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Hinterland „Schäm dich dafür!“
Landkreis Hinterland „Schäm dich dafür!“
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09:58 12.08.2020
Der Post gegen Rassismus von Schäfers Backstuben geht im Netz viral. Quelle: Nadine Weigel
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Biedenkopf

Hunderte Likes, Dutzende Kommentare. Die Resonanz auf einen Facebook-Post von Schäfers Backstuben ist enorm. Der Post geht derzeit viral im Netz, um es mal in Digitalsprache auszudrücken.

Die Kommentatoren feiern das Hinterländer Unternehmen für ihr entschlossenes Auftreten. „Danke, dass Ihr so offen gegen Rassismus Stellung bezieht“, schreibt eine Facebook-Nutzerin.

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„Bravo!! Großartig reagiert! Das ist wirklich einfach nur feige, geschmacklos und ich weiß gar nicht was noch alles!! Ihr seid die BESTEN!!!!“, schreibt ein anderer.

Was war passiert?

Das Unternehmen hatte auf seiner Facebook-Seite eine Stellungnahme abgegeben zu einem rassistischen Spruch, der auf einem Flyer zu den Sommercoupons von Schäfers Backstuben gekritzelt war.

Post kam ohne Absender

Auf der Vorderseite des Coupons war das Foto von einer Mitarbeiterin mit kambodschanischen Wurzeln zu sehen. Quer über das Konterfei der jungen Frau waren handschriftlich in blauer Farbe folgende Sätze drauf geschrieben worden: „Verkauf Deine Backwaren in China! Was soll die blöde Werbung?“

Das Schreiben sei per Post ohne Absender im Unternehmenssitz in Biedenkopf angekommen, erklärt Jan-Patrick Wallentin auf Nachfrage der OP. „Wir haben eine Nacht drüber geschlafen und dann behutsam mit der betroffenen Mitarbeiterin darüber gesprochen, ob wir darauf reagieren dürfen“, verrät der Marketingleiter von Schäfers Backstuben.

Die Mitarbeiterin, die von allen sehr geschätzt werde, habe gar nicht verstehen können, warum jemand so etwas Böses über sie schreiben könne. Sie habe bislang auf das Flyerfoto nur positive Resonanz bekommen. „Sie ist eine, die 24 Stunden am Lachen ist und sehr geschätzt wird“, betont Wallentin. Deshalb wollte das Unternehmen den feigen Angriff auf seine Mitarbeiterin auch nicht unkommentiert stehen lassen.

Wallentins Tipp: Kauf woanders

Und so verfasste Jan-Patrick Wallentin eine gepfefferte Antwort auf den rassistischen Kommentar: „In unserer Schäfers Backstuben-Familie arbeiten Kolleg*innen aus rund 30 Nationen. Und das finden wir toll, darauf sind wir stolz! Wir sind ein TEAM, und in unserem TEAM sind wir offen – offen für jeden Menschen, egal mit welcher Nationalität!“, schreibt Wallentin auf der Facebookseite und geht noch weiter:

„Was wir allerdings absolut nicht akzeptieren, sind feige Kund*innen, die uns solche Briefe schicken! Schäm dich dafür und denk über dein Verhalten nach! Und wenn du noch immer meinst, dass dein Verhalten richtig war, dann haben wir eine Empfehlung für dich: Kauf deine Backwaren bitte nicht mehr in unseren Filialen!“

„Das ist ja echt eine bodenlose Frechheit!!!“

Für dieses klare Statement wird das Hinterländer Unternehmen, das 600 Mitarbeiter unterschiedlichster Nationalitäten beschäftigt, im Netz seither gefeiert. In wenigen Stunden wurde der Post unter dem Hashtag #Lieblingsbäckerei und #sagneinzurassismus Hunderte Male geteilt und kommentiert.

Viele der Facebooknutzer zeigen sich solidarisch und schicken aufmunternde Grüße an die betroffene Mitarbeiterin: „Das ist ja echt eine bodenlose Frechheit!!! Und gerade diese abgebildete Verkäuferin ist eine der freundlichsten Damen aus eurem Team!! Ich hoffe, sie nimmt sich diese üble Beleidigung nicht zu Herzen!!!“, schreibt eine Kommentatorin.

Mit diesem Love-Storm hätte selbst Marketingexperte Wallentin nicht gerechnet. Was ihn aber besonders freut: „Es kam nicht eine negative Reaktion – nicht mal als anonyme Nachricht.“

Von Nadine Weigel

Zum Facebook-Beitrag

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