modellen für den 3D-Druck zum Einsatz – etwa Transplantate für den menschlichen Körper.

Von Sascha Valentin

13.09.2021
12.09.2021